Kampf um Erhalt der Galopprennbahn

Rennverein gibt sich letzte Frist

Der Bremer Rennverein von 1857 will den Kampf um den Erhalt der Galopprennbahn noch nicht aufgeben. Nun wurde eine Frist bis 15. Mai vereinbart, um Geld für den Weiterbetrieb zu organisieren.
10.04.2017, 22:02
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Rennverein gibt sich letzte Frist
Von Jürgen Hinrichs
Rennverein gibt sich letzte Frist

Galopprennbahn Bremen

KARSTEN KLAMA +49(0)16097358461

Der Bremer Rennverein von 1857 will den Kampf um den Erhalt der Galopprennbahn noch nicht aufgeben. Nun wurde eine Frist bis 15. Mai vereinbart, um Geld für den Weiterbetrieb zu organisieren.

Nach einer dreistündigen und sehr lebhaften Debatte hat sich der Bremer Rennverein von 1857 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend dazu entschlossen, den Kampf um den Erhalt der Galopprennbahn in der Vahr doch noch nicht aufzugeben. Eigentlich wollte der Vorstand eine Einigung mit der Stadt erzielen, um sich als Vertragspartner nach dem vorerst letzten Renntag am 18. Juni dieses Jahres schiedlich-friedlich zu trennen. Diesen Weg mochten die Mitglieder aber nicht mitgehen. Es soll stattdessen geprüft werden, ob es ungeachtet der Kündigung weitere Rennen geben kann. Das teilte am Abend Vorstandssprecher Frank Lenk mit. Es sei eine Frist bis zum 15. Mai vereinbart worden, um das notwendige Geld für einen Weiterbetrieb zu organisieren. „Es wäre eine Art Zwischennutzung, denn so schnell werden die Bagger nicht rollen“, sagte Lenk.

Dem Verein war mit Wirkung zum Ende dieses Jahres von der Stadt gekündigt worden. Ein Passus im Pachtvertrag hatte das möglich gemacht. Demnach muss die Rennbahn geräumt werden, wenn es konkrete Pläne gibt, die Fläche zu bebauen. In einer Sitzung der Baudeputation Ende vergangenen Jahres war mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion von SPD und Grünen und gegen das Votum von CDU, FDP und Linken ein entsprechender Beschluss gefasst worden.

Widerstand gegen die Pläne

Anders ist die Situation beim Golfclub, der im Innenraum des Ovals der Rennbahn eine Neun-Loch-Anlage betreibt. Der Verein besitzt einen unkündbaren Pachtvertrag bis zum Jahr 2034 und hat erklärt, ihn nicht aufzugeben. Die Stadt kann die Golfer nicht so ohne Weiteres loswerden. Es gibt keinen juristischen Hebel dafür. Einzige Möglichkeit ist, den Club auszubezahlen. Die Entschädigung würde sich aus der Summe der entgangenen Gewinne und der bisher getätigten Investitionen zusammensetzen. Das Geld dafür sollte vorhanden sein, meint Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD): „Wir haben ja die Erlöse aus dem Verkauf der Grundstücke.“

Widerstand gegen die Pläne, die Galopprennbahn aufzugeben, um auf dem 36 Hektar großen Gelände ein großes Wohnquartier zu schaffen, gibt es auch in den beiden zuständigen Beiräten in der Vahr und in Hemelingen. Irritiert und verärgert war man dort vor allem über die Art des Vorgehens. Die Beiräte fühlten sich übergangen. Sie brachten als Kompromiss andere Varianten ins Spiel, zum Beispiel eine Verkleinerung des 2600 Meter langen Geläufs. Um stärker am Planungsprozess beteiligt zu werden, wurde ein sogenannter Regionalausschuss gebildet, in dem Vertreter von Politik und Verwaltung Rede und Antwort stehen müssen. Schließlich gibt es auch noch eine Initiative der Anwohner, die für den Erhalt der Galopprennbahn streitet.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+