Angriff in Bremer Kneipe Rechtsextremer sitzt nach Bluttat in Haft

Bremen. Am 25. März geraten mittags zwei angetrunkene Männer in der Gastwirtschaft Klause 38 im Herdentorsteinweg heftig aneinander. Einer von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Ein Umstand, der ihm beinahe zum Verhängnis wird.
07.05.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rose Gerdts-Schiffler

Bremen. Am 25. März geraten mittags zwei angetrunkene Männer in der Gastwirtschaft Klause 38 im Herdentorsteinweg heftig aneinander. Beides sind Deutsche, doch der eine hat einen sogenannten Migrationshintergrund. Ein Umstand, der ihm an diesem Sonntag in der Bremer Innenstadt beinahe zum Verhängnis wird.

Nach Informationen des WESER-KURIER wird der Mann von rassistischen und ausländerfeindlichen Beschimpfungen überzogen. Ein Wort gibt das andere. Plötzlich soll der Provokateur aufgesprungen sein und seinen Kontrahenten mit einer Bierflasche traktiert haben. Mehrere Schläge, die mit Wucht ausgeführt wurden, sollen den überraschten Mann am Kopf getroffen haben. Als die Bierflasche zerbricht, hört der Angreifer nicht auf, sondern rammt die abgebrochene Flasche in den Hals des Opfers. Bevor er den schwer verletzten Mann ein weiteres Mal attackieren kann, zieht ihn ein Bekannter weg. Gemeinsam flüchten die Täter aus der Gastwirtschaft.

Der ermittelnde Staatsanwalt Uwe Picard bestätigte am Wochenende auf Nachfrage den Vorfall. Der mutmaßliche 27-jährige Täter sei Ende vergangener Woche festgenommen und sitze in Haft. "Nach dem zweiten Mann wird noch gefahndet", so Picard. Weitere Angaben zu dem mutmaßlichen Täter, der aus dem südlichen Bremer Umland stammen soll, wollte Staatsanwalt Picard mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. Die Suche nach dem Täter hatte direkt nach der Bluttat in der Gastwirtschaft die seit Januar existierende sogenannte "EG-Trio" des Staatsschutzes übernommen (siehe obigen Artikel). Die Beamten gingen aufgrund der ausländerfeindlichen Beschimpfungen von einer politisch motivierten Tat aus. Doch dies war offenbar nicht der einzige Hinweis darauf.

Wie unserer Zeitung bekannt wurde, soll der in Untersuchungshaft sitzende Mann eine auffällige Tätowierung am Hals tragen, die in Verbindung mit der in Deutschland verbotenen Organisation "Blood and Honour" (Blut und Ehre) steht. Die Worte Blut und Ehre waren einst auf den Fahrtenmessern der Hitler-Jugend eingraviert. "Blood and Honour" ist ein weiterhin existierendes rechtsextremes Netzwerk. Der Bremer Polizei ist der 27-Jährige bereits als rechter Gewalttäter bekannt. Er soll mehrfach in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Fußballspielen aufgefallen sein.

Am vergangenen Donnerstag wurde er festgenommen. Am Freitag erließ das Amtsgericht Bremen Haftbefehl gegen den Mann wegen versuchter Tötung und schwerer Körperverletzung. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ob sich der mutmaßliche Täter zu den Vorwürfen geäußert hat, ist derzeit nicht bekannt.

Das bei dem Angriff schwer verletzte Opfer konnte dank Intensivmedizin gerettet werden. Der Mann soll das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen haben. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.

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