Beschäftigte fordern bessere Verträge

Protest vor dem Goethe-Institut

Bremen. Mitarbeiter des Goethe-Instituts haben gestern für bessere Arbeitsverträge demonstriert. Unter dem Motto „Gleiche Arbeit – gleiche Rechte für freie Mitarbeiter“ versammelten sich rund 20 Beschäftigte mit Trillerpfeifen, Plakaten und Pappmasken vor dem Institut auf dem Gelände der Universität an der Bibliothekstraße.
12.09.2013, 00:00
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Von Arno Janssen
Protest vor dem Goethe-Institut

Eine Gewerkschafterin bietet kleine Kuchen mit dem Protest-Motto an. FOTO: HELAL

Lennart Helal

Mitarbeiter des Goethe-Instituts haben gestern für bessere Arbeitsverträge demonstriert. Unter dem Motto „Gleiche Arbeit – gleiche Rechte für freie Mitarbeiter“ versammelten sich rund 20 Beschäftigte mit Trillerpfeifen, Plakaten und Pappmasken vor dem Institut auf dem Gelände der Universität an der Bibliothekstraße. Die Aktion ist eingebettet in bundesweite Proteste, die bereits in Städten wie Berlin und Düsseldorf stattgefunden haben.

„Wir fordern Tarifverträge für die Honorarlehrkräfte“, sagte Oliver Brüchert vom Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Für die Aktion war der Gewerkschafter aus Frankfurt angereist. „Gespräche darüber hat der Vorstand des Instituts aber bisher abgelehnt.“ Das Goethe-Institut habe in Deutschland 13 Einrichtungen, in denen Kurse für Deutsch als Fremdsprache angeboten werden. 80 Prozent der Lehrkräfte seien dort freie Mitarbeiter. Brüchert: „Sie bekommen nur etwa halb so viel ausgezahlt wie die fest angestellten Lehrer.“

„Unsere Verträge sind auf zwei Monate befristet“, berichtete eine freie Mitarbeiterin, die an dem Protest teilnahm. Sämtliche Beiträge für Sozialversicherungen müssten sie selbst bezahlen. „Nach jedem Kurs stellt sich die Frage, ob wir weiter beschäftigt werden“, sagte sie.

„Wir müssen letztendlich wirtschaftlich arbeiten“, betonte Viola Noll, Sprecherin des Goethe-Instituts. Schließlich werde das Institut nicht öffentlich gefördert und hätte vor zehn Jahren beinahe Insolvenz anmelden müssen. Gespräche mit der GEW habe es gegeben. „Die Verträge der Honorarkräfte sind aber nun mal das finanziell vertretbarste Modell“, sagte sie. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht realisierbar. „Uns ist aber wichtig, Qualitätsstandards permanent zu verbessern und die freien Mitarbeiter zu entlasten.“ So gebe es seit Anfang des Jahres unter anderem kostenfreie Fortbildungen und Einweisungen.

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