Mehr als 670 Einsätze in Bremen

Polizei nach erster Bilanz zufrieden mit Silvesternacht

Die Menschen in Bremen haben meist friedlich ins neue Jahr gefeiert. Polizei und Feuerwehr hatten zwar alle Hände voll zu tun, sind aber nach vorläufiger Bilanz zufrieden: "Für eine Silvesternacht normal."
01.01.2017, 08:38
Lesedauer: 3 Min
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Polizei nach erster Bilanz zufrieden mit Silvesternacht

In der Nacht hat die Polizei ein Haus am Anfang der Kornstraße gestürmt. Im Dachgeschoss stellten die Beamten mehrere Verdächtige, die an einer Schlägerei bei einer Party in der Gastfeldstraße beteiligt gewesen sein sollen. Da bei der Auseinandersetzung auch Flaschen und Messer zum Einsatz gekommen waren, wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Serena Bilanceri

Die Menschen in Bremen haben meist friedlich ins neue Jahr gefeiert. Polizei und Feuerwehr hatten zwar alle Hände voll zu tun, sind aber nach vorläufiger Bilanz zufrieden: "Für eine Silvesternacht normal."

"Ich sage es mal so: Wir hatten alles, was man an Silvester so haben kann", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. "Von Schlägereien bis zu kleineren Feuern - wie an einem sehr, sehr hektischen Wochenende, aber nicht so, dass wir es nicht halten konnten." 406 Einsätze in 24 Stunden: "Die Kollegen hatten gut zu tun." Aber weniger als im Vorjahr: In der Nacht von 2015 auf 2016 seien 30 Einsätze mehr gefahren worden. "Wir sind insgesamt zufrieden“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Sielwall-Kreuzung war auch zu diesem Jahreswechsel einer der Hotspots für die Polizei. So wurden die Einsatzkräfte laut eigenen Aussagen aus der feiernden Masse zeitweise mit Flaschen und Böllern beworfen. Zudem mussten die Beamten in der Neustadt und in Bremen-Nord zwei größere Schlägereien schlichten.

Außerdem wurde am Samstagabend ein vierjähriges Mädchen in der Obernstraße mit einem Böller beworfen, der direkt neben ihr explodierte. Der Vater hielt daraufhin den Werfer solange fest, bis ein Streifenwagen eintraf. Das Kind erlitt einen leichten Schock und wurde in einem zufällig vorbeifahrenden Rettungswagen behandelt. Sowohl den Vater als auch den Polizisten gingen der junge Mann und seine Begleiter aggressiv an, woraufhin die Gruppe in Gewahrsam genommen wurde.

Sexuelle Übergriffe, wie im vergangenen Jahr in Köln und Hamburg, wurden bis zum frühen Nachmittag am Sonntag noch nicht bei der Polizei Bremen gemeldet. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass in den nächsten Tagen Anzeigen eingehen könnten.

Darüber hinaus zogen die Beamten 157 verbotenen Böller und Raketen aus dem Verkehr. Mit einem dieser nicht zugelassen Feuerwerkskörper hatte sich um 3 Uhr ein Mann in Osterholz Haut und Fleisch von der eigenen Hand gesprengt.

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50 Platzverweise am Hauptbahnhof

Die für den Hauptbahnhof zuständige Bundespolizei spricht nach einer ersten Bilanz von einer „verhältnismäßig ruhigen“ Nacht. Vor dem Bahnhof haben demnach rund 400 Personen gefeiert, gegen rund 50 Menschen wurden Platzverweise ausgesprochen. Darüber hinaus listet die Bundespolizei zwölf Zwischenfälle gesondert auf: Unter anderem gefährliche Körperverletzungen durch Böller und Raketen, einen betrunkenen Exhibitionisten, Beleidigungen von Polizisten und aggressives Verhalten. Zudem wurde einem 26-Jährigen ein Küchen- und ein Taschenmesser sowie eine Hantelstange abgenommen, mit denen er offen durch den Bahnhof gelaufen war. Auch rund um den Bahnhof habe es nach bisherigen Erkenntnissen keine Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben, teilte die Bundespolizei mit. Die Auswertung des Einsatzes dauere aber auch hier weiter an.

Auch die Feuerwehr sprach von einer durchschnittlichen Nacht: 58 Feuer mussten gelöscht werden, 221 Mal mussten Rettungswagen ausrücken. "Das sind natürlich überdurchschnittlich viele Einsätze - für eine Silvesternacht ist das aber relativ normal." Glücklicherweise handelte es sich bei den Löscheinsätzen in der Summe um kleinere Zwischenfälle. Nur im Floraweg in Horn mussten rund 30 Feuerwehrleute zu einem größeren Einsatz ausrücken: Dort stand ein Dachstuhl in Flammen, der um kurz vor 2 Uhr gelöscht war. Bei diesem Einsatz wurde niemand verletzt.

Verhältnismäßig ruhige Nacht in Niedersachsen

Laut Polizeiangaben verlief die Silvesternacht in Niedersachsen ohne größere Zwischenfällen, wie die Polizeidienststellen im Land berichteten.

In Hannover hieß es aber auch, bei der Böllerei auf dem zentralen Platz Kröpcke hätten einige Feiernde ihre Raketen rücksichtslos auf Passanten abgeschossen, nach Augenzeugenberichten zum Teil sogar mit Absicht. Die Polizei griff ein und brachte die Lage schnell unter Kontrolle, Verletzte gab es keine.

Auch in Oldenburg verlief die Nacht etwas unruhiger, nennenswerte Vorkommnisse habe es jedoch auch hier nicht gegeben, so die Sprecher der Leitstellen. In Lüneburg sprach eine Polizeisprecherin dagegen von einer "erstaunlich ruhigen Nacht".

Im Bereich Salzgitter hat laut Angaben der Polizeidirektion Braunschweig eine verirrte Silvesterrakete einen Brand in einem Dachstuhl ausgelöst und so einen Sachschaden von rund 200.000 Euro verursacht. In Göttingen hatte die Polizei kurz nach Mitternacht mit einer größeren Schlägerei viel zu tun, Schwerverletzte gab es aber auch dort nicht. (jör/dpa)

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