Flüchtlinge in Bremen Zweite Unterkunft für Frauen

Die Sozialbehörde richtet eine zweite Flüchtlingsunterkunft für Frauen ein. „Wir haben bereits Gebäude im Blick, die derzeit geprüft werden“, erklärte Behörden-Sprecher David Lukaßen dem WESER-KURIER.
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Zweite Unterkunft für Frauen
Von Sabine Doll

Die Sozialbehörde richtet eine zweite Flüchtlingsunterkunft für traumatisierte Frauen ein. „Wir haben bereits Gebäude im Blick, die derzeit geprüft werden“, erklärte Behörden-Sprecher David Lukaßen auf Nachfrage des WESER-KURIER. Dabei könne es sich auch um eine bereits bestehende Einrichtung handeln, für deren jetzige Bewohner dann eine neue Bleibe gesucht werde. Die geplante Unterkunft soll rund 70 Frauen und deren Kindern Platz bieten.

Die Grünen-Fraktion hatte in der vergangenen Woche einen entsprechenden Antrag in die Stadtbürgerschaft gebracht. Initiiert hatte ihn Henrike Müller vom Vorstand der Grünen. „Gerade allein geflüchtete Frauen, deren Männer im Krieg getötet oder verhaftet worden sind, haben oft Grausames erlitten und sind häufig mehrfach traumatisiert“, begründete Müller den Antrag (wir berichteten). Die Unterbringung in gemischten Einrichtungen führe nicht selten zu einer Verschlimmerung der Belastung, so Müller. Hinzukomme, dass diese Frauen in gemischten Einrichtungen häufig auch sexuellen Belästigungen und Übergriffen ausgesetzt seien. Die besondere Schutzbedürftigkeit von traumatisierten Frauen und Mädchen werde in den regulären Unterkünften kaum berücksichtigt.

Laut Behördensprecher Lukaßen sollen die Pläne und der aktuelle Stand für die zusätzliche Frauenunterkunft im Dezember in der Sozialdeputation vorgestellt werden. „Zu dem Konzept gehört auch, dass die Frauen von besonders geschultem Personal betreut werden“, so Lukaßen. Es gebe auch Überlegungen, eine psychotherapeutische Sprechstunde vor Ort anzubieten. Das könnte nach Angaben des Sprechers unter anderem auch mit der Unterstützung ehrenamtlicher Psychotherapeuten umgesetzt werden. Noch stehe aber kein Träger für die Einrichtung fest. Parallel dazu plant die Behörde auch Schulungen für das Betreuungspersonal in den regulären Einrichtungen. „Die Mitarbeiter sollen sensibilisiert werden, Traumatisierungen frühzeitig zu erkennen und die Betroffenen an entsprechende Beratungsstellen weitervermitteln“, so Lukaßen.

Auf dem Gelände des Klinikum Bremen-Ost gibt es bereits eine Einrichtung ausschließlich für geflüchtete Frauen. Die 56 Plätze in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude reichen laut Lukaßen nicht aus. Im Laufe dieses Jahres sei die ehemals gemischte Unterkunft nach und nach zu einer Einrichtung für Frauen umgewidmet worden. Die Sozialbehörde gehe jedoch nicht davon aus, dass die neue Einrichtung vor Ende diesen Jahres eröffnet werden könne.

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