K.o.-Tropfen-Fall am Bremer Landgericht Prozess gegen Politiker startet

Bremen. Ein 40-jähriger Bremer Ortspolitiker und sein Freund müssen sich ab heute vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen Mitte Oktober einen 20-Jährigen mit K.O.-Tropfen betäubt und dann sexuell missbraucht haben.
03.04.2013, 09:40
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Bremen. Ein 40-jähriger Bremer Ortspolitiker und sein Freund müssen sich ab heute vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen Mitte Oktober einen 20-Jährigen mit K.O.-Tropfen betäubt und dann sexuell missbraucht haben.

Beide Männer sitzen seit November in Untersuchungshaft. Nach Informationen des WESER-KURIER hatte der Ortspolitiker den 20-Jährigen bei einer Veranstaltung in Findorff getroffen und anschließend zu sich auf ein Bier in die Wohnung eingeladen. Der Bremer kannte den jungen Mann von einer früheren Sprachreise, die er für junge Leute organisiert hatte. In der Wohnung kam es dann offenbar zu der Betäubung des 20-Jährigen mit den K.O.-Tropfen.

Der junge Mann kollabierte. Die mutmaßlichen Täter alarmierten daraufhin den Rettungsdienst. Die Einsatzkräfte sollen das Opfer reanimiert und anschließend ins künstliche Koma versetzt haben.

Im Blut des Opfers stellten Fachleute anschließend eine sehr hohe Dosis von K.O.-Tropfen fest. Als K.O.-Tropfen werden die Substanzen GHB (Gammahydroxybuttersäure) und GBL (Gamma-Butyrolacton) bezeichnet. Bei einer geringen Dosis wirken sie berauschend und enthemmend, bei einer höheren Dosis hingegen einschläfernd.

Dieser Zustand wurde von Tätern in der Vergangenheit oft genutzt, um ihre Opfer sexuell zu missbrauchen oder auszurauben. Die Tropfen sind farb- und geruchlos. In Verbindung mit Alkohol kann es zu lebensgefährlichen Reaktionen bis hin zum Atemstillstand bei den Opfern kommen.

Sollte sich der Verdacht gegen den 40-Jährigen bestätigen, erwartet ihn eine Mindesthaftstrafe von fünf Jahren. (bib /rog)

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