Rückblick Was Bremen mit Nicaragua verbindet

Nach dem Sieg der linken Befreiungsbewegung FSLN in Nicaragua gab es auch in Bremen eine breite Solidaritätsbewegung für das Land. Einige Beispiele für die Beziehungen von Bremen zu Nicaragua.
05.11.2021, 21:14
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Was Bremen mit Nicaragua verbindet
Von Norbert Holst

Die bundesdeutsche Solidaritätsbewegung mit Nicaragua begann 1978, ein Jahr vor dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza. Nach dem Sieg der bewaffneten Befreiungsbewegung FSLN ein Jahr später wuchs die Solidaritätsbewegung schnell auf bundesweit mehr als 350 Komitees an. Auch in Bremen und Bremerhaven waren politisch links orientierte und vor allem junge Menschen fasziniert von dem neuen Weg, den die sogenannten Sandinisten gehen wollten. Einige Beispiele für die Beziehungen von Bremen zu Nicaragua.

Die Fähre "Gröpeln": Als Zeichen der Solidarität wurde die Weserfähre "Gröpeln", 1939 gebaut,  Anfang der 80er-Jahre vom Bremer Senat nach Nicaragua verschenkt.  Das weitere Schicksal der "Gröpeln" stand aber unter keinem glücklichen Stern. Im Frühjahr 1983 lief das Schiff im Rio San Juan auf Grund. Wenig später entdeckten Rebellen unter Führung des Ex-Sandinisten Edén Pastora und schossen die Fähre  manövrierunfähig. Mit tatkräftiger Hilfe aus Bremen, unter anderem des DGB und von Medico International, konnte das Schiff bis 1988 wieder flottgemacht werden, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Schließlich wurde die "Gröpeln" 2010 abgewrackt.

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Ernesto Cardenal in Bremen: Der Befreiungstheologe und Dichter Ernesto Cardenal startete im November 2014 seine bundesweite Lesetournee in der Kirche St. Stephani. Er wurde im Rathaus von Bürgermeisterin Karoline Linnert, Ex-Bürgermeister Henning Scherf und dessen Frau Luise empfangen. Im Rathaus trug sich Cardenal in das Goldene Buch ein. Dabei sagte er: "Bremen ist eine wunderbare Stadt, die ich sehr liebe." Cardenal hatte weltweit Berühmtheit erlangt, als er sich den Sandinisten anschloss, um gegen Somoza zu kämpfen.

Brigaden für Nicaragua: 15.000 Deutsche haben sich in den ersten zehn Jahren der Revolutionsregierung auf den Weg nach Nicaragua gemacht. 1983 landete eine Arbeitsbrigade aus der Bundesrepublik in Managua. 150 Frauen und Männer wollten dabei helfen, das „neue Nicaragua“ aufzubauen. Darunter war auch Sozialsenator Henning Scherf, begleitet von vielen Journalisten. Die Bilder vom kaffeepflückenden Senator machten Scherf bundesweit bekannt.

Partnerschaft mit Corinto: 1989 unterschrieb Bürgermeister Klaus Wedemeier eine Partnerschaft mit Corinto, einer Hafenstadt an der Pazifikküste. Schnell gab es Pläne: Die Bremer Solidaritätsgruppen wollten eine KFZ-Ausbildungswerkstatt aufbauen, der Senat beim Bau einer Trinkwasserleitung helfen, ein defekter Hafenkran sollte wieder flottgemacht werden. Vieles davon wurde nicht realisiert. Die Parlamentswahl 1990 hatten die Sandinisten verloren. Derzeit ruht die Partnerschaft. Begründung des Senats vom Mai 2019: "Diese Partnerschaft verlor 1990 weitgehend ihre zivilgesellschaftliche Basis."

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