Nach Ausschreitungen bei Nordderby Polizei ermittelt jetzt gegen fünf beschuldigte Ultras

Nach dem Nordderby zwischen Werder und dem HSV am 19. April ermittelt die Polizei jetzt gegen fünf Beschuldigte der Bremer Ultras. Ermittler und Staatsanwaltschaft gehen von einem politisch motiverten Hintergrund aus.
12.05.2015, 14:58
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Rabba

Nach dem Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am 19. April ermittelt die Polizei jetzt gegen fünf Beschuldigte aus der Szene der Bremer Ultras. Am Dienstag hatten die Ermittler eine weitere Wohnung durchsucht und dort Beweismittel sicherstellen können.

setzte Polizeipräsident Lutz Müller eine Ermittlungsgruppe ein, die sich um die Auseinandersetzungen zwischen Bremer Hooligans und Bremer Ultras kümmern sollte. In dieser und der vergangenen Woche durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen.

Am 19. April war es nach Ende des Spiels in den Nebenstraßen des Viertels zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Bremer Hooligans und Bremer Ultras gekommen. Polizeipräsident Lutz Müller setzte eine Ermittlungsgruppe ein.

In der vergangenen Woche durchsuchten die Ermittler die Wohnungen von zwei 20 und 25 Jahre alten Bremern und zwei 22-Jährigen aus dem Umland. Am heutigen Dienstag sei dann ein weiterer Durchsuchungsbeschluss vollstreckt worden, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Bremen erlassen wurde, teilt die Polizei mit. In der Wohnung eines 19-jährigen Beschuldigten aus Bremen fanden und beschlagnahmten die Ermittler Beweismittel.

Auch "Gelbe Karte" wird geprüft

Gegen die fünf Beschuldigten, die alle den Ultras zugeordnet werden, wird wegen Gefährlicher Körperverletzung und schwerem Landfriedensbruchs ermittelt. Zudem werdem gegen die fünf ermittelten Gewalttäter weitere Schritte geprüft - wie Betretungsverbote und die Erteilung einer sogenannten "Gelben Karte" im Straßenverkehr.

Die "Gelbe Karte" kann dazu führen, dass der Betroffene als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen eingestuft wird und daher seinen Führerschein verliert oder er nicht zur Führerscheinprüfung zugelassen wird, falls er noch keine Fahrerlaubnis besitzt.

Die Ermittler fanden im Bereich einer Gaststätte außerdem Plakate mit der Aufschrift "Vorsicht Nazihools" und auf Internetseiten offensichtlich durch die rechte Szene veröffentlichte Ultras. Daher gehen Staatsanwaltschaft und Polizei Bremen nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen von einem politisch motivierten Hintergrund der Auseinandersetzungen aus.

Die Arbeit der Ermittlungsgruppe hierzu dauert an. Zeugenhinweise nimmt weiterhin der Kriminaldauerdienst unter Telefon 0421-362-3888 entgegen.

Die Polizei Bremen betont, dass sie sich weiter an dem Dialog mit friedlichen Fans, Vertretern der Fanarbeit und Werder Bremen beteiligen wird. "Gegen die wenigen Gewaltbereiten, die sich im Umfeld des Vereins und der Fanclubs bewegen, wird aber konsequent mit polizeilichen Maßnahmen vorgegangen", heißt es in der Mitteilung weiter.

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