Zitate zur Nachbarschaft "Regionale Diplomatie"

Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Bremen und seinen Nachbarn entwickelt? Aufschluss darüber geben auch Zitate Handelnder aus den vergangenen Jahren zum Thema.
21.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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2000: Aus dem Hoffmann-Papier: „Werden die Lasten nicht grenzüberschreitend gerecht aufgeteilt, ist es theoretisch recht und billig, den Umlandbewohnern einen Obolus für die kostspieligen Dienstleistungseinrichtungen im Stadtstaat abzuverlangen. In Form von Sondergebühren und -preisen für Schulen, Theater, Universität und Verkehr.“ (Reinhard Hoffmann, Chef der Bremer Senatskanzlei).

2002:„Aus meiner Sicht müssten die Unternehmer im Umland, etwa in Stuhr oder in Lilienthal, permanente Bittprozessionen veranstalten, damit der Stadtstaat erhalten bleibt. Weil sie davon profitieren.“ (Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschaftler).

2005: „Das Thema Stuhr zeigt, wie dringend wir eine verlässliche Regionalplanung brauchen. Die Gemeinde hat in Brinkum-Nord rund 40 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstehen lassen, ohne sich jemals mit den Nachbarn abzusprechen. Wir wollen nach wie vor eindeutig geklärt haben, was künftig in Brinkum-Nord passiert. Stuhr weigert sich bislang, sich hier festzulegen. Aber der Weg, den Stuhr mit einem massiven Wettbewerb zwischen den Gemeinden eingeschlagen hat, ist nicht zukunftsfähig.“ (Jens Eckhoff (CDU), Bausenator).

2006: „Ich persönlich hoffe, dass Bremen seine Selbstständigkeit behält. Wir würden in der Region viel Geld verlieren, wenn es anders käme. Für mich ist klar: Wenn Bremen stark ist, ist auch das Umland stark.“ (Manfred Cordes, Vorsitzender des Kommunalverbundes).

2007: „Prozesse sind überflüssig, sie helfen niemandem. Man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass es bei aller Partnerschaft weiterhin Individualinteressen geben wird. Das ist auch in Ordnung so und wird trotz Metropolregion und Kommunalverbund nie anders sein.“ (Gerd Stötzel, Landrat des Landkreises Diepholz).

2008: „Wenn man Bremen isoliert betrachtet, mag die Ansiedlung weiterer Möbelmärkte Sinn machen. Aber wenn die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Kommunalverbund fortgesetzt werden soll, muss man auch zu einer regionalen Betrachtung kommen. Da sehen wir, ebenso wie unsere Kollegen, dass der Markt schon heute übersättigt ist.“ (Ralph Dodenhof, Unternehmer).

2010: „Natürlich gibt es Konflikte. Aber es gibt keine Alternative zu einer engen Zusammenarbeit. Und da sind nicht nur die Gemeinden, sondern auch die Landkreise gefordert. Das muss Hand in Hand gehen und läuft beispielsweise im Bereich der Einzelhandelsansiedlung sehr gut.“ (Manfred Cordes, Vorsitzender des Kommunalverbundes).

2013: „Natürlich hat die Bremer Verwaltung durch ihre Differenzierung und Größe eine ganz andere Kompetenz als eine Landgemeinde. Ein Bremer Bürgermeister ist einerseits quasi oberster kommunaler Wahlbeamter wie sein Kollege aus Stuhr oder Weyhe, andererseits als Ministerpräsident eines Bundeslandes auch bundespolitischer Akteur. Das ist nicht so leicht kompatibel. Deshalb ist kluge Regionaldiplomatie gefragt.“ (Rainer Danielzyk, Regionalforscher).

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