Mehr als 30 Aktivisten Proteste am Bremer Flughafen gegen Billigflieger Ryanair

Am Flughafen haben mehr als 30 Aktivisten für den Erhalt der Bremer Ryanair-Basis demonstriert sowie für einen Ryanair-Tarifvertrag. Aus Angst nahm kein Ryanair-Mitarbeiter an der Aktion teil.
06.10.2018, 17:52
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Proteste am Bremer Flughafen gegen Billigflieger Ryanair
Von Florian Schwiegershausen

Am Samstagmittag hat eine Gruppe auf Initiative der Bremer Linken am Flughafen gegen die Standortschließung von Ryanair protestiert. An der recht kurzfristig organisierten Aktion beteiligten sich etwa 30 Teilnehmer. Sie zogen mit Fahnen und Transparenten durch die Terminals und verteilten Flugblätter an die Passagiere, um auf die Situation der Ryanair-Belegschaft am Bremer Airport aufmerksam zu machen.

Nachdem die Mitarbeiter von Ryanair am Freitag vor einer Woche für einen Tarifvertrag gestreikt hatten, teilte das Unternehmen am Montag mit, die Basis in Bremen zu schließen. Ab November soll der Flughafen nur noch vom aus Ausland angeflogen werden. Davon sind in Bremen 90 Mitarbeiter betroffen. Sebastian Rave, Organisator der Aktion sagte dazu: "Die Standortschließung als Vergeltung ist ein Angriff auf das Streikrecht, ein Grundrecht, für das die Arbeiterbewegung über Generationen hinweg gekämpft hat."

Unterstützung vom Senat gefordert

Die Linke-Bürgerschaftsabgeordnete Sofia Leonidakis forderte seitens des Bremer Senats mehr Unterstützung: "Das ist mir alles zu passiv. Vom Wirtschaftssenator habe ich noch kein einziges Statement zur Schließung der Bremer Ryanair-Basis gehört. Da muss mehr passieren. Und der Bremer Airport sollte sich mit den Flughäfen Weeze und Eindhoven gegen Ryanair zusammenschließen. Zumindest ist da bisher nichts bekannt, dass da etwas passiert." Die Linke-Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm erklärte, dass Ryanair auch Thema in Berlin in ihrer Fraktion sein werde. "Der Imageschaden für das Unternehmen wird groß sein", so Achelwilm. Das hätte es auch nicht anders verdient. Alle riefen die Ryanair-Passagiere auf, sich beim Unternehmen über deren Vorgehen zu beschweren.

Mitarbeiter haben Angst

Der Aktion schlossen sich auch Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an. Deren Bezirksgeschäftsführer Bremen-Niedersachsen, Markus Westermann, lobte die Aktion und wünschte sich, dass mehr Parteien die Belange der Bremer Ryanair-Beschäftigten unterstützen sollten. Er sagte: "Die Ryanair-Beschäftigten freuen sich über diese Solidarität. Sie selbst sind hier nicht, weil sie Angst vor Repressalien seitens des Unternehmens haben." Am Ende beteiligten sich aber doch mindestens 20 Ryanair-Mitarbeiter an der Aktion.

Auch Ryanair-Mitarbeiter, die Mitglied der Tarifkommission sind, würden laut Westermann seitens Ryanair das Arbeitsleben schwer gemacht über verschiedene Druckmittel. Am Dienstag ist in Dublin das nächste Verhandlungstreffen von Verdi und Ryanair angesetzt. Westermann rechnet nicht damit, dass es dort zu einer Einigung über einen Tarifvertrag kommen werde.

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Ein Angehöriger einer Ryanair-Mitarbeiterin sagte, dass die Betroffenen nun sagen sollen, an welchen anderen Standort sie wechseln wollen. Es gebe aber eine Handvoll Mitarbeiterinnen wie seine Frau, die auf den Standort Bremen angewiesen sind. Sollte Ryanair die Schließung der Bremer Basis nicht zurücknehmen, hoffen die Mitarbeiter, bei einer anderen Fluggesellschaft in Bremen unterzukommen.

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