Jacobs Douwe Egberts in Bremen Warnstreiks legen Kaffeeproduktion lahm

Mit einem Warnstreik wollten die Bremer Mitarbeiter des Kaffeekonzerns Jacobs Douwe Egberts (JDE) am Mittwoch ein Zeichen setzen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beteiligten sich bis zu 150 Angestellte an dem Ausstand.
25.01.2017, 11:06
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Warnstreiks legen Kaffeeproduktion lahm
Von Maren Beneke

Mit einem Warnstreik wollten die Bremer Mitarbeiter des Kaffeekonzerns Jacobs Douwe Egberts (JDE) am Mittwoch ein Zeichen setzen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beteiligten sich bis zu 150 Angestellte an dem Ausstand vor den Pforten des Kaffeewerks im Holzhafen.

Mit einem Warnstreik wollten die Bremer Mitarbeiter des Kaffeekonzerns Jacobs Douwe Egberts (JDE) am Mittwoch ein Zeichen setzen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beteiligten sich bis zu 150 Angestellte an dem Ausstand vor den Pforten des Kaffeewerks im Holzhafen. Jeweils am Morgen und am Nachmittag legten Mitarbeiter der beiden Werke im Holzhafen und in Hemelingen für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. „Sie sind wütend“, sagte der Bremer NGG-Geschäftsführer Dieter Nickel. Die Wut richte sich vor allem gegen die JDE-Eigentümer.

JDE gehört zum Kaffeeimperium der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. Die Familie kaufe sich einen Kaffeekonzern zusammen, würde dann als eine der ersten Maßnahmen den Traditionsstandort von Kaffee Hag schließen – „und dann sind sie weder bereit, vernünftige Maßnahmen zum Erhalt von Arbeitsplätzen zu vereinbaren noch vernünftige Abfindungen zu zahlen“, heißt es in einem Schreiben der NGG.

Werk soll bis Ende März schließen

Hintergrund des Streiks ist das Aus des Kaffeewerks im Holzhafen. Mitte September war bekannt geworden, dass JDE nicht länger an seiner Fabrik, in der Rohkaffee unter anderem für die Marke Kaffee Hag entkoffeiniert wird, festhalten will. Das Werk soll bis spätestens Ende März schließen, doch bislang konnten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite nicht darauf einigen, was mit den 50 betroffenen Mitarbeitern passiert – denkbar ist, dass ein Teil von ihnen im Hemelinger Werk eingesetzt wird.

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Die Gespräche der Parteien laufen auf zwei Ebenen ab: Einmal befinden sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite in Verhandlungen über einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag, wo ein Abschluss für die JDE-Mitarbeiter an den beiden Bremer Standorten greifen würde; gleichzeitig ist eine Einigungsstelle einberufen worden, die bei allen Fragen rund um einen Sozialplan zum Werks-Aus etwa zu Abfindungen oder Altersteilzeitregelungen schlichten soll.

Unternehmenssprecher Dirk Friedrichs sagte: „Unser Ziel liegt weiterhin darin, gemeinsam mit unseren Verhandlungspartnern eine gute, verantwortungsvolle Lösung zu finden.“ Die Verhandlungen mit Betriebsräten und Gewerkschaft liefen weiter, neue Verhandlungstermine seien für Ende Januar vereinbart. „Wir sind daher zuversichtlich, dass wir zeitnah eine Lösung in gemeinsamen Gesprächen finden werden.“

Warnstreik nur der erste Schritt

„Wir haben seit November über Beschäftigungssicherung verhandelt und nur bei Teilzeitregelungen ein Angebot erhalten, das in der Praxis keinerlei Auswirkung hätte“, sagte Nickel. Die Mitarbeiter hätten den Eindruck, „verschaukelt zu werden“. Der Gewerkschafter führte aus, dass JDE bei den Abfindungen die gleichen Regelungen wie im Sozialplan bei der Abspaltung von Mondelez Ende 2014 angeboten habe.

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Der Konzern, ein Gemeinschaftsunternehmen von Mondelez und einer Holding der Unternehmerfamilie Reimann, begründete das Aus mit einer weltweit sinkenden Nachfrage nach entkoffeiniertem Kaffee. Diese habe dazu geführt, dass die Anlage im Holzhafen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei. Bezogen auf Kaffee Hag teilte JDE-Sprecher Friedrichs mit, dass die Schließung keine Auswirkungen auf die Marke hätte. Der Konzern werde auch weiterhin entkoffeinierten Kaffee anbieten.

Den Warnstreik nannte Nickel einen ersten Schritt. Er kündigte an, dass – sofern es in den nächsten Verhandlungsrunden keinen Fortschritt gebe – die Ausstände ausgedehnt werden und auch über Demonstrationen am JDE-Hauptsitz in Amsterdam nachgedacht wird.

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