Staatsschutz ermittelt

Rechte Schmierereien am Büro der Bremer Grünen

Die Geschäftsstelle der Bremer Grünen am Altenwall ist vermutlich in der Nacht zu Sonnabend mit Drohungen beschmiert worden. Der Staatsschutz ermittelt.
31.08.2019, 14:24
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Rechte Schmierereien am Büro der Bremer Grünen
Von Nina Willborn
Rechte Schmierereien am Büro der Bremer Grünen

Unbekannte haben Todesdrohungen und rechte Parolen an das Landesbüros der Grünen am Altenwall geschmiert.

Screenshot/ twitter.com/AlexWerwath

Unbekannte haben Todesdrohungen und rechte Parolen an den Rahmen der Eingangstür und eine Wand des Landesbüros der Grünen am Altenwall geschmiert. Die Täter schrieben vermutlich in der Nacht zu Sonnabend mit schwarzem Filzschreiber „In den Ofen mit oich (sic!)“, „Deutschland erwache“ und „Habeck verrecke“ - gemeint ist der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck.

Alexandra Werwath, Landesvorstandssprecherin der Grünen, entdeckte die Schmierereien am Vormittag gemeinsam mit Kollegen und meldete sie der Polizei. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf die Täter. „Die Ermittlungen laufen“, sagte ein Polizeisprecher. „Eingeschaltet sind die Kriminalpolizei und der Staatsschutz.“

Für Werwath ist ein Zusammenhang mit dem Christopher-Street-Day, der am Sonnabend in Bremen gefeiert wird, denkbar. Es sei durchaus möglich, sagte sie, dass sich die Täter durch die Regenbogenflaggen am Gebäude angestachelt gefühlt hätten. Möglich sei ebenfalls, dass die Schmierereien anlässlich des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September vor 80 Jahren oder den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am Sonntag entstanden, bei denen CDU und SPD hohe Verluste drohen. In Sachsen könnte die AfD stärkste Kraft werden.

„Wir nehmen den Vorfall sehr ernst“, sagte Werwath, „aber man muss ihn auch im Verhältnis sehen.“ Grünen-Politiker in ostdeutschen Bundesländern seien wesentlich häufiger rechten und antisemitischen Hass-Botschaften ausgesetzt als die Bremer Kollegen. Werwath: „Wir lassen uns von solchen Drohungen und Beschimpfungen nicht einschüchtern. Wir setzen uns nun erst recht für Freiheit, Toleranz und eine offene Gesellschaft ein.“

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