Bremen und Niedersachsen Weniger Arbeitslose im September

Die Zahl der Arbeitslosen im Land Bremen ist im September auf 36.738 gesunken. Das waren 3,1 Prozent weniger als im August und 1,3 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte.
30.09.2015, 00:00
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Weniger Arbeitslose im September
Von Milan Jaeger

Der Positivtrend auf dem deutschen Arbeitsmarkt scheint nun vollends auch auf das kleinste Bundesland durchzuschlagen – wenngleich mit Verspätung.

Im September ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit fast 25 Jahren gesunken, und auch der Bremer Arbeitsmarkt hat sich gut entwickelt. So waren im September im Land Bremen 3,1 Prozent weniger Menschen als im August arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,7 Prozent (36.738 Erwerbslose). Im Vorjahreszeitraum lag die Quote bei 10,9 Prozent. Trotz dieser Entwicklung rangiert Bremen nach wie vor deutlich über der bundesdeutschen Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent.

Der Chef der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, Götz von Einem, sieht in der aktuellen Entwicklung des Bremer Arbeitsmarktes prinzipiell nichts Ungewöhnliches: „Auf dem Arbeitsmarkt hat die Herbstbelebung eingesetzt“, kommentierte er am Mittwoch. Mit dem Ferienende sei es zum erwarteten Rückgang der Arbeitslosigkeit gekommen. „Die Jugendarbeitslosigkeit hat wegen des Beginns betrieblicher Ausbildungen abgenommen, und es gibt wieder mehr Teilnehmer an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen“, sagte von Einem. Auch der Unterrichtsstart an den weiterführenden Schulen schlage sich in sinkenden Arbeitslosenzahlen nieder.

Sorgenkind bleibt weiterhin Bremerhaven: Zwar ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat auch dort gesunken, nämlich von 15,7 auf 15,2 Prozent. Im Vergleich zur Septemberquote des vergangenen Jahres (14,5 Prozent) hat sie sich allerdings deutlich erhöht. Der steigende Langzeittrend liege vor allem an der wachsenden Zahl von Grundsicherungsbeziehern, sagte Jörg Nowag, Sprecher der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. „Wir verzeichnen in Bremerhaven einen starken Zuzug von Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die Grundsicherung vom Jobcenter erhalten“, erläuterte Nowag. Dies lasse die Arbeitslosenquote ansteigen. Im September waren in Bremerhaven 8821 Menschen arbeitslos.

Arbeitslosenquote in der Stadt Bremen unter zehn Prozent

Demgegenüber fiel die Arbeitslosenquote in der Stadt Bremen auf unter zehn Prozent. Sie betrug im September 9,8 Prozent. Die steigenden Zahlen von Geflüchteten, die nach Bremen kommen, wirken sich noch nicht auf die Arbeitslosenquote aus. „Flüchtlinge tauchen erst in der Statistik auf, wenn sie als Asylsuchende anerkannt sind“, sagte Nowag. Er rechne damit, dass dies bei vielen Menschen im Laufe des nächsten Jahres der Fall sein wird. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet, dass die Arbeitslosigkeit im Bundesschnitt dann erstmals seit 2013 wieder steigen wird. Nach ihren Angaben soll das Personal in Arbeitsagenturen und Jobcentern wegen der steigenden Flüchtlingszahlen aufgestockt werden.

Aus Sicht der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft ist die Arbeitsmarktentwicklung in Bremerhaven besorgniserregend. „Während in allen Bundesländern die Zahlen unter den Vorjahreswerten liegen, gilt für Bremerhaven weiterhin das Umgekehrte“, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion, Claudia Bernhard. So habe sich nichts an der „Schlusslicht-Position“ Bremens im Ländervergleich geändert. „Statt sich über die ‚Herbstbelebung‘ zu freuen, die alle Bundesländer trifft, muss das Augenmerk der Abkopplung Bremens und Bremerhavens gelten“, so Bernhard.Agentursprecher Nowag warnte indes davor, Bremen mit anderen Ländern zu vergleichen: „Wir haben eine völlig andere Struktur.“

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