Maritime Infrastrukturmaßnahmen "Weservertiefung ist wichtig"

Nach der gemeinsamen Kabinettssitzung in Bremen fuhr der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil zu einem Kurzbesuch nach Bremerhaven. Gesprächsthemen waren neben der Außenweservertiefung auch der JadeWeserPort.
11.02.2015, 00:00
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Von Frank Miener

Nach der gemeinsamen Kabinettssitzung in Bremen fuhr der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil zu einem Kurzbesuch nach Bremerhaven. Gesprächsthemen waren neben der Außenweservertiefung auch der JadeWeserPort.

Die umstrittene Vertiefung der Außenweser ist für die Länder Bremen und Niedersachsen sowie die Stadt Bremerhaven weiterhin eine dringende Angelegenheit. Bei einem Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) wurde die derzeit juristisch überprüfte Aufbereitung des Flussbettes als besonders wichtig definiert. Weil erklärte darüber hinaus, dass er den JadeWeserPort in Wilhelmshaven bald in ruhigerem Fahrwasser sieht.

„Der Hafen ist der einzige Tiefwasserhafen Deutschlands. Das wird man uns bald wohl danken“, sagte er nach der Sitzung, an der auch Wirtschaftssenator Martin Günthner, Oberbürgermeister Melf Grantz (beide SPD), SPD-Fraktionschef Sönke Allers sowie Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger und Eurogate-Geschäftsführer Manuel Schiffer teilnahmen. Die Tendenz zeige deutlich aufwärts, betonte Weil. Das mache man an der gestiegenen Zahl der Linien fest, die an der Jade anlegen. „Außerdem werden die Schiffe immer größer, das spielt uns natürlich auch in die Hände“, gab sich der Niedersachse optimistisch.

Der JadeWeserPort ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Bremen und Niedersachsen und soll die Anlagen in Bremerhaven in Spitzen entlasten. Zugleich dient er mit seiner Tiefe auch als Anlaufstelle für die zunehmende Zahl von „Giganten der Meere“. Denn weiteren Rückenwind gebe es durch die sogenannte 2M-Allianz der Reedereien Maersk und MSC. Die haben ihre Ost-West-Strecken – Asien, Transatlantik, Transpazifik – zusammengelegt und lasten damit ihre „Ultra-Large-Container-Ships“ besser aus.

Die Großreedereien setzen verstärkt auf Schiffe, die bis mehr als 18 000 Standardcontainer transportieren können. Entsprechend ist der Tiefgang der Ozeanriesen, der derzeit weder in Elbe noch Weser erreicht wird. Auch deshalb steht auch die Vertiefung der Weser auf der Agenda der SPD-Politiker. „Die maritime Wirtschaft ist ein bedeutendes Standbein und eine große Chance – sowohl für das Land Bremen als auch für das Land Niedersachsen“, sagten Günthner und Weil. „Unter Berücksichtigung aller umweltpolitischen Belange ist die Vertiefung von Außen- und Unterweser der nächste notwendige Schritt für den Ausbau dieser unverzichtbaren Infrastruktur“, erklärten sie. Vor dem Hintergrund, dass die umgeschlagene Menge an Containern in Bremerhaven derzeit rückläufig sei – vor drei Jahren waren es laut Schiffer 6,3 Millionen Standardcontainer, derzeit sind es aktuell 5,8 Millionen –, müsse das Angebot für die Reedereien attraktiver werden.

Immerhin ist der Hafen laut Grantz ein Jobmotor für die gesamte Region. „Bremerhaven ist täglich das Ziel von 20 000 Pendlern“, sagte Grantz und betonte damit die Funktion der Seestadt als Oberzentrum. Damit sind viele kommunale Themen der Seestadt und ihrer Nachbarn eng miteinander verknüpft und sollten zum Nutzen aller wenn nötig gemeinsam angegangen werden“, sagte Weil.

Neben den maritimen Themen hatte das Treffen aber auch landseitige Fragen zu klären. Wo zum Beispiel können die Hersteller von Offshore-Anlagen ihre Geräte an Land testen? Wie können Bremerhaven und Niedersachsen dort zusammenarbeiten? „Bezüglich möglicher Standorte für Windradprototypen außerhalb der Bremerhavener Stadtgrenzen wurden eine intensive Prüfung und weitere Absprache vereinbart“, erläuterte Grantz. Das scheint dringend notwendig: „Im Bremerhavener Bereich sind derzeit die räumlichen Möglichkeiten für das Aufstellen weiterer Test-Windräder so gut wie ausgeschöpft“, sagte Schnorrenberger.

„Wir hatten gute Gespräche und gute Ergebnisse“, sagte Grantz nach dem Treffen. Er freue sich, dass man weiter „partnerschaftlich zusammenarbeiten“ könne.

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