1. Mai Zentrale Kundgebung des DGB auf dem Domshof

Bremen. „Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat“ – diese Losung stand für die Tausenden, die zum 1. Mai auf den Domshof gekommen waren, gut sichtbar am Rednerpult. Mehrfach wurde unter anderem die Wirtschafts- und Finanzkrise kritisch kommentiert.
01.05.2010, 10:14
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Zentrale Kundgebung des DGB auf dem Domshof
Von Wigbert Gerling

Bremen. „Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat“ – diese Losung stand für die Tausenden, die zum 1. Mai auf den Domshof gekommen waren, gut sichtbar am Rednerpult.

Der Domshof war gut gefüllt, als die zentrale Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gestern Mittag begann. Unter den Besuchern war auch viel politische Prominenz aus der Hansestadt, Bürgermeister Jens Böhrnsen ebenso wie SPD-Fraktionschef Björn Tschöpe, sein grüner Parlamentskollege Matthias Güldner und Finanzsenatorin Karoline Linnert, Und auch die beiden Bewerber um den sozialdemokratischen Landesvorsitz, Karin Jöns und Andreas Bovenschulte, waren zur 1. Mai-Kundgebung gekommen.

An den Ständen, die ringsum den Platz aufgebaut waren, gab es nicht nur Getränke und Snacks zur Stärkung - von Pommes bis zur asiatischen Pfanne. Angeboten wurden nebenan bei den Grünen auch Waldmeisterbrausepäckchen, und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten teilte faltbare Fußball-Weltmeisterschaftsplaner aus. Einige politische Organisationen hatten Büchertische aufgebaut und warteten auf Interessenten auch für grundlegendes Schrifttum mit Titeln wie 'Vom Faustkeil zur Fabrik' oder Lenins 'Materialismus und Empiriokritizismus'.

'Gute Bildung für alle', 'gleicher Lohn für gleiche Arbeit' - dies gehörte zu den Forderungen auf den vielen Transparenten, die von den Demonstranten hochgehalten wurden. Erste Rednerin auf der Bühne nahe Dom war die neue Bremer DGB-Vorsitzende Annette Düring. Sie beklagte, dass die Schere zwischen Armen und Reichen immer weiter auseinandergehe, was dann auch noch von politischen Attacken gegen den Sozialstaat flankiert werde. Sie kritisierte, dass viele in der Bundesrepublik erwerbstätig und gleichwohl noch auf staatliche Sozialleistungen angewiesen seien: 'Wir brauchen flächendeckend eine Mindestgrenze bei den Löhnen.'

Annette Düring kommentierte auch die Wirtschafts- und Finanzkrise. Ihre Bilanz: 'Die Zocker von gestern sind schon wieder am Spieltisch.' Sie forderte, dass gerade auch die Banken für die Fehler, die sie gemacht hätten, zur Kasse gebeten würden.

'Wer sind die Verursacher der Krise?' fragte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne, um dann noch zwei Fragen und eine Antwort anzuschließen: 'Werden sie zur Rechenschaft gezogen? Werden die Kapitalmärkte reguliert? Die klare Antwort: Nein.' Er kommentierte die aktuelle Lage in Griechenland, ein Land, das 'in die Geiselhaft der Finanzmärkte' geraten sei, wo längst mit der Aussicht auf eine Pleite der Nation spekuliert worden sei. Bei deutschen Kreditinstituten stünden die Griechen mit 32 Milliarden Euro in der Kreide - die Banken müssten 'verdonnert werden', so Ulrich Thöne, ' auf einen Teil der Forderungen zu verzichten.'

In einer Erklärung zum 1. Mai unterstützte Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) 'die Forderungen der Beschäftigten nach Arbeitsplatzgarantien, nach gerechten Löhnen und staatlicher Hilfe für die Schwächeren.'

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