Seemannsmission plant Feiern für die Menschen an Bord / Helfer verteilen weltweit 30 000 Weihnachtspäckchen an Seeleute Posaunenchöre ziehen an Heiligabend durch die Häfen

Bremen. Weihnachtlicher Endspurt in den Häfen: Bis Heiligabend beschert die Deutsche Seemannsmission an ihren 15 Inlands- und 15 Auslandsstationen Seeleute aus aller Welt. Die Haupt- und Ehrenamtlichen bringen nach Angaben von Generalsekretärin Heike Proske mehr als 30 000 meist spendenfinanzierte Weihnachtspäckchen an Bord.
23.12.2014, 00:00
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Von Dieter Sell

Weihnachtlicher Endspurt in den Häfen: Bis Heiligabend beschert die Deutsche Seemannsmission an ihren 15 Inlands- und 15 Auslandsstationen Seeleute aus aller Welt. Die Haupt- und Ehrenamtlichen bringen nach Angaben von Generalsekretärin Heike Proske mehr als 30 000 meist spendenfinanzierte Weihnachtspäckchen an Bord. Viele Seeleute müssten das Fest fern von Heimat und Familie verbringen, sagte die evangelische Theologin gestern in Bremen. „Bordbesuche und Geschenke zeigen ihnen, dass es an Land Menschen gibt, die an sie denken.“

Die Schifffahrtsbranche steckt seit Jahren in der Krise. Vielerorts dümpeln Frachter ohne Aufträge als „Auflieger“ in den Häfen. In schwieriger Zeit müssen Seeleute teils Lohnkürzungen hinnehmen, teils mit ausgedünnter Besatzung fertig werden. Dazu kommen belastende Arbeitsbedingungen, wie Proske beschreibt: „Rund um die Uhr in Schichteinsatz, Wind und Wetter und den ständigen Zeitverschiebungen ausgesetzt, mit Menschen zusammen, die nur selten meine Muttersprache sprechen, geschweige denn eine Ahnung von dem haben, wie in meinem kulturellen Zuhause Weihnachten gefeiert wird.“

„Viele Seeleute ziehen sich in ihrer begrenzten Privatzeit in ihre Kabine und in sich selbst zurück“, berichtete Heike Proske. Über Geschenke wie Süßigkeiten, aber auch nützliche Dinge wie Mützen, Handschuhe, Taschenlampen, Rucksäcke, Schals oder Telefonkarten für Weihnachtsanrufe in die Heimat freuten sich die Crewmitglieder deshalb besonders.

Die Generalsekretärin der Seemannsmission verweist darauf, dass die meisten Waren im internationalen Handel über die Meere transportiert werden. „Das trifft 90 Prozent. Unser Fest wäre massiv eingeschränkt, wenn Seeleute nicht rund um die Uhr für unsere Geschenke sorgen würden.“

In vielen Stationen der Seemannsmission auch an der Nordseeküste zwischen Emden und Brunsbüttel sind zu Weihnachten Feiern und besondere Gottesdienste geplant – gegen Einsamkeit und „Festtagskoller“. In Bremen und Bremerhaven ziehen an Heiligabend Posaunenchöre durch die Häfen. „Wir bieten den Seeleuten ein offenes Ohr und ein Zuhause in der Ferne“, betonte der Cuxhavener Seemannsdiakon Martin Struwe.

Proske ergänzte, das beeinflusse auch das Arbeitsklima: „Seeleute, die sich, gestärkt vom Bordbesuch, wohlfühlten, sind weniger anfällig für Unfälle. Das erhöht die Sicherheit, wenn das Schiff anlegt, be- oder entladen wird oder unterwegs auf den Meeren dieser Welt ist.“

Bei der Deutschen Seemannsmission mit Hauptsitz in Bremen engagieren sich eigenen Angaben zufolge weltweit mehr als 800 Haupt- und Ehrenamtliche für Menschen an Bord und in den Häfen.

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