Großer Erfolg für den Gröpelinger Verein 'Kultur vor Ort'

Projekt 'Palast der Vorstadt' wird gefördert

Gröpelingen. Großer Erfolg für den Verein 'Kultur vor Ort': Die Gröpelinger Einrichtung hat im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung den Zuschlag für die Förderung des Projekts 'Palast der Vorstadt' erhalten. Von 842 bundesweit eingereichten Projekten wurden 40 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Förderung ausgewählt.
14.02.2010, 08:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Marion Schwake

Gröpelingen. Großer Erfolg für den Verein 'Kultur vor Ort': Die Gröpelinger Einrichtung hat im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung den Zuschlag für die Förderung des Projekts 'Palast der Vorstadt' erhalten. Von 842 bundesweit eingereichten Projekten wurden 40 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Förderung ausgewählt.

'Ich gratuliere Kultur vor Ort sehr herzlich zu diesem großartigen Erfolg', sagt Bürgermeister Jens Böhrnsen. 'Die Einrichtung leistet mit ihrer Arbeit einen aktiven Beitrag gegen die soziale Spaltung unserer Gesellschaft. Die Angebote kultureller Bildung sind gerade beim Kampf gegen Armut und Ausgrenzung von entscheidender Bedeutung', so Böhrnsen weiter.

Christiane Gartner, Geschäftsführerin von Kultur vor Ort, freut sich über die Förderung: 'Wir bauen für Gröpelingen Stück für Stück eine hochklassige Struktur kultureller Bildung auf. In unseren Ateliers und Kunstprojekten erleben junge Leute, über welche großartigen Fähigkeiten sie verfügen und dass sie Problemen nicht aus dem Weg gehen müssen. Das ist für uns ein sehr wichtiger Ansatz im Kampf gegen Armut.'

Bürgermeister Böhrnsen ergänzt: 'Wir wollen möglichst vielen Menschen den Zugang zur Kultur ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist Kultur vor Ort mit seinen Angeboten vorbildlich.'

'In Gröpelingen sind die Kinder und Jugendlichen der Schlüssel zur langfristigen Veränderung', meint Christiane Gartner. 'Heute lebt jeder zweite junge Gröpelinger unter 18 Jahren von Arbeitslosengeld-II-Bezügen (HartzIV). Wir können dieses strukturelle Handicap nur bekämpfen, wenn wir den Kindern ermöglichen, sich Kultur und Bildung als Ressource zur Veränderung der eigenen Situation anzueignen.'

Junge Leute entwickeln ihre eigene Sichtweise

Im Kunstprojekt 'Palast der Vorstadt', das mit 40000 Euro vom Bund gefördert wird, setzen sich junge Menschen aus Gröpelingen mit Armut und sozialer Ausgrenzung im Stadtteil auseinander und entwickeln ihre eigene Sichtweise auf die soziale Ungleichheit. Gemeinsam mit verschiedenen Künstlern entstehen verschiedene Arbeiten und Objekte, die Anfang Juni im 'Palast der Vorstadt' präsentiert werden. Der Palast wird für einige Tage in Schwachhausen stehen, wo Gleichaltrige aus anderen Stadtteilen eingeladen sind, sich die Arbeiten anzuschauen und mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Am Projekt beteiligen sich die Gesamtschule West und die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule.

2010 ist das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung, die Schirmherrschaft für Deutschland hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, inne. In Deutschland organisiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die von der EU-Kommission initiierte Kampagne. Zentrales Ziel des EJ 2010, das in Deutschland unter dem Motto 'Mit neuem Mut' steht, ist es, das Bewusstsein für Armut und soziale Ausgrenzung sowie die gesellschaftliche Verantwortung zu schärfen, und allen den Rücken zu stärken, die die Probleme im Alltag aktiv angehen. Hintergrund ist die zunehmende Armut im europäischen Raum, von der vornehmlich Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund betroffen sind.

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