Ermittlungen nach Baustellen-Überfall

Polizei sucht nach Messerstecher

Bremen. Nachdem vier Bauarbeiter in der Neustadt beim Angriff einer 30-köpfigen Gruppe verletzt wurden, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Identität eines mutmaßlichen Messerstechers ist immer noch ungeklärt.
10.08.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Polizei sucht nach Messerstecher
Von Matthias Lüdecke
Polizei sucht nach Messerstecher

Die Polizei sucht nach Spuren nach einer Messerstecherei auf einer Baustelle in der Neustadt.

Volland

Bremen. Nachdem vier Bauarbeiter in der Neustadt beim Angriff einer 30-köpfigen Gruppe verletzt wurden, laufen die Ermittlungen jetzt auf Hochtouren. Das Gelände wurde erneut durchsucht, und die Polizei befragte weitere Zeugen. Die Identität eines mutmaßlichen Messerstechers ist jedoch immer noch ungeklärt. Auf der Baustelle ruht derweil die Arbeit.

Am Tag danach ruht die Baustelle. Nachdem am Donnerstag eine Gruppe von 30 Personen in der Neustadt Bauarbeiter angegriffen hatte, waren gestern nur wenige auf der Baustelle an der Kreuzung Hohentorsheerstraße und Woltmershauser Allee beschäftigt. Und das auch nicht, um die Arbeiten fortzusetzen, sondern um die Maschinen abzubauen, wie einer von ihnen, Manfred Schmidt, erklärt. Er habe gehört, es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, um Vandalismus zu verhindern.

Bei der Polizei heißt es, sie habe keinerlei Einfluss auf diese Entscheidung genommen.Und in der Tat waren es die Bauunternehmen, die sich dazu entschlossen, die Baustelle erst einmal ruhen zu lassen. Bis Ende nächster Woche sollten die Arbeiten ausgesetzt werden, heißt es in einer Stellungnahme der beteiligten Unternehmen. Darin zeigen sich die Firmen auch geschockt von dem Angriff. Man wolle nun das Gespräch mit der Polizei suchen und erörtern, wie man die Mitarbeiter schützen könne.

Streifenwagen patrouillieren

Bauunternehmen und Polizei wollen jetzt gemeinsam klären, wie man die Situation vor Ort so gestalten kann, dass es nicht zu einer erneuten Auseinandersetzung kommt. Polizeisprecherin Kirsten Dambek erklärte, zunächst sollten häufiger Streifenwagen an dem entsprechenden Gebiet vorbeifahren.

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Bei der Polizei laufen die Ermittlungen derweil auf Hochtouren. Auch gestern befragten die Beamten einer inzwischen eingerichteten Ermittlungsgruppe weiter Zeugen der Ereignisse vom Vortag. Die Baustelle selbst und ein angrenzender Park wurden erneut nach dem Messer durchsucht. Noch liegen keine Informationen darüber vor, ob die Beamten fündig geworden sind. Auch gibt es noch keinen Hauptverdächtigen. Die Polizei versucht immer noch, das Geschehen so zu rekonstruieren, dass sie die Person identifizieren kann, die einen der Bauarbeiter mit einem Messer angriff. Der Mann erlitt eine 15 Zentimeter lange Stichverletzung am Rücken, lebensgefährlich war diese aber nicht. Inzwischen bestätigte die Polizei, dass ein Teil derjenigen Männer, deren Personalien sie tags zuvor festgestellt hatte, einen kurdisch-libanesischen Migrationshintergrund hat; Personen aus dem erweiterten Kreis eines polizeibekannten Familienclans waren auch darunter (siehe Interview unten).

Die CDU forderte gestern einen Sonderbericht zu den Vorfällen für die Deputationssitzung am kommenden Mittwoch. "Die zunehmende Gewaltbereitschaft bereitet uns große Sorge", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion , Wilhelm Hinners. "Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass inzwischen kleinste Anlässe zu Gewaltexzessen führen können." Von der Justiz erwarte er, dass sie die Täter konsequent zur Rechenschaft ziehe.

Auch Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) äußerte sich gestern zu dem Vorfall – und kündigte an, Polizeipräsident Lutz Müller werde der Deputation den aktuellen Ermittlungsstand vortragen. Zu der Tat selbst sagte Mäurer: "Der Vorfall ist in höchstem Maße ungewöhnlich und befremdlich." Derartige gewalttätige Vorfälle würden in Bremen nicht geduldet.

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