Anwohner kämpfen für Pflasterung Protest gegen Behördenbeschluss

Bremen. Aufgeben ist nicht! Eigentlich ging es gar nicht um sie, denn für das Bauressort scheint die Causa Ritterstraße abgeschlossen. Es gibt kein Pflaster und fertig.
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Von Liane Janz

Bremen. Aufgeben ist nicht! Eigentlich ging es gar nicht um sie, denn für das Bauressort scheint die Causa Ritterstraße abgeschlossen. Es gibt kein Pflaster und fertig. Davon lassen sich die Anwohner allerdings nicht abschrecken. Als es im Festsaal der Bürgerschaft in dieser Woche um „Innenstadtqualitäten mit Tradition und Moderne“ ging, bauten sie drinnen einen Infostand auf und verteilten draußen Papiertüten mit dem Aufdruck „Asphalt statt Pflaster? Untragbar!“.

Die Ritter- und ein Stück der Schweizer Straße werden gerade aufgerissen, weil Hansewasser den Kanal saniert. Nach den Arbeiten sollen beide Straßen asphaltiert werden. Und genau dagegen wehren sich die Anwohner seit Bekanntwerden der Baumaßnahme. Die Entscheidung des Verkehrsressorts stehe, hieß es vor wenigen Wochen aus der Behörde. „Es gibt viele Bremer Stimmen, die das nicht nachvollziehen können“, sagte Robin Quaas von der Anwohnerinitiative Ritterstraße vor dem Haus der Bürgerschaft.

Dabei sind die Mitglieder der Initiative gar nicht mal generell gegen Asphalt, sondern wehren sich gegen dieses Dogma der Stadt, wie sie sagen. Und sie kämpfen für den Charakter des Viertels. Als einzige von der Straße Vor dem Steintor abgehende Straße ist bislang die Helenenstraße asphaltiert. Alle anderen Straßen haben noch ihren ursprünglichen Viertelcharakter mit den Pflastersteinen. Und die Helenenstraße hat eine Sichtschutzwand. Den Asphalt sieht also kein Passant.

„Wir haben den Eindruck, dass das nicht richtig abgewogen wurde“, sagte Robin Quaas zu der Entscheidung für Asphalt. Schließlich sei das Viertel, so wie es ist, ein Magnet für Touristen und bringe damit auch Geld ein. Auf ihrer Seite haben die engagierten Bürgerinnen und Bürger unter anderem den Kreisverband Mitte/Östliche Vorstadt der Grünen. Und auch der Landesbehindertenbeauftragte Joachim Steinbrück hat auf einer Beiratssitzung betont, auf der es um die Ritterstraße ging, dass Barrierefreiheit zwar wichtig sei, aber auch mit Pflastersteinen hergestellt werden könnte, wenn sie richtig verlegt würden. Der Beirat Östliche Vorstadt entschied pro Anwohnerinitiative und forderte ebenfalls Pflaster für die Ritterstraße.

Das Verkehrsressort führt unter anderem zu hohe Kosten als Argument dagegen an. „In 40 Jahren hat sich das amortisiert“, sagte Robin Quaas. Die Bürgerinitiative will weitermachen.

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