Media-Analyse zu Radiosendern Radio Bremen bleibt der Favorit der Rundfunknutzer

Wenn die Musik oder der Moderator nervt, ist der Radiosender schnell gewechselt: Das zu verhindern, das ist das Ziel der Programm-Macher. Das Zeugnis stellt die Media-Analyse mit den aktuellen Hörerzahlen aus.
11.07.2017, 11:31
Lesedauer: 2 Min
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Die öffentlich-rechtlichen Radioprogramme liegen in Niedersachsen und Bremen in der Hörergunst trotz leichter Verluste weiter deutlich vorn. Bei den Privatsendern verdrängt Antenne Niedersachsen in dem Bundesland ffn von Rang drei und rückt zum meistgehörten privaten Radioprogramm auf, wie die am Dienstag vorgestellte Media-Analyse ergab.

Vor allem für die Privatsender sind die Zahlen von Bedeutung. Je besser ein Programm ankommt, desto höher sind die Werbeeinnahmen. Bundesweit wurden über mehrere Monate hinweg mehr als 67 000 Menschen ab 14 Jahren in Telefoninterviews nach ihren Lieblingssendern befragt.

Meistgehörter Sender in Niedersachsen bleibt NDR 1 mit einem Marktanteil (Montag bis Sonntag) von 22,1 Prozent. Während der Sender im Vergleich zur vorangegangenen Hörerbefragung Anfang März Marktanteil einbüßte, legte NDR 2 etwas hinzu und kam auf einen Anteil von 18,6 Prozent. "NDR 1 Niedersachsen bleibt Marktführer, nunmehr im 24. Jahr hintereinander", reagierte NDR-Landesfunkhausdirektor Arno Beyer in Hannover. "Um die Gründe für unsere Verluste im Vergleich zum letzten Mal werden wir uns in Ruhe kümmern."

Öffentlich-Rechtliche in Bremen vorn

Im kleinsten Bundesland sind die Programme von Radio Bremen weiterhin die Favoriten der Radiohörer. Auf Rang eins liegt Bremen Eins, gefolgt von Bremen Vier. "Radio Bremen ist und bleibt Marktführer in Bremen", sagte die Leiterin des Programm-Managements bei Radio Bremen, Bärbel Peters. "Die Menschen in der Region lassen sich von uns täglich informieren und unterhalten, ihre Wertschätzung ist und bleibt unser Antrieb." Beliebtester Privatsender in Bremen ist Energy Bremen.

Die Privatsender schauen bei der Media-Analyse statt auf die Reichweite eher auf die für das Werbegeschäft entscheidende Zahl der Hörer pro Durchschnittsstunde. In dieser Kategorie (Montag bis Freitag) kam Antenne Niedersachsen in dem Bundesland auf 281 000 Hörer und überrundete damit ffn, das 276 000 Hörer zählte.

Die Problematik, den nach dem Geschmack der Hörer passenden Mix aus guter Musik und interessanten Nachrichten hinzubekommen, erläuterte ffn-Geschäftsführer Harald Gehrung. Schon immer sei das Radio ein Begleitmedium gewesen, etwa bei der Arbeit oder dem Autofahren. Die zusätzliche Ablenkung der Menschen durch Smartphones, andere Endgeräte oder die Konkurrenz durch Musikstreamingdienste mache es für die Radiomacher nun schwieriger, ihren Sender ins Gedächtnis der Hörer zu bekommen.

Neben landesweiten Sendern buhlen in Niedersachsen seit einiger Zeit auch Lokalradios um die Gunst der Hörer, erläuterte Gehrung. Zu den Programmveränderungen bei ffn, um mehr Hörer zu binden, gehöre einerseits ein Fokus auf lokale Nachrichten. Andererseits solle statt Niedersachsen verstärkt Norddeutschland in den Blick genommen werden. (dpa)

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