Breminale 2018 Rapper treffen Dauerbrenner

Es geht um Dauerbrenner, plattdeutsche Rapper, Kronkorken, Regen und viel Programm am vierten Tag der Breminale. Das Geschehen beim Kulturfestival am Osterdeich in Häppchen.
28.07.2018, 21:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Pascal Faltermann Vanessa Ranft Jan-Felix Jasch Sebastian Krüger

Tanzende Menschen im Regen. Ja, genau, es hat gegen Mittag und am frühen Abend tatsächlich geregnet am Breminale-Sonnabend. Einige Auftritte starteten dadurch mit Verzögerungen, bei Flowin Immo war es noch trocken und warm. Der vierte Breminale-Tag in Häppchen.

Der Warmmacher

Bremer, Rapper und Dauerbrenner: Flowin Immo, mit bürgerlichem Namen Immo Wischhusen, kennt auf der Breminale wohl jeden und jeder ihn. Stand er in den Vorjahren auch manchmal jeden Tag auf der Bühne, rappt er nun am Sonnabend und Sonntag (19 Uhr) auf der Bühne Dreimeterbretter. Irgendwo zwischen Funk, Hip-Hop, Dancehall und elektronischem Rave macht der die Besucher für den Abend warm. Das Rap-Urgestein ist ein Alleinunterhalter: Menschen aus dem Publikum rufen ihm bei Sonnenschein Wörter zu und Freestyler Wischhusen improvisiert. Als Wortakrobat reimt er in Sekundenschnelle neuen Text frei aus dem Kopf heraus zusammen.

Kronkorken helfen

Auf der Breminale stehen an vielen Ständen Eimer als Sammelstationen für Kronkorken. 70 sollen es insgesamt sein. Die Behälter haben zwei Gründe: Zum einen soll so der Deich möglichst sauber gehalten werden. Der zweite Grund – und das ist die Hauptsache – ist, dass die Deckel einen gemeinnützigen Zweck erfüllen. Die Mitarbeiter an den Theken können jedoch nicht so genau sagen, wofür die Kronkorken gesammelt werden: „für eine Stiftung“, „was mit Krankenversicherungen“.

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Ein Blick ins Internet klärt auf: Die Initiative „Kronkorken helfen“ hat die Eimer bereitgestellt. Sie sorgt dafür, dass die Flaschenverschlüsse bei Wertstoffhändlern zu Geld werden. Mit dem so erwirtschafteten Betrag bezahlt die Amebii Ghana Foundation Versicherungen für Kinder in dem Land. Fünf Euro reichen für eine Laufzeit von zwei Jahren. Diese Idee gibt es seit 2014 und wird auch in Bremer Kneipen und Locations umgesetzt.

L öppt

Mit Verzögerung durch die Unwetterwarnung treten die Herren auf die Bühne. Dass sie Bock haben, das ist ihnen sofort anzumerken. Die Mitglieder der plattdeutschen Hip-Hop-Elektro-Band De fofftig Penns springen über die Bühne, tanzen und animieren. Es wird ihr vorerst letztes Konzert auf der Breminale sein – Ende des Jahres hört die Band auf.

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Sie spielen auf der Bremen-Vier-Bühne ihre Hits wie „Löppt“, „Een vun de Fofftig Penns“ oder „Duuster“. Und natürlich darf in Bremen auch der Song „Gröön un witt“ nicht fehlen. Riemelmeester Malde, Plietsche Torbo und Kommodige Jaykopp, wie sich die Platt-Rapper nennen, werden beim Auftritt unterstützt von Tjalf Hoyer, Sänger der Band Afterburner.

Party im Tunnel

Improvisation ist alles. Die Breminale-Besucher suchen Schutz vor dem Regen im Kunsttunnel zwischen der Kunsthalle und dem Osterdeich. Aus Smartphones oder kleinen Boxen kommt etwas Musik, von der Bremen-Next-Bühne schallen die Beats herüber. Also einfach Party im Tunnel: Es wird getanzt, getrunken und gefeiert.

Individuelle Patches

Es rattert am Stand von Gina von Döhlen und ihrem Partner Kiki. Die beiden holen ein Handwerk mit langer Tradition auf die Breminale: Von Döhlen sitzt hinter einer mehr als 150 Jahre alten Kurbelstickmaschine, ihre Füße stecken in Flipflops, bewegen sich auf dem Pedal der Maschine auf und ab – am Ende wird ein Patch entstanden sein. Eine Ananas liegt unter der Nadel – die Frucht ist schon gelb, die letzten Blätter in Arbeit. Eine Stunde näht Gina an der Ananas. „Bei größeren Motiven kann es auch länger dauern“, sagt sie.

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Jeder könne mit einer Idee kommen und diese würden sie dann umsetzen. Möglich sind auch Schriftzüge – oder man sucht sich einfach eines unter den fertigen Motiven aus. Die individuellen Patches lassen sich an Kleidungsstücke oder Taschen nähen. Sonst stickt und malt das Paar mit Airbrush unter seinem Label PMA Machine (Positive Mental Attitude) in einer Werkstatt in der Plantage in Findorff, sie stehen erstmals auf dem Kulturfestival, in ihrer Werkstatt hätten sie zudem Sattler und Schneider.

Nachwuchs auf die Bühne

Der Breminale-Sonntag steht ganz im Zeichen der Nachwuchsbands. Nicht nur beim Live-in-Bremen-Wettbewerb (siehe Musiktipp) können sich die jungen Acts auf der Bremen-Vier-Bühne vor größerem Publikum zeigen. Auch ein paar Meter weiter spielen auf der Flut-Bühne unter dem Titel „Newcomer on Stage“ fünf Nachwuchsbands ab 14 Uhr.

Ausstellung für alle

Auf der Fläche hinter der Kunsthalle gibt es kostenloses Programm. Aber auch nebenan ist der Eintritt frei: Die Kunsthalle öffnet am Wochenende ihre Türen für jedermann. Das ist auch am Sonntag der Fall. In der Kunsthalle steht ein verschiedenartiges Programm auf dem Plan: Am Sonnabend gab es eine Aufführung eines Kunst-Puppenspiels. An diesem Sonntag ist für 16 Uhr ein Konzert von Natalia Novikova geplant. Ihre Musik ist eine tanzbare Mischung aus Klassik und Jazz. Außerdem laden Studierende der Universität Bremen von 13 bis 17 Uhr zum Kunstschnack ein.

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