Autofreier Stadtraum: 23 Standorte mit Aktionen und Musik am Sonntag in Burglesum Radfahren auf der Autobahn

Bremen-Nord. Der erste satte Streit innerhalb der neuen Koalition ist gegessen. Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) hat sich durchgesetzt.
14.09.2015, 00:00
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Der erste satte Streit innerhalb der neuen Koalition ist gegessen. Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) hat sich durchgesetzt. Darum gibt es, wenn auch mit Abstrichen an der ursprünglichen Planung, die inzwischen vierte Auflage des „autofreien Stadtraums“. Am Sonntag, 20. September, ist die Bremerhavener Heerstraße zwischen Stader Landstraße und über den Klostermühlenweg hinaus für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Darüber hinaus teilweise gesperrt ist der Abschnitt von der Stader Landstraße bis zum Bahnhof Burg.

Statt den Stadtraum wie ursprünglich vorgeschlagen rund um den Vegesacker Hafen stattfinden zu lassen, ist der jetzige Ort nicht zuletzt als Zeichen dafür gewählt worden, die Burglesumer Ortspolitik bei ihren Bemühungen zu unterstützen, die große Durchgangsstraße vom Verkehr zu entlasten.

Rund 45 lokale und auswärtige Initiativen, Vereine, Verbände und Unternehmen haben laut Veranstaltungsplan des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr (www.autofreierstadtraum.de) ihre Teilnahme zugesagt. Dabei sind vor allem natürlich die Gremien, die eine autofreie Mobilität auf ihre Fahnen geschrieben haben. Mal oder dauerhaft aufs Auto zu verzichten unterstützen darüber hinaus aber auch Politik, Kulturveranstalter und Anbieter des öffentlichen Nahverkehrs.

Insgesamt gibt es entlang der an diesem Tag autofreien Zone 23 Standorte für diverse Auftritte und Aktionen. Mittendrin die Bühne am Goldbergplatz, wo unter anderem für 11 Uhr zum Rudelsingen eingeladen und um 14 Uhr (Ex-)Rapper Sebó auftreten wird. Um 17.15 Uhr stellt das Indipop-Duo „Joco“ seine CD „Horizon“ vor.

Ebenfalls auf dieser Bühne findet um 15 Uhr eine Talkrunde mit Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) und Burglesums Ortsamtsleiter Florian Boehlke sowie mit Vertretern vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), vom Wirtschaftsrat Bremen-Nord und der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) statt. Zur Debatte steht die „Verkehrstechnische Erschließung und Anbindung von Bremen-Nord an die City“.

Wer dagegen zum Beispiel das Thema Klimaschutz etwas lockerer angehen möchte, der sollte sich vom integrativen Massenprojekt „Die Klimaflüchter“ überraschen lassen: Eine Horde Pinguine, die vom Südpol geflohen ist, weil das Eis dort wegschmilzt. Jetzt versuchen sie in Burglesum eine neue Heimat zu finden. Unter dem Motto „Mehr Platz fürs Fahrrad in der Stadt“ bietet der ADFC zwei Touren zum autofreien Stadtraum an. Die eine startet um 10.30 Uhr am Domshof und führt über Hochstraße Breitenweg und Hafenrandstraße nach Bremen-Nord. Die andere Tour beginnt um 13 Uhr am Bahnhof in Farge.

Von dort aus geht es gut 15 Kilometer via Bundesstraße 74 und zu Teilen auf der Autobahn 270 zur Bremerhavener Heerstraße. Versprochen ist ein familienfreundliches Tempo. Anschließen kann man sich auch unterwegs noch: um etwa 13.15 Uhr an der Auffahrt Lüssum und gegen 13.45 Uhr an der Anschlussstelle St. Magnus. Der ADFC weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Route nur in Verbindung mit dem Fahrradkorso genutzt werden darf.

Ab 11 Uhr ist der ADFC auf der Bremerhavener Heerstraße mit seiner Fahrradmeile vertreten, bei der sich alles um die Mobilität mit Pedalkraft dreht: Unter anderem werden zum Ausprobieren Lastenräder, City-Räder und Pedelecs vorgestellt. Darüber hinaus startet die ADFC-Radstation den Saison-Abverkauf ihrer bremenerprobten Leihräder.

Für den reibungslosen Ablauf dieser Aktion sucht der ADFC noch ehrenamtliche Helfer und Helferinnen. Wer mitmachen will, ist gebeten, sich unter Telefon 04 21 / 517 78 82 77 bei Antje Hoffmann zu melden oder per Mail an antje.hoffmann@adfc-bremen.de.

Die BSAG ist ebenfalls bei Stadtraum dabei. Die 90er-Busse werden in Burg den Heerstraßenzug von Sonnabend 18 Uhr bis Sonntag etwa 18.30 Uhr aussparen und die Route durch Lesum bedienen. Die N 7 fährt allerdings wie gewohnt. Zudem weist die BSAG darauf hin, dass sie mit Stopp an der Haltestelle Stader Landstraße ihre Fahrgäste bis direkt zum Veranstaltungsort bringt.

Darüber hinaus präsentieren sich Straßenbahn AG und weitere Anbieter vom Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen vor Ort mit einer Mobilitätsmeile. Die BSAG ist mit einem Informationsstand in der Bremerhavener Heerstraße/Ecke Klostermühlenweg vertreten.

Unter anderem stellt sie ihren neuesten Dieselbus vom Typ „Citaro“ vor, der derzeit mit der Klassifizierung Euro VI die beste Abgasnorm erfüllt. Auch der E-Carsharing-Anbieter und BSAG-Partner „Move About“ stellt je ein Elektroauto und ein Elektrofahrrad vor.

Mit einem Fahrradkino in einer Jurte mit Kurzfilmen zum Thema Zweirad, einem Parcours für Lastenräder und einem Info-Café ist „Bremen bike it!“ bei der Veranstaltung vertreten. Das ist eine Initiative der Wirtschaftsförderung Bremen, ins Leben gerufen im Auftrage der Wirtschaftsbehörde. Vor allem aber ruft die Initiative dazu auf, Fahrräder zu spenden, die nicht mehr gebraucht werden, gleichgültig welcher Bauart und egal, ob fahrtüchtig oder nicht. Von der Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wieder instand gesetzt, sollen sie später an Flüchtlinge weitergegeben werden.

Die Fahrräder können zwischen 10 Uhr und 18 Uhr vor Ort direkt am Bike-it-Café abgegeben werden.

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