Verwirrung um Radweg-Hinweise

Schilder-Posse in der Waller Feldmark

Der Umweltbetrieb wollte Radfahrern die Orientierung durch Wegweiser erleichtern. Der Plan scheiterte vorerst am Amt für Straßen und Verkehr.
08.07.2020, 05:00
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Schilder-Posse in der Waller Feldmark
Von Nina Willborn
Schilder-Posse in der Waller Feldmark

Die Waller Feldmark mit ihrem See soll zum Naherholungspark Bremer Westen werden.

Karsten Klama

Wegweiser in der für Ortsfremde etwas unübersichtlichen Waller Feldmark sind sinnvoll. Daran besteht auch im Ressort von Stadtentwicklungssenatorin Maike Schaefer (Grüne) kein Zweifel. Abgebaut wurden erst im März auf Geheiß der Behörde aufgestellte Schilder kürzlich trotzdem, wie sie in der Fragestunde der Bürgerschaft auf eine Berichtsbitte der SPD berichtete. Der Grund ist einigermaßen kurios, Schaefer selbst ist die ganze Sache etwas peinlich, wie sie zugab.

Die Hinweise vor allem für Radfahrer auf der rund 1,2 Kilometer langen Ost-West-Verbindung zwischen Bürgerpark und Waller Straße, die überwiegend aus Wegen in den Kleingärten besteht, hatte der Umweltbetrieb (UBB) dort aufstellen lassen. Eigentlich für Straßenschilder zuständig ist das Amt für Straßen und Verkehr (ASV), das wie UBB zu Schaefers Ressort gehört. Den Wunsch des Ressorts, die Strecke ins offizielle städtische Wegweisersystem aufzunehmen, lehnte das ASV laut der Senatorin ab: Die Route sei keine Hauptroute und erfülle vor allem hinsichtlich der Wegequalität nicht die notwendigen Standards.

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Um Radler auf der Suche nach Kaisenhaus und Feldmarksee nicht unnötig umherirren zu lassen, machte sich also der UBB ans Werk – bis das ASV wieder auf den Plan trat. Das Amt monierte: Die Schilder seien schnellstens zu entfernen. Denn: Sie ähnelten in Design und Größe zu sehr den offiziellen und würden darum Radfahrer verwirren, die sich statt auf holprigen Feldwegen auf vom ASV genehmigten und ausgeschilderten Straßen wähnen könnten. „Man könnte von einem Schildbürgerstreich sprechen“, sagte Schaefer, „oder besser von einem Schilderbürger­streich.“ Bis Oktober soll eine Lösung her: Entweder unverwechselbare Schilder oder die Aufnahme der Route ins offizielle System – und ein Verfahren zwischen ASV und UBB, das künftige Possen verhindert.

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