Politik lobt Erfolg gegen Drogendealer Polizei setzt auf Doppelstrategie

Bremen. Nicht nur, dass es am Donnerstagnachmittag in der Innendeputation viel Lob gab für die Polizei, sie kam auch noch aus allen politischen Richtungen. „Was richtig Gutes hinbekommen“ habe die Polizei mit ihrem Schlag gegen die Hintermänner des Straßenverkaufs von Drogen, sagte Sükrü Senkal, innenpolitischer Sprecher der SPD.
21.10.2016, 00:00
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Polizei setzt auf Doppelstrategie
Von Ralf Michel

Bremen. Nicht nur, dass es am Donnerstagnachmittag in der Innendeputation viel Lob gab für die Polizei, sie kam auch noch aus allen politischen Richtungen. „Was richtig Gutes hinbekommen“ habe die Polizei mit ihrem Schlag gegen die Hintermänner des Straßenverkaufs von Drogen, sagte Sükrü Senkal, innenpolitischer Sprecher der SPD. Sein FDP-Pendant Peter Zenner sprach von einem „schönen Erfolg“, und auch Horst Wesemann, der für die Linke in der Innendeputation sitzt, gratulierte zum Erfolg. Besonders freue ihn der Versuch der Polizei, mit den Kleindealern auf der Straße ins Gespräch zu kommen, um diese meist sehr jungen Menschen aus der Drogenszene herauszubekommen.

Wilhelm Hinners (CDU) und Mustafa Öztürk (Grüne) richteten den Blick aber auch in die Zukunft. Ob weitere Maßnahmen geplant seien, um die Strukturen der Drogenhändler dauerhaft zu unterbinden, erkundigte sich Öztürk. Denn die Abhängigen werde es ja weiter geben, ergänzte Hinners. Ohnehin bestünde die Gefahr, dass schnell ein neues System aufgebaut würde, eventuell auch von außerhalb Bremens.

Was Polizeipräsident Lutz Müller nicht in Abrede stellte. Der jetzt zerschlagene Händlerring habe sich überwiegend aus Westafrikanern rekrutiert. Schon nächste Woche könne eine ganz andere Gruppe auftauchen, die das entstandene Vakuum wieder auffülle. „Und die Straftäter sind kreativ. Auch sie entwickeln Gegenstrategien und andere Geschäftsmodelle.“

Aber die Polizei habe jetzt zumindest ein Zeichen gesetzt. Dies wirke sich zwar noch nicht unmittelbar im Straßenbild aus – „wir gehen davon aus, dass es noch Stoff in den Drogenbunkern gibt“ –, aber es gebe deutliche Zeichen der Verunsicherung in der Szene. „Die wollen wir für weitere Maßnahmen nutzen“, kündigte Müller an und verwies auf eine eigens hierfür eingesetzte „Taskforce Straßendeal“ der Polizei.

Zugleich verfolge die Polizei aber auch die Strategie, den jungen Kleindealern Brücken zum Ausstieg aus ihrem kriminellen Gewerbe zu bauen. „Wir hoffen, dass es hierzu Möglichkeiten gibt, wenn die Patriarchen der Szene weg sind.“

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