Fahrradschnellweg kommt gut an Radweg für Eilige

Die geplante Fahrradpremiumroute wird vom Verkehrsausschuss Hemelingen begrüßt. Einzelne Abschnitte bedürfen aber noch einer genaueren Überprüfung.
11.12.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Hasemann

Arbergen. Auf weitgehende Zustimmung stieß bei den Mitgliedern des Verkehrsausschusses Hemelingen die geplante Streckenführung der Premiumradroute D.15 durch den Stadtteil. Die Radpremiumroute soll künftig von Bremen-Nord bis an die Stadt- und Landesgrenze in Mahndorf führen und mehr Menschen als bisher zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen.

Nur an einzelnen Punkten hatten die Ausschussmitglieder Bedenken, und Ideen, die der Gutachter Detlev Gündel versprach aufzunehmen und in der weiteren Planung zu berücksichtigen. Bisher sind die Planungen im Status einer Machbarkeitsstudie, das heißt eine konkrete Planung oder gar einen festen Zeitplan für den Bau gibt es noch nicht.

Ziel der Radroute, die durchgängig als solche markiert sein soll, sei es, die Distanz, die Bremerinnen und Bremer mit dem Fahrrad zurücklegen, zu erhöhen. „Das sind dann nicht nur die üblichen drei Kilometer, sondern wir sagen, das geht auch auf zehn bis fünfzehn Kilometer in weniger als einer Stunde“, sagt der Verkehrsplaner. Dafür brauche es aber bequeme und komfortable Wege, die eine Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde zulassen, mit nur wenigen Wartezeiten an Ampeln. Der Verkehrsplaner rechnet dabei mit Kosten von 420 000 Euro pro Kilometer, für die gesamte Strecke von Bremen-Burg bis Bremen-Mahndorf wären das knapp 20 Millionen Euro.

Eine Herausforderung für die Planer ist das mögliche Zusammenspiel der verschiedenen Fortbewegungsmittel. „Wir wollen, dass die Premiumradroute durchgängig Vorfahrt hat.“ Das gelte auch in Wohngebieten, wo bisher rechts vor links gilt. Diese Ankündigung führte zu zweifelnde Blicken. „Aber wir müssen natürlich gucken, dass dadurch nicht auch der Autoverkehr beschleunigt wird“, beeilte sich Detlev Gündel nachzuschieben.

Kommt die Route wie geplant, kommen einige bauliche Änderungen auf die Bewohner in Hemelingen zu. Der Streckenverlauf führt unter anderem durch die Ahlringstraße und den Alten Postweg. „Dort muss natürlich dann das Kopfsteinpflaster weg“, sagte Detlev Gündel. Ein Anwohner wollte wissen, ob denn die Arbeiten mit anderen Behörden abgestimmt werden, damit anstehende Kanal- und Kabelarbeiten direkt mitgemacht werden. „Das wird immer mitgedacht“, sagte Wilhelm Hamburger, Verantwortlicher beim Senator für Bau und Verkehr.

Am Mahndorfer Bahnhof sehen die Planungen einen Anschluss der Radroute über den Hemslinger Weg vor. Allerdings: Dort würde der Weg über knapp 40 Quadratmeter Privatgrundstück einer Eigentümergemeinschaft führen – und die konnte sich bisher nicht auf einen Verkauf an die Stadtgemeinde einigen.

Als eine für die Anwohner sicherlich nicht eben bessere Alternative sehen die Planungen vor, den Weg von der Eppenhainer Straße durch den Bahntunnel, durch den Hemslinger Weg in einem Schlenker über die Mahndorfer Heerstraße zum Bahnhof zu führen, anstatt eher unbemerkt entlang der Bahnlinie.

An diesem Montag kann aber vielleicht Einigkeit erzielt werden: Die Eigentümergesellschaft trifft sich mit Vertretern des Ortsteils und der Stadt.

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