Horst Wehrse hat sein zweites Buch veröffentlicht / Erlebnisse auf den verschiedenen Kontinenten

Reisen sind seine Leidenschaft

Seit seinem 20. Lebensjahr ist Horst Wehrse an all seinen Urlaubstagen auf Reisen. Als er 1983 eine Anstellung in Bremen annahm, bat er inständig um mehr Urlaubstage, als ihm eigentlich zustand. Als Ruheständler ist er nun von einer fünfmonatigen Weltreise zurückgekehrt und präsentiert sein zweites Buch. Die Druckfahnen hat er auf seiner Tour gelesen.
18.05.2014, 00:00
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Von Edwin Platt
Reisen sind seine Leidenschaft

Horst Wehrse mit seinem jüngsten Buch „Geckos rufen im Schatten der Nacht“.

Roland Scheitz

Seit seinem 20. Lebensjahr ist Horst Wehrse an all seinen Urlaubstagen auf Reisen. Als er 1983 eine Anstellung in Bremen annahm, bat er inständig um mehr Urlaubstage, als ihm eigentlich zustand. Als Ruheständler ist er nun von einer fünfmonatigen Weltreise zurückgekehrt und präsentiert sein zweites Buch. Die Druckfahnen hat er auf seiner Tour gelesen.

Stolzenau im Landkreis Nienburg hat heute gut 7000 Einwohner. Horst Wehrse, Jahrgang 1950, lebte dort als Kind. Als Elfjähriger fuhr er für vier Tage mit dem Vater in die Vogesen, wo der Vater in Gefangenschaft gewesen war. „Jedes Rauskommen war ein großes Erlebnis“, sagt Wehrse heute. Später fuhr er mit Freunden im NSU Prinz nach Italien und verpflichtete sich zu zwei Jahren Bundeswehr, um nach Holland zu kommen. „Heute würde ich verweigern“, so Wehrse. „Meine Reisen haben diese Haltung bestärkt.“ Er besuchte die Wolfsschanze, Auschwitz und das Anne-Frank- Museum.

Zu Beginn seines Berufslebens absolvierte Horst Wehrse, der im Steintor wohnt, eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. „Ich dachte, damit gäbe es gute Chancen, die Welt kennenzulernen.“ Doch er irrte und blieb beruflich im Lande. 1975 begann er ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft und zog danach nach Hamburg, „dem Tor zur Welt“.1983 kehrte er nach Bremen zurück. Bei allen Veränderungen pflegte er seine Musikliebe und spielte mit der „Intercity- Band“ in den Kreisen Diepholz und Nienburg Tanzmusik. Auch nachdem er das 60. Lebensjahr längst überschritten hat, bleibt er dem Saxofon und anderen Instrumenten treu.

„Geckos rufen im Schatten der Nacht“, lautet der Titel des jüngsten Buches von Horst Wehrse. Die Texte über Erlebnisse auf verschiedenen Kontinenten hat er nicht wie fast alle anderen Autoren in vielen Stunden am Schreibtisch erarbeitet, sondern unterwegs. Mal auf zwei, mal auf zwanzig Seiten beschreiben seine Reiseberichte, die weder Ratgeber noch klassischer Reiseführer sein sollen, Metropolen, Landschaften, Naturerlebnisse und Begegnungen. Sie nennen Reiseziele und Tipps, allerdings nicht durchgängig und vollständig. Sie sollen neugierig machen und lassen das Fernweh spüren, das Wehrse in sich trägt.

„In Barcelona ist es Gaudi, auf den Philippinen die Chocolate Hills, in den USA sind es New Orleans, Chicago und – vor allem wegen der Musik – Nashville, die ich sehen möchte“, sagt Wehrse, der diese Orte freilich längst besucht hat.

„Mietwagen nehme ich ungern, lieber den Bus“, berichtet er. Wehrse weiß: Im Auto ist man allein. Er möchte dagegen Begegnungen, um viel über Land und Leute zu erfahren. Selbstverständlich informiert er sich vorab aus Reiseführern, doch dann will er möglichst viel selbst entdecken.

„Mein Interesse an touristischen Kontakten ist gering, an Kontakten zu Einheimischen groß“, beschreibt Wehrse seine Haltung. Wobei sein Fernweh nicht weit ausschweifen muss, nachdem er die Freiheitsstatue der USA und die Einbeinfischer von Myanmar schon kennt. Seine Fußwanderung, bisher von Dänemark bis Celle, möchte er an freien Tagen fortsetzen. Seit 2000 ist ein Notizblock Wehrses ständiger Reisebegleiter – oder bei bequemen Touren ein Tagebuch. Seit 2001 veröffentlicht er Reiseberichte im Internet – sein erster Bericht handelte damals von der Seidenstraße. Aufgrund positiver Rückmeldungen von Lesern, die nach einem Buch verlangten, brachte er 2006 sein Erstlingswerk „Guanacos kreuzen den Weg“ mit 416 Seiten heraus.

Für sein zweites Werk suchte der Bremer auf der Frankfurter Buchmesse einen Verlag, nachdem er Probleme des Selbstverlags mit Books on Demand kennengelernt hatte.

Er erhielt eine Zusage, schickte sein Manuskript zum Verlag und reiste. So kam es, dass er aus anderen Teilen der Welt Korrekturen zu „Geckos rufen im Schatten der Nacht“ mit dem Verlag abstimmte. Das Buch kam druckfrisch in die Läden, als der Ruheständler Horst Wehrse es noch genoss, monatelang reisen zu können.

„Geckos rufen im Schatten der Nacht“, Reiseberichte von Horst Wehrse, 442 Seiten, 23,90 Euro. ISBN 978-3-95631-112-3, Shaker-Media.

Reiseberichte von Wehrse im Internet gibt es unter www.reisen.call-n-deal.de, dabei geht es unter anderem um den Nahen und den Fernen Osten, Kreml, Prag, Rhodos, Australien und Rügen.

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