Geld für Radieschen in der Neuen Vahr

Quartiersforum bewilligt 2000 Euro für Gärtnerprojekt

In der letzten Sitzung vor der Beiratswahl diskutierte das Quartiersforum Neue Vahr über die Vergabe von Wohnen-in-Nachbarschaft (WiN)-Mitteln. Werner Bultmann von den Vahrer Maulwürfen stellte der vergleichsweise kleinen Runde das Projekt „Vahr-Radieschen“ vor.
07.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Schulze
Quartiersforum bewilligt 2000 Euro für Gärtnerprojekt
dpa

In der letzten Sitzung vor der Beiratswahl diskutierte das Quartiersforum Neue Vahr über die Vergabe von Wohnen-in-Nachbarschaft (WiN)-Mitteln. Werner Bultmann von den Vahrer Maulwürfen stellte der vergleichsweise kleinen Runde das Projekt „Vahr-Radieschen“ vor. Es handelt sich dabei, wie der Name schon vermuten lässt, um ein Gärtnerprojekt im Stadtteil. 2000 Euro bewilligte das Forum dafür.

Genauer gesagt ist „Vahr-Radieschen“ wie ein sogenanntes Urban Gardening Projekt zu verstehen. „Wir versuchen, Bewohnern beizubringen, wie Pflanzen wachsen“, sagt Werner Bultmann. Im Blick stehen dabei allerdings nicht die Zierpflanzen, sondern vor allem Obst und Gemüse. Die Tomaten, Gurken oder Zucchini werden unter anderem in Hochbeeten gemeinsam angepflanzt oder auch in einer abgenutzten Badewanne geplant. Die Orte im Stadtteil könnten dabei genauso vielfältig wie die Anpflanzungen selbst werden. Ob im Kindergarten oder im Altenheim ist noch in Planung.

Die Neue Vahr ist eine Großwohnungssiedlung mit einem hohen Anteil an parkähnlich angelegten Grünflächen. Diese sind allerdings meist nur halböffentlich und nur wenige sind privat intensiv nutzbar. Durch „Vahr-Radieschen“ werden nun Grünräume erlebbar gemacht.

Gerade das Gärtnern, Gestalten und Anbauen von Gemüse und Blumen bietet eine besondere Lebensqualität, davon sind die Antragsteller der JUS (Jugendhilfe und Soziale Arbeit) überzeugt. Außerdem sind Gärten Orte der Ruhe, die aber auch gesundheitliche Aspekte fördern. Regionaler geht es wohl kaum. Nicht nur das man am Ende vor der Haustür erntet, was man sät, das Urban-Gardening-Projekt bietet darüber hinaus Bewegungsmöglichkeiten, Stressabbau und eine unmittelbare Verbesserung des persönlichen Lebensraums. „Dabei ist uns die Zielgruppe Kinder und Jugendliche von besonderer Bedeutung“, heißt es weiter im Antrag.

Kooperationspartner sind unter anderem die Vahrer Maulwürfe, der NABU oder die ULE (Umwelt-Lernwerkstatt). 2000 Euro aus WiN-Mitteln stellte das Forum der JUS einstimmig als Kofinanzierung zusätzlich zur finanziellen Unterstützung von Bingo-Lotto zur Verfügung . Das Geld wird unter anderem für Personalkosten, aber auch für Materialkosten oder ein Gewächshaus benötigt.

Ein weiterer Antrag auf WiN-Mittel kam von der Sportakademie des Sportgartens. Es handelt sich dabei um einen Folgeantrag in Höhe von rund 6000 Euro, den Linda Lowin vorgestellt hatte. Durch die Kooperation von Schulen, Sportvereinen und Jugendarbeit im Stadtteil sollen Kinder und Jugendlichen in der Vahr in der Sportakademie zusätzliche Bewegungsangebote bekommen. Das wird vor allem nach den Sommerferien noch mal besonders wichtig, da die Grundschule in der Witzlebenstraße und Schule in der Vahr zu offenen Ganztagsschulen umfunktioniert werden. Qualifizierte Übungsleiter vertreten sich gegenseitig im Notfall, sodass das Sportangebot verbindlich gemacht werden kann. Inlineskaten, Badminton oder andere Sportarten werden zusätzlich zum Schul-Sportunterricht angeboten.

Kooperation mit Bädern

Neue Kooperationspartner sind die Schule in der Vahr, der SC Vahr-Blockdiek und das Vitalbad der Bremer Bäder. Dadurch können die Kinder noch mal zusätzlich zum Schulschwimmen ihre Fähigkeiten erweitern. „Es gibt viele Kinder die durchrutschen, wenn es um das Thema Schwimmen geht“, sagt Quartiersmanager Dirk Stöver. Mindestens 18 verschiedene Angebote soll es für die Kinder und Jugendlichen geben, voraussichtlich sogar 22.

Die Sportakademie selbst findet im Quartiersforum viel Zuspruch. Über die Finanzierung wurde allerdings ausgiebig diskutiert. Spätestens beim nächsten Antrag müsse das Bildungsressort mehr zur Verantwortung gezogen werden, da sind sich alle einig. Denn schließlich handele es sich um ein unterstützendes Angebot für die Nachmittagsbetreuung in den Schulen

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