Prozess um zerteilte Leiche

Bremer Rentner wegen Totschlags angeklagt

Ein Bremer ist angeklagt, einen anderen Mann zunächst erschossen und die Leiche dann auf grausame Art zerteilt zu haben. Seit Donnerstag muss er sich vor dem Landgericht verantworten.
09.04.2020, 17:55
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremer Rentner wegen Totschlags angeklagt
Von Nina Willborn
Bremer Rentner wegen Totschlags angeklagt

Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen einen Bremer Rentner begonnen, dem vorgeworfen wird, einen anderen Mann erschossen und die Leiche auf grausame Art zerteilt zu haben.

Carmen Jaspersen / dpa

Was dieser Mann getan haben soll, hätte sich kein Krimiautor brutaler und grausamer ausdenken können. Ein 65-jähriger Bremer ist angeklagt, Anfang September 2019 einem Bekannten von ihm erst eine Kugel in den Kopf geschossen zu haben und anschließend die Leiche auf bestialische Weise zugerichtet zu haben. Als die Polizei das 50 Jahre alte Opfer rund drei Wochen nach der Tat in seiner Wohnung in Gröpelingen entdeckt hatte, hatten die Beamten zunächst nicht einmal das Geschlecht der Person feststellen können. Der Angeklagte hatte sich in der Wohnung des Verstorbenen aufgehalten, als die Polizei auf Bitten der Tochter des Opfers nachgesehen hatte, ob mit ihm alles in Ordnung sei. Er hatte zu fliehen versucht, war aber festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Am Donnerstag hat der Prozess vor dem Bremer Landgericht begonnen. Der 65-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Richter Jürgen Seifert wies allerdings darauf hin, dass er am Ende auch wegen Mordes verurteilt werden könnte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann, der den Gerichtssaal auf eine Krücke gestützt betrat, außerdem vor, die Totenruhe gestört und die Leiche aus sexuellen Motiven oder „sportlichem Vergnügen“ zerteilt zu haben, einige Stücke waren nur noch Zentimeter groß. Außerdem soll der ehemalige Koch zur Rauschgiftszene gehört und mit Drogen gedealt haben - in seiner Wohnung hatten die Beamten 19 Gramm Heroin und eine Cannabisplantage mit insgesamt 27 Pflanzen gefunden, „zum gewinnbringenden Verkauf angebaut“, las Staatsanwältin Nadine Hartmann aus der Anklageschrift vor.

Lesen Sie auch

Was der Rentner mit seinem Opfer angestellt haben soll, nachdem er es mit einem Schuss aus seinem 22-kalibrigen Revolver getötet hatte, ist nichts für Zartbesaitete. „Der Angeklagte fand weit über das für einen möglichen Abtransport einer Leiche nötige Maß hinaus Gefallen an der Zerstückelung der Leiche“, sagte die Staatsanwältin Nadine Hartmann. Der Angeklagte soll alle Organe aus dem Bauchraum der Leiche entfernt haben, außerdem Kopf, Hände und Füße abgetrennt haben. Auch die Genitalien und den Anus soll er mit einem Cuttermesser aus dem Körper herausgeschnitten haben und den Rumpf an einigen Stellen bis auf die Knochen filetiert haben. Einige Leichenteile hatte die Polizei in Mülleimern vor der Wohnung des Opfers gefunden, andere eingefroren in der Kühltruhe des Angeklagten.

Der Angeklagte bestreitet laut Staatsanwaltschaft seine Schuld. Für den Prozess, in dem der Bruder des Getöteten als Nebenkläger auftritt, sind insgesamt 13 Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte am 24. Juni gesprochen werden. Fortgesetzt wird der Prozess am Montag, 4. Mai, um 15 Uhr.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+