Fliegenplagen

Rätselhafte Fliegenplagen

Immer wieder werden die Menschen in Oslebshausen von Fliegenschwärmen heimgesucht. Manche vermuten Müll im Hafen als Quelle. Bislang ist jedoch kein Verursacher gefunden worden.
30.07.2018, 16:52
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Rätselhafte Fliegenplagen
Von Anne Gerling
Rätselhafte Fliegenplagen

Die SWB setzt sich auf ihrem Kraftwerksgelände mit Fliegenfallen zur Wehr.

Scheitz

Bremen. Nachdem Mitte Mai in Oslebshausen wieder verstärkt Klagen über eine Fliegenplage laut geworden waren, läuft dort die Suche nach dem möglichen Verursacher und potenziellen Brutstätten. Im Visier hat die "Bürgerinitiative zur Stärkung der Wohn- und Lebensqualität in Oslebshausen und umzu" dabei vor allem mehrere Betriebe im Industriehafen, die sich auf den Transport und die Weiterverarbeitung von Abfall spezialisiert haben. Etwa die SWB, die seit 2008 in ihrem Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) zwischen Kohlenhafen und Kalihafen etwa 300 000 Tonnen Müll pro Jahr verbrennt und daraus Strom und Fernwärme für den Bremer Westen erzeugt. Unter anderem wird der dort verarbeitete Abfall mit Schiffen aus Irland in den Kalihafen gebracht.

Bei der SWB ist man ebenfalls darum bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen. Ende Juni hatten sich Vertreter des Unternehmens und von Umweltressort und Gewerbeaufsicht mit Mitgliedern der Bürgerinitiative auf dem Firmengelände getroffen, um nach möglichen Ursachen für eine Fliegenplage zu suchen. Bei der SWB sind in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um einerseits einem Fliegenbefall vorzubeugen und andererseits den Insektenbestand per Monitoring regelmäßig zu kontrollieren. Tatsächlich waren beim Ortstermin im Ballenlager keine Auffälligkeiten zu erkennen, wie auch Hartmut Teutsch, Leiter der Gewerbeaufsicht Bremen, bestätigt. „Wir sind diesen Sommer mehrmals den Bremer Westen abgefahren, konnten aber keine besondere Fliegenquelle finden. Es muss in Erwägung gezogen werden, dass die Fliegen keinen Gewerbebetrieb als Quelle haben“, sagt er.

Auch die Umweltbehörde, die Anfang voriger Woche unangemeldet die Ankunft eines Schiffes kontrolliert hat, hatte nichts zu beanstanden und bescheinigt der SWB professionellen Transport, Entladung und Lagerung der Müll-Ballen. Die Anwohner sind weiterhin aufgefordert, Auffälligkeiten zu melden. Sie fordern nun wiederum schärfere Kontrollen anderer im Hafen ansässiger Betriebe.

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