Bremer CDU diskutiert über neuen Landesvorsitzenden Wer folgt auf Mohr-Lüllmann?

Bremen. Rita Mohr-Lüllmann ist als CDU-Landesvorsitzende zurückgetreten. Sie will auch nicht mehr Bundestagskandidatin werden und stellvertretende Fraktionsvorsitzende sein. Jetzt diskutiert die Partei, wie es weitergehen soll.
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Am Sonntagnachmittag gab Rita Mohr-Lüllmann bekannt, dass sie mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt als CDU-Landesvorsitzende zurücktritt. Zugleich werde sie nicht für die Bundestagswahl 2013 kandidieren und ihr Amt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende aufgeben. Mohr-Lüllmann begründete ihre Entscheidung damit, sie wolle "den Weg freimachen für einen völligen Neuanfang, der unverzichtbar für eine Gesundung der Bremer CDU ist".

Mohr-Lüllmanns parteiinterner Widersacher, der Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp, nahm die Entscheidung "mit großem Respekt zur Kenntnis". Nun gelte es, in der gebotenen Ruhe die Nachfolge an der Landesspitze zu regeln sowie Personalvorschläge für die Spitzenkandidatur für den Bundestag und für die Fraktionsspitze zu unterbreiten. Zu Mohr-Lüllmanns Forderung, Röwekamp solle sein Amt als Fraktionsvorsitzender aufgeben, erklärte der Betroffene, er werde auf keinen Fall unverzüglich zurücktreten. Röwekamp will der CDU-Fraktion vorschlagen, die Wahl zum Fraktionsvorstand vorzuziehen - von Mai 2013 auf kommenden November. Auf die Frage, ob er zur Wiederwahl antrete, erklärte er, das werde nicht von ihm alleine entschieden.

Unterstützung bekam Röwekamp von Michael Teiser: Der Bremerhavener Bürgermeister und CDU-Chef betonte, er sehe keinen Anlass dafür, dass Röwekamp nun den Chefsessel in der Bürgerschaftsfraktion abgeben solle. Zugleich sagte er, der Rücktritt der Landesvorsitzenden sei der "bedauerliche Abschluss einer Entwicklung, die Frau Mohr-Lüllmann nur zu einem Teil zu verantworten hat".

Der CDU-Kreisvorsitzende in Bremen-Mitte, Jens Eckhoff hofft, dass Mohr-Lüllmann "ein fester Bestandteil der CDU bleibt". Eckhoff betonte, die Partei brauche nun personelle Lösungen auf breiter Basis.

In der Diskussion um die Nachfolge Mohr-Lüllmanns fiel der Name Jörg Kastendiek am häufigsten. Der Bürgerschaftsabgeordnete, Ex-Senator und stellvertretende Landesvorsitzende gilt als Favorit für die künftige Besetzung des Landesvorsitz. Kastendiek war wegen einer Reise zunächst nicht erreichbar, wird die Partei aber zunächst kommissarisch führen.

Der CDU-Landesvorstand will vorraussichtlich am Donnerstag über das weitere Vorgehen beraten. Ziel ist, möglichst Mitte November einen Landesparteitag einzuberufen, der dann eine neue Parteispitze wählt.

Parallel wird überlegt, wer für die Bundestagskandidatur infrage kommt. Michael Teiser nannte zwei mögliche Bewerber: die Abgeordnete Elisabeth Motschmann und den CDU-Schatzmeister Carl Kau. (wig/der/dpa)

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