Alexander von Humboldt

Rechtsradikale kapern Segelschiff

Aktivisten der „Identitären Bewegung" haben auf der Alexander von Humboldt an der Schlachte ihre Flagge gehisst. Mit der Aktion wollen sie unter anderem gegen Hilfseinsätze im Mittelmeer protestieren.
17.05.2017, 17:24
Lesedauer: 2 Min
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Rechtsradikale kapern Segelschiff
Von Jan Oppel
Rechtsradikale kapern Segelschiff

Ist von Mitgliedern der Identitären Bewegung gekapert worden: die Alexander von Humboldt (Archivbild).

Frank Thomas Koch

Aktivisten der „Identitären Bewegung" haben auf der Alexander von Humboldt an der Schlachte ihre Flagge gehisst. Mit der Aktion wollen sie unter anderem gegen Hilfseinsätze im Mittelmeer protestieren.

Rechtsradikale Aktivisten der „Identitären Bewegung“ haben in den vergangenen Tagen das Segelschiff Alexander von Humboldt an der Bremer Schlachte besetzt. Die Gruppe hisste ihre Flaggen mit dem griechischen Lambda-Symbol sowie ein Banner mit der Aufschrift „Festung Europa! Grenzen schützen – Leben retten. Hilfe vor Ort statt Asylwahn“. Der Besitzer des Schiffs hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. Im Zuge einer eingeleiteten Fahndung konnte die Polizei mehrere mutmaßliche Täter stellen und nahm ihre Personalien auf. „Die weiteren Ermittlungen dauern an“, teilte eine Sprecherin mit.

Die rechten Aktivisten aus Bremen unterstützen die Bestrebungen der „Identitären Bewegung“, Hilfseinsätze für Geflüchtete im Mittelmeer mit Blockadeaktionen zu behindern. Die Gruppe fordert geschlossene Außengrenzen für Europa.

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Identitäre blockierten Schiff von SOS Mediterranee

Nach einem Bericht des Informationsdienstes „Blick nach rechts“ blockierten Anhänger der „Identitären“ in der vergangenen Woche im Hafen der italienischen Stadt Catania mit einem kleinen Boot die Aquarius – ein Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee. Die Aquarius wurde so kurzzeitig am Auslaufen gehindert, bis die Hafenbehörde das Treiben beendete.

Nach der Aktion konnte die Aquarius unbeschadet in Richtung libyscher Küste aufbrechen. Dort will die Besatzung des Schiffs Geflüchtete retten, die in Seenot geraten sind. Das Schiff war im Februar vergangenen Jahres von Bremerhaven aus zu seiner Mission gestartet. Die Rechtsradikalen wollen bei ihren Blockade-Aktionen nun noch einen Schritt weiter gehen. „Wir brauchen ein Schiff, ein Kapitän und eine Crew“, hieß es in einem Online-Aufruf der „Identitären Bewegung“ bei Facebook.

Die Ideologie der neuen Rechten zielt auf den Erhalt einer vermeintlichen „kulturellen Identität“ der europäischen Völker, deren Fortbestand sie durch die Einwanderung von Muslimen in Gefahr sehen. Im aktuellen Bremer Verfassungsschutzbericht heißt es zur „Identitären Bewegung“: „Ihre nationalistische, fremden- und insbesondere islamfeindliche Einstellung verbreiten die ,Identitären’ auf professionell gestalteten Plakaten, Flyern und Videos, die insbesondere dazu geeignet erscheinen, junge aktionsorientierte Personen anzusprechen.“

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