Wenige Bremer als divers eingetragen

Was die Zahlen sagen

22 Bremerinnen haben ihren Geschlechtseintrag korrigieren lassen - und sind mittlerweile „männlich“. Einige Menschen in der Hansestadt haben gar kein Geschlecht beim Amt angegeben.
18.12.2019, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Was die Zahlen sagen
Von Carolin Henkenberens
Was die Zahlen sagen

Wie viele Intersexuelle es in Deutschland gibt, ist unklar. 22 Bremerinnen ließen ihr Geschlecht nachträglich als männlich registrieren.

Jan Woitas/dpa

Die Möglichkeit, sein Geschlecht mit divers anzugeben, ist in Bremen bisher nicht weit verbreitet. Allerdings zeigen Daten der Innenbehörde, dass ein Wechsel des Geschlechtseintrags im Land Bremen durchaus keine Seltenheit ist.

Am häufigsten ist die Änderung von weiblich zu männlich: 22 Bremerinnen ließen ihr Geschlecht nachträglich als männlich registrieren, 18 von ihnen sind gebürtig aus Bremen. Auffällig ist, dass die Mehrheit der Änderungen im Standesamt Bremen-Mitte verzeichnet wurde. Eine Änderung von männlich zu weiblich gab es bisher elf Mal. Zwei davon beim Standesamt Bremen-Nord, alle anderen in Bremen-Mitte. Sieben der elf Personen sind gebürtig aus Bremen.

Lesen Sie auch

Seit 2013 besteht zudem die Möglichkeit, den Geschlechtseintrag offen zu lassen. Dies geschah bislang bei einem Bremer Neugeborenen direkt nach der Geburt und bei vier zunächst als weiblich registrierten Bremern nachträglich. Drei der vier Personen sind gebürtig aus der Hansestadt. Ob sie noch in Bremen leben, geht aus der Statistik nicht hervor.

Wie viele Intersexuelle es in Deutschland gibt, ist unklar. Die Schätzungen gehen auseinander. Das Bundesverfassungsgericht erwähnte in seinem Beschluss von 2017 eine Häufigkeit von 1:500. Einige Betroffene werden nach der Geburt operiert und leben bis zur Pubertät in dem Glauben, ein Mädchen oder Junge zu sein. Durch die Operationen müssen einige Hormone schlucken. Die Erscheinungsformen von Intergeschlechtlichkeit sind höchst unterschiedlich. So gibt es Menschen, die bei der Geburt äußerlich aussehen wie ein Mädchen, aber einen männlichen Chromosomensatz haben.

Lesen Sie auch

Transsexuell sind Personen, die sich nicht mit ihrem körperlichen Geschlecht identifizieren. Das empfundene Geschlechts ist also ein anderes als das biologische. Diese Menschen sind Experten zufolge von Depression und Selbstmord bedroht. Dem Bremer Verein Trans-Recht zufolge sinkt das Alter, in dem Jugendliche ihr Coming-Out haben. „Die Transberatung ist völlig überlastet, eine Inter-Beratung gibt es nicht“, moniert Vereinsmitglied Freyja Pe von Rüden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+