Immobilienpreise im Bremer Nordosten Preisauftrieb hält an

Wohnungseigentum ist im Bremer Nordosten erneut teurer geworden, wie aus dem neu erschienenen Grundstücksmarktbericht hervorgeht.
07.06.2018, 06:04
Lesedauer: 3 Min
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Preisauftrieb hält an
Von Detlev Scheil

Es war schon immer etwas teurer, im Bremer Nordosten zu wohnen. Das gilt auch weiterhin. Der Trend der steigenden Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Eigentumswohnungen hält in Horn-Lehe, Oberneuland, Borgfeld und Schwachhausen überwiegend an. Obgleich augenscheinlich aktuell viele weitere Neubauten entstehen, kann die Nachfrage offensichtlich bei Weitem nicht befriedigt werden.

Insgesamt sind überraschenderweise in Bremen im vergangenen Jahr sowohl die Anzahl verkaufter Immobilien als auch der Geldumsatz leicht zurückgegangen. Das besagt der kürzlich veröffentlichte, über 70 Seiten starke Grundstücksmarktbericht 2018. Die Fallzahlen sind mit 6604 registrierten Kaufvertragsabschlüssen gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent gesunken. "Das liegt aber offenkundig nicht an der Nachfrageseite, sondern daran, dass zu wenig Objekte auf den Markt kommen", sagt Ernst Dautert, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte und stellvertretender Leiter der Behörde Geoinformation.

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Waren die Preise für Eigenheime in der Hansestadt in den Vorjahren vorwiegend in den guten und sehr guten Lagen deutlich gestiegen, haben die einfachen und mittleren Lagen in den vergangenen zwei Jahren merklich aufgeholt. Auch wenn das absolute Preisniveau in durchschnittlichen Lagen deutlich niedriger ist als etwa in Schwachhausen, im Viertel oder in Findorff, waren die prozentualen Preissteigerungen dort nach langer Stagnation erheblich. Grund dafür ist die lebhafte Nachfrage, vor allem beflügelt durch die niedrigen Zinsen und ein durch die Preissteigerungen notwendiges „Ausweichen“ auf preiswertere Objekte und Lagen.

Reihenhaus für 218 000 Euro

Bremenweit lag der Durchschnittspreis verkaufter Objekte aus dem Altbestand im vergangenen Jahr für Reihenhäuser bei 218 000 Euro (sieben Prozent mehr als im Vorjahr), für Doppelhaushälften bei 238 000 Euro (zwölf Prozent Verteuerung) und für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser bei 305 000 Euro (18 Prozent mehr). Der durchschnittliche Kaufpreis für gebrauchte Eigentumswohnungen stieg gleich um rund 16 Prozent – ein Zeichen für die besonders hohe Nachfrage in diesem Segment. "Sowohl in bevorzugten Lagen als auch in normalen Lagen gab es diesen Preisaufschlag", berichtet Dautert. "In beiden Kategorien sind jetzt neue Rekordstände in Bremen erreicht."

Der Marktbericht gibt die Entwicklung in den bevorzugten Wohnlagen sehr differenziert wieder. Der Verkaufsschwerpunkt bei den nagelneuen Eigentumswohnungen 2017 lag eindeutig in der Überseestadt: Dort wurden 56 Wohnungen zum durchschnittlichen Preis von 286 000 Euro für 70 Quadratmeter verkauft, macht 4055 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr 4010). 23 Neubauwohnungen wechselten in Schwachhausen den Besitzer, und zwar im Mittel für 403 000 Euro für 89 Quadratmeter. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von 4415 Euro (Vorjahr 4550). In Horn-Lehe wurden elf Käufe zum durchschnittlichen Preis von 291 000 Euro für 76 Quadratmeter registriert. In Oberneuland gab es keine Verkäufe von neugebauten Wohnungen.

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Bei den gebrauchten Wohnungen beträgt der mittlere Preis in Schwachhausen 203 000 Euro für 81 Quadratmeter – macht 2490 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr 2070). Die meisten verkauften Wohnungen stammten aus der Baujahrsgruppe 1961 bis 1980 und hatten einen Quadratmeterpreis von 2285 Euro (Vorjahr 1930). Horn-Lehe bleibt der preisliche Spitzenreiter bei gebrauchten Wohnungen: 39 Einheiten wurden durchschnittlich zum Preis von 2495 Euro (Vorjahr 2215) pro Quadratmeter veräußert. Für eine knapp 88 Quadratmeter große Wohnung wurden somit 231 000 Euro berappt.

Für neu gebaute Reihenhäuser in den bevorzugten Wohnlagen Bremens, wie sie auch im Wohn- und Büropark Oberneuland entstanden sind, waren im Durchschnitt 443 000 Euro zu zahlen, das sind 3550 Euro pro Quadratmeter. In normalen Stadtlagen wurden im Mittel 279 000 Euro fällig, das entspricht 2125 Euro pro Quadratmeter.

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Das Preisniveau bei den neu gebauten Doppelhaushälften ist ähnlich wie bei den Reihenhäusern. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in bevorzugten Stadtteilen wie Oberneuland oder Horn-Lehe lag bei 3175 Euro (Vorjahr 2800), der Hauspreis dann bei 373 000 Euro. Neubauten von frei stehenden Einfamilienhäusern sind deutlich teurer. 396 000 Euro wurden in den Stadtlagen Süd, West, Ost und Nord im Durchschnitt für ein solches Eigenheim gezahlt. In bevorzugten Wohnlagen wie Schwachhausen oder Oberneuland waren es sogar 892 000 Euro.

Bei den gebrauchten Reihenhäusern ist der höchste Preis pro Quadratmeter Wohnfläche mit 2715 Euro in Schwachhausen fällig, gefolgt von der Östlichen Vorstadt (2655), Findorff (2415), Horn-Lehe (2130) und der Alten Neustadt (1855). Im Vergleich dazu lag der mittlere Preis im Bremer Südosten mit Osterholz, Hermelingen und der Vahr bei 193 000 Euro oder 1670 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr 180 000 und 1560 Euro).

Weitere Informationen

Der Grundstücksmarktbericht 2018 kostet 50 Euro und ist im Service-Center Bau, Contrescarpe 72 (Siemens-Hochhaus), erhältlich oder kann per E-Mail an geodatenservice@geo.bremen.de bestellt werden.

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