Skat-AG der Wilhelm-Kaisen-Schule feiert fünften Geburtstag mit einem Turnier Reizen trainiert das Gedächtnis

Über ein Spiel die mathematischen Fertigkeiten erweitern – dieser Wunsch brachte Dieter Schwarzwälder auf die Idee, an der Wilhelm-Kaisen-Schule eine Skat-AG für Kinder und Jugendliche zu gründen. Mit einem Turnier feierten die Beteiligten und ihre Gäste das fünfjährige Bestehen.
05.10.2014, 00:00
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Von Christian Markwort

Über ein Spiel die mathematischen Fertigkeiten erweitern – dieser Wunsch brachte Dieter Schwarzwälder auf die Idee, an der Wilhelm-Kaisen-Schule eine Skat-AG für Kinder und Jugendliche zu gründen. Mit einem Turnier feierten die Beteiligten und ihre Gäste das fünfjährige Bestehen.

Etwas ratlos blickt die neunjährige Antonia aus Rönnebeck auf die zehn Karten in ihrer Hand. In der Mitte des Tisches liegen eine Pik-Dame und eine Karo-Acht. Nach kurzem Zögern legt das Mädchen eine Herz-Zehn auf die beiden anderen Karten – und heimst damit den entscheidenden Stich ein. „Herz ist Trumpf“, ruft die Kleine, die seit knapp einem Jahr Skat spielt und anlässlich des fünften Geburtstages der Skat-AG aus Bremen-Nord in die Wilhelm-Kaisen-Schule nach Huckelriede gekommen ist.

Organisiert hat das Geburtstagsturnier der Initiator der Skat-AG, Dieter Schwarzwälder. Der Jugendleiter des Bremer Skatverbands setzt sich seit vielen Jahren für die Nachwuchsförderung ein und strebt zudem die Anerkennung des traditionellen Kartenspiels als richtige Sportart ein. „Skat ist genauso wie Schach ein Denksport“, betont Schwarzwälder, „deshalb sollte es auch genauso behandelt werden und dieselbe Anerkennung erfahren.“ Darüber hinaus möchte er das Kartenspiel, das sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Spiel Schafkopf entwickelt hat, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkennen lassen. „Skat hat in jedem Fall das Potenzial dazu“, ist Schwarzwälder überzeugt, „weil es vor allen Dingen den kleinen Spielern in Mathematik hilft und gerade bei uns in Deutschland eine lange Tradition hat.“ Mit zunehmender Spielzeit werde das „Kopfrechnen ebenso selbstverständlich wie das Atmen“, und im Mathematik-Unterricht seien bei zahlreichen Schülern deutliche Leistungssteigerungen zu verzeichnen. „Skat trainiert das Gedächtnis“, verdeutlicht Schwarzwälder, „Mathe wird damit für viele Schüler einfacher.“

Nils ärgert sich über seinen Fehler

Den kleinen Nils aus Ramstadt in der Nähe von Husum interessiert das an diesem Tag allerdings nicht so wirklich. Der Zehnjährige sitzt mit zwei älteren Spielern am Tisch und reizt, was das Zeug hält. Seit einem knappen Jahr spielt der Junge Skat, seine Mutter hat ihn auf den Geschmack gebracht. „Wir spielen zu Hause ganz oft Skat“, sagt der Knirps, der sich gerade über einen schlimmen Fehler ärgert: Er wollte einen Grand Hand spielen, hat aber den Skat – zwei Karten, die bei dieser Spielvariante in der Tischmitte liegen bleiben müssen und auf keinen Fall von dem Einzelspieler aufgenommen werden dürfen – aus Versehen in die Hand genommen. „Mist“, ruft Nils verärgert aus, „jetzt habe ich das Spiel verloren.“ Normalerweise unterlaufe ihm solch ein Fehler nicht, „aber ich habe die ganzen Sommerferien über nicht gespielt und bin etwas aus der Übung“, erklärt er mit grimmig klingender Stimme.

Am Rande der insgesamt zwölf Spieltische beobachtet Dieter Schwarzwälder mit seinen beiden Ehrengästen und weiteren Mithelfern vom Veranstalter „Bremer Asse“ das muntere Kämpfen um Trümpfe, Stiche und Punkte. Dietmar Laske, Präsident des Skatverbands Niedersachsen-Bremen, und Klaus Bier, Präsident des Bremer Skatverbandes, sind der Einladung des Organisators gerne gefolgt und werben am Rande des Turniers ebenfalls für den Sport. „Der Bremer Skatverband hatte noch nie so viele jugendliche Mitglieder wie derzeit“, erklärt Bier, „besonders bedanken möchte ich mich bei allen Funktionären in den Klubs, die letztlich alle für unseren geliebten Skatsport tätig sind, sowie bei den Skatlehrern an den Bremer Schulen, wie zum Beispiel bei Dieter Schwarzwälder.“

Dieser freut sich über das Lob ebenso wie über den regen Zuspruch beim Turnier. Insgesamt 43 Teilnehmer zwischen zehn und 81 Jahren reizen, was die Blätter hergeben, und spielen vollkommen ohne jegliche Berührungsängste ganz unbefangen mit- oder gegeneinander. In zwei Serien à 32 Spielen suchen sie nach dem Gesamtsieger, ohne allerdings den Spaß zu vernachlässigen. „Skat ist voll geil“, bringt der kleine Nils die Stimmung beim Turnier auf den Punkt. Seinen kleinen Fauxpas beim „Handspiel“ einige Stunden zuvor hat er da schon längst wieder vergessen. Im Gesamt-Klassement belegt Nils in der Spielklasse „Bambini“ schließlich den fünften Platz, die kleine Antonia zeigt sich mit ihrem neunten Platz in der Klasse „ganz zufrieden. Es war ja mein allererstes Turnier“, betont die Kleine.

Neben befreundeten Vereinen der „Bremer Asse“ aus der Hansestadt und dem norddeutschen Raum sowie Schülern der Wilhelm-Kaisen-Schule nahmen am Turnier auch Mitglieder der Skat-AG der Schulen an der Hemelinger Straße, der Brokstraße, der Oberschule am Leibnizplatz, des Alten Gymnasiums sowie des Gymnasiums an der Hamburger Straße teil.

Für die Mittagspause zwischen den beiden Spielserien hatte Mensa-Chefin Sabine Westermann Nudeln mit Tomaten-und Käsesoße sowie leckeren Nachtisch zubereitet, auch die Kosten für das Frühstück übernahm die Schulleitung. Die Pokale und den Kuchen am Nachmittag spendierte ein Bremer Unternehmen, „dessen Inhaber immer ein offenes Ohr für die Jugend hat“, wie Organisator Dieter Schwarzwälder in seinem Dankeswort betonte.

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