Aktionen vor Bremer Schulen bleiben aus

Querdenker nicht in Sicht

Laut Polizei und Bildungsbehörde waren am Montag keine „Querdenker“ vor Bremens Schulen unterwegs. Stattdessen wird nun zu einer Demonstration am 5. Dezember aufgerufen.
10.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Querdenker nicht in Sicht
Von Pascal Faltermann

Schummriges Licht, ein paar Grad über Null und feuchte, kühle Luft bestimmen den frühen Montagmorgen vor dem Alten Gymnasium in der Bremer Innenstadt. Auch vorm Hermann-Böse-Gymnasium herrscht gähnende Leere und Stille. Nur die in den Hauptbahnhof einfahrenden Züge sind zu hören. Kurz vor 8 Uhr geht es dann plötzlich rund. In Scharen strömen die Schüler zu den Bildungseinrichtungen – teilweise wirkt es wie eine Fahrrad-Demonstration. Die Schüler der Oberstufen ziehen ihre Mund-Nasen-Bedeckungen auf. Von Protest-Aktionen der Gruppierung „Querdenken 711“ beziehungsweise „Querdenken 421“ ist nichts zu sehen. Das bestätigen auch die Bildungsbehörde und die Bremer Polizei. Vor keiner Bremer Schule sei es am Montag zu Aktionen von Aktivisten der Initiative gekommen.

In der vergangenen Woche hatten die sogenannten Querdenker angekündigt, dass deutschlandweit Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg angesprochen werden sollen, um sie zum Widerstand gegen die Maskenpflicht zu animieren. Doch in den Bildungseinrichtungen in Mitte, Walle, Horn oder Woltmershausen war davon nichts zu sehen, wie Nachfragen ergeben. Auch das Bildungsressort habe sich umgehört und nichts registriert, so Behördensprecherin Annette Kemp.

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Am Wochenende hatte die Initiative in Bremen am Osterdeich demonstriert. Gegen Montagmittag kam das Dementi der Gruppe selbst auf eine Nachfrage von vergangener Woche: „Es handelt sich hierbei definitiv um eine Falschmeldung“, schreibt das Organisationsteam von „Querdenken 421“. Die Gruppe distanziere sich von solchen Aktionen und plane auch nichts in dieser Art. Ähnlich lautet ein Statement der Initiative „Querdenken 711“ aus Stuttgart auf ihrer Homepage. Der vermeintliche Aufruf sei lediglich eine Probe-E-Mail gewesen.

Stattdessen ploppt im Netz ein bundesweiter Video-Aufruf zu einer Demonstration am 5. Dezember in Bremen auf. „Ordnungsamt und Polizei haben Kenntnis zu der angemeldeten Versammlung“, sagt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des Innenressorts. Die Polizei bewerte die Lage fortwährend und stehe im ständigen Austausch mit den zuständigen Behörden. „Die Polizei wird dann, je nach Lage, mit Kräften präsent sein, um das Recht auf Versammlungsfreiheit zu schützen“, so die Sprecherin. Dabei müsse man sowohl vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung der Pandemie als auch den jüngsten Ereignissen in Leipzig mögliche Auflagen oder Alternativen zum gewünschten Ort kontinuierlich neu bewerten.

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