Verkehrssenator Joachim Lohse startet zweiwöchige Aufklärungsaktion

Radfahren auf der Straße meistens erlaubt

Bremen. Etwa 700 Kilometer Radwege gibt es in Bremen. Doch nur einen kleinen Teil dieser Wege müssen Radfahrer wirklich benutzen.
08.07.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Radfahren auf der Straße meistens erlaubt
Von Matthias Lüdecke

Etwa 700 Kilometer Radwege gibt es in Bremen. Doch nur einen kleinen Teil dieser Wege müssen Radfahrer wirklich benutzen: Überall dort, wo ein blaues Schild einen Radweg oder eine Kombination aus Rad- und Gehweg ausweist, müssen Radfahrer diese Wege befahren. Gibt es ein solches Schild nicht, dürfen sie auch auf der Straße fahren.

Diese Regelung existiert bereits seit 1997 im Verkehrsrecht. Vielen Verkehrsteilnehmern ist sie jedoch unbekannt, wie Marcus Häußler, Abschnittsleiter Verkehrssicherheit bei der Bremer Polizei, berichtete. „Es gibt oft Aufklärungsbedarf bei Autofahrern, die schon länger einen Führerschein haben“, sagt er. „Und nicht jeder Fahrradfahrer hat einen Führerschein und weiß Bescheid über die Regelung.“

Eine Plakataktion soll nun bei der Aufklärung helfen. „Zusammen unterwegs“ steht auf dem Poster, das eine Radfahrerin auf einer Straße zeigt. Verbunden ist es mit dem Hinweis „Radfahren auf der Straße ist meistens erlaubt“. Sie werden ab dem heutigen Dienstag für etwa zwei Wochen in Leuchtkästen, an Plakatwänden und Stromkästen zu sehen sein. 25 000 Euro hat Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) dafür ausgegeben – und sich von vielen Seiten Unterstützung geholt. Bei der Vorstellung des Plakats am Montag saßen nicht nur Lohse und Häußler auf dem Podium, sondern auch Axel Behme von der Verkehrswacht, Tobias Wolf vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und Nils Linge vom Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC).

Und so verschieden diese Organisationen auch sind, so groß war ihre Einigkeit in der Unterstützung der Aktion. „Uns allen würde es gut tun, wenn wir im Straßenverkehr ein bisschen gelassener wären und nicht jeder auf seinem Recht pochen würdet“, sagte Nils Linge und hob den Aspekt der gemeinsamen Nutzung der Straße hervor. Tobias Wolf verwies darauf, dass es immer häufiger einen Radverkehr der zwei Geschwindigkeiten gebe – und viele Radfahrer, insbesondere die schnelleren, auf der Straße sicherer seien. Senator Lohse betonte, die Konflikte zwischen Auto- und Radfahrern würden mit der Aktion nicht gelöst. „Es geht erst einmal darum, überhaupt über die gültige Rechtslage zu informieren.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+