Tag der Deutschen Einheit

Weser-Kurier sucht "Einheitsmacher" aus Bremen

Bremen. Ob Ost oder West - fast jeder Deutsche wird sich erinnern, was er an jenem Abend tat, als die Medien die Nachricht verkündeten: die Mauer ist offen. Gemeinsam mit der Senatskanzlei und Radio Bremen sucht der WESER-KURIER die 'Einheitsmacher' aus Bremen.
01.08.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Weser-Kurier sucht
Von Frauke Fischer
Weser-Kurier sucht "Einheitsmacher" aus Bremen

Jens Böhrnsen

dpa

Bremen. Ob Ost oder West - fast jeder Deutsche wird sich erinnern, was er an jenem Abend tat, als die Medien die Nachricht verkündeten: die Mauer ist offen. Die Bilder von Menschen, die über die Grenze drängten, gingen um die Welt. Damals hat das Zusammenwachsen begonnen. Im Jahr darauf wurde die Deutsche Einheit Wirklichkeit.

Wenn im Oktober in Bremen 20 Jahre Deutsche Einheit gefeiert werden, sollen jene dabei sein, die Brücken zwischen Ost und West gebaut haben. Gemeinsam mit der Senatskanzlei und Radio Bremen sucht der WESER-KURIER die 'Einheitsmacher' aus Bremen, die Gestalter der kleinen und großen Schritte, die Ost und West einander näher gebracht haben. 'Einheit entsteht im Kopf und im Herzen', sagt Bürgermeister Jens Böhrnsen. 'Das wissen die am besten, die sich dafür eingesetzt haben.'

Viele Menschen auf beiden Seiten haben ihren Teil dazu beigetragen. So mancher hat von hier aus Brücken gebaut, die Verständigung durch Austausch, Unternehmensgründung, Beratung oder Beistand vorangebracht. Menschen aus der ehemaligen DDR sind in die Hansestadt gezogen. Bremer hat es in die neuen Länder gezogen. Schulen, Chöre, Sportvereine, Frauengruppen haben Begegnungen organisiert, bei Gründungen geholfen, Wissen weitergegeben. Menschen haben einander zugehört und miteinander geredet. Kirchengemeinden, Frauenverbände und Netzwerke haben Kontakt aufgenommen.

Da ist die Kunst- und Kulturhistorikerin, die nach bangem Warten noch vor dem Mauerfall aus der DDR ausreisen, um sich den Wunsch eines freien Studiums und eines Lebens in Freiheit zu erfüllen. Da ist der privat in Bremen gegründete Ost-West-Begegnungskreis von Almut Straßburg-Grönzin, mit dem 1990 ein Austausch von Bremern und Rostockern begann. Sie erzählten sich ihre Biografien und gestalteten gemeinsame Wochenenden. Heute noch treffen sich die Teilnehmer zweimal im Jahr. 'Die menschliche Begegnung ist das, was trägt', sagt Almut Straßburg-Grönzin. Und sie weiß aus den Erfahrungen: 'Ohne Konflikte geht es nicht.'

Auch Unternehmen wie die KIESERLING Holding GmbH oder die BWG Reimer GmbH & Co. KG mit ihrer Niederlassung in Gotha haben ihre Erfahrungen gemacht. Die frühere Bremer Warenverteilungsgesellschaft ist ein Familienunternehmen in der dritten Generation und beschäftigt am Standort in Gotha bewusst nur Angestellte aus der Region. Deren Leiter, Rainer Kreher, ist selbst in der DDR aufgewachsen. Die Unternehmensphilosophie von BWG Reimer schätzt er sehr: 'Wir sind alle von hier. Das Vertrauen in uns ist wohltuend', sagt er.

Das Entsorgungsunternehmen Nehlsen mit seinen 60 Standorten vor allem in Norddeutschland, darunter auch im Osten, ist ein weiteres von vielen Beispielen. Zwei Drittel der Nehlsen-Mitarbeiter sind derzeit in den neuen Bundesländern beschäftigt. Der Standort Dresden feiert in diesem Sommer sein 20-jähriges Bestehen. Noch etwa 40 der 230 Beschäftigten in Sachsen sind seit der Startphase dabei.

Was hat Bremerinnen und Bremer bewegt, die zum Zusammenwachsen beitrugen? Welche Geschichten über ihre Ost-West-Begegnungen haben sie zu erzählen? Der WESER-KURIER sucht bis zum 27. August die 'Einheitsmacher'. Die schönsten Geschichten stellen wir bis zum 3. Oktober in unserer Zeitung vor. Schreiben Sie uns: WESER-KURIER, Pressehaus, Martinistraße 43, 28195 Bremen, Stichwort Einheitsmacher. Die E-mail-Adresse lautet: einheitsmacher@weser-kurier.de

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