Künstliche DNA: Bürger und Beamte tauschen Erfahrungen aus Polizei sieht positive Tendenz

Blumenthal. Beim Schutz ihres Hab und Guts mit künstlicher DNA (KDNA) sind die Bürger in Blumenthal besonders eifrig. Seit die Polizei ihr zunächst auf Schulen und besonders gefährdete Objekte begrenztes Pilotprojekt der Diebstahlsicherung mit KDNA 2011 auf Privathaushalte ausgedehnt hat, haben sich hier rund 60 Anwohner-Initiativen gegründet.
31.01.2014, 00:00
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Von Gabriela Keller

Beim Schutz ihres Hab und Guts mit künstlicher DNA (KDNA) sind die Bürger in Blumenthal besonders eifrig. Seit die Polizei ihr zunächst auf Schulen und besonders gefährdete Objekte begrenztes Pilotprojekt der Diebstahlsicherung mit KDNA 2011 auf Privathaushalte ausgedehnt hat, haben sich hier rund 60 Anwohner-Initiativen gegründet. Damit sind die Blumenthaler Spitzenreiter: Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 180 Anwohner-Initiativen, davon 130 in Bremen-Nord.

Im Polizeirevier am Schillerplatz tauschten Vertreter mehrerer Initiativen aus Blumenthal jetzt mit den Ordnungshütern vor Ort ihre Erfahrungen aus. Was die Bürger brennend interessierte: Wie sieht die Bilanz der Polizei nach drei Projektjahren in Zahlen aus? Hat der Einsatz von KDNA dazu geführt, dass weniger eingebrochen wird?

Wissenschaftlich gesicherte Zahlen liegen der Polizei nicht vor. „Es gibt nur statistische Zahlen“, erfuhren die Bürger. „Wir haben in Bremen-Nord bei Einbruchsdelikten einen Rückgang von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, nannte der Blumenthaler Revierleiter Uwe Kröger Zahlen. Das liege nicht allein am Einsatz der künstlichen DNA. „Aber KDNA unterstützt die Präventionsarbeit sehr gut.“

In Straßenzügen, wo große Schilder auf den DNA-Schutz hinweisen, registriert die Polizei einen Rückgang der Einbruchzahlen. „Wir haben in geschützten Gebieten in Bremen-Nord 50 Prozent weniger Einbrüche“, so der Blumenthaler Kontaktbeamte Andreas Böhme. Ob das allein dem DNA-Einsatz zu verdanken sei, lasse sich aber nicht mit Sicherheit sagen. Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit, dass in einer nicht geschützten Straße eingebrochen wird, sei zehn Mal höher als in einer geschützten Straße.

Täter abzuschrecken sei das vorrangige Ziel des Projektes, betonte Revierleiter Kröger. Das klappt nicht immer, die Erfahrungen machten Vertreter der Anwohner-Initiativen auch. „In unserer Straße ist trotz DNA-Schutzes in mehreren Häusern eingebrochen worden. So sehr schreckt es nicht ab“, berichtete eine Frau. Wunder dürften Bürger von der KDNA nicht erwarten, stellte der Präventionsbeauftragte der Polizeiinspektion Bremen-Nord klar. „Es ist ein Baustein zum Einbruchschutz, neben anderen“, so Gundmar Köster. Einen Erfolg hat das Projekt aus der Sicht der Polizei auf jeden Fall: Die Wachsamkeit unter Nachbarn sei gestärkt worden. „Das ist ein wichtiger Teil der Prävention“, meint Revierleiter Kröger.

Um Dieben das Leben schwer zu machen, verlässt sich die Polizei nicht allein auf künstliche DNA. Von November bis Ende März, wenn Langfinger besonders umtriebig sind, ist die Schutzpolizei in ganz Bremen verstärkt auf der Straße präsent. „In Blumenthal fahren zwei Kollegen von 17 bis 21 Uhr Spätstreife und kontrollieren verdächtige Personen.“ Ein Anwohner konnte das bestätigten: „Bei uns in der Straße sehen wir derzeit öfter den Streifenwagen. Das ist sehr gut.“

Blumenthaler Bürger und Polizei wollen ihren Erfahrungsaustausch fortsetzen. Auch die Frage, wie oft die Polizei bei der Überprüfung von Diebesgut auf die Datenbank des DNA-Anbieters Selecta zugegriffen hat, versprach Revierleiter Kröger zu klären. Aus den Reihen der Bürger kam außerdem der Wunsch nach weiteren verbilligten DNA-Sets. „Wir versuchen Sponsoren zu finden“, hieß es dazu vonseiten der Polizei.

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