Kommentar über die Notaufnahme

Projekt für Patienten

Das Online-Meldesystem „Ivena“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Vernetzung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten die Versorgung verbessern kann, schreibt Sabine Doll.
30.03.2017, 20:43
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Projekt für Patienten
Von Sabine Doll
Projekt für Patienten

Mit Hilfe des Online-Meldesystems „Ivena“, können Notfallpatienten schneller ins passende Krankenhaus gebracht werden.

dpa

Das Online-Meldesystem „Ivena“ ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Vernetzung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten die Versorgung verbessern kann, schreibt Sabine Doll.

Es ist selten, dass ein Projekt, das von der Politik angestoßen wird, von allen Betroffenen als durchweg positiv und gewinnbringend aufgenommen wird. Und an dessen Sinn es – so zeigen es zumindest die Erfahrungen aus anderen Bundesländern – wenig bis gar nichts zu bezweifeln gibt.

„Ivena“ ist solch ein exotisches Beispiel. „Ivena“ ist ein Online-Meldesystem, mit dessen Hilfe Notfallpatienten schneller ins passende Krankenhaus gebracht werden können. Die Kliniken geben ihre freien Kapazitäten oder Versorgungspässe an, die Rettungsdienste sehen auf einen Blick, wo der Herzinfarkt oder Schlaganfallpatient umgehend behandelt werden kann.

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Die Notaufnahmen der Krankenhäuser platzen an manchen Tagen aus allen Nähten, immer mehr Patienten müssen dort versorgt werden. Das ist nicht nur in Bremen so. Vor allem zwei Ursachen hat diese Entwicklung: Es gibt mehr ältere Patienten mit Erkrankungen, die zu Notfällen führen können. Und es gibt mehr Menschen, die in die Notaufnahme kommen, obwohl sie eigentlich besser beim Bereitschaftsdienst oder dem Hausarzt aufgehoben wären – weil sie keine Notfälle sind.

Rettungsdienste und Kliniken haben zunehmend Probleme mit freien Kapazitäten. Es kann lebensgefährliche Folgen haben, wenn Retter von einem zum anderen Krankenhaus fahren müssen oder vorher zeitraubend freie Notaufnahmeplätze abfragen müssen.

Viele Patienten kommen aus dem Umland

In Bremen kommt noch eine Besonderheit dazu, wie in anderen Stadtstaaten: Ein großer Teil der Patienten in den Bremer Krankenhäusern kommt aus dem niedersächsischen Umland. Weil die Häuser auf die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder spezialisiert sind, wie etwa beim Herzinfarkt oder bei Schlaganfällen. Oder auch, weil Kliniken im Umland Abteilungen geschlossen haben, etwa die Geburtshilfe. Diese Gemengelage verschärft die Situation in Bremen zusätzlich.

Deshalb ist das Online-Meldesystem „Ivena“ ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Vernetzung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten die Versorgung verbessern kann. Denn Priorität hat vor allem, dass diejenigen, für die jede Minute zählt, schnell versorgt werden: Das sind die Patienten.

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