"Schulschiff Deutschland" im Dock

Reparaturen sind dringend notwendig

Das „Schulschiff Deutschland“ muss dringend repariert werden. Ein Gürtelband aus Stahl soll die Außenhaut stärken. Die Kosten der Schiffs-Rettung sollen dennoch im Rahmen bleiben.
04.11.2014, 18:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Kölling
Reparaturen sind dringend notwendig

Das Schulschiff Anfang November im Dock.

Volker Kölling

Die Hoffnung, dass der Rumpf des Schiffes besser ist als befürchtet – sie erfüllte sich nicht. Stellenweise hielt nur noch zwei Millimeter Metall das Weserwasser außenbords – die Ultraschallmessungen der Außenhaut haben erst gezeigt, wie dringend das „Schulschiff Deutschland“ ins Dock musste. Das Unterwasserschiff ließ sich erst mit Ultraschall untersuchen, nachdem das Schwimmdock jetzt den 86 Meter langen Dreimaster trocken gelegt hatte. Der Befund bedeutet auch, dass die maximal kalkulierte Menge von 35 Tonnen Stahl auf die Außenhaut des schwimmenden Denkmals mühsam geschweißt werden muss.

„Ich hatte an der Dame ja nur vorsichtig oberhalb des Wasserpasses messen können. Darunter gingen die Messwerte der Wandstärken fast wie befürchtet noch einmal runter – auf vier, auf drei und immer wieder sogar auf zwei Millimeter“, berichtet Schiffsbetriebsmeister Ingo Müller-Fellmett. Aber nicht der ganze Rumpf ist so porös: Ein Gürtelband aus Stahl einmal um das Schulschiff herum soll jetzt helfen. Und dazu gibt es am Unterwasserschiff noch hier und da Stahlpflaster von bis zu zwei-mal anderthalb Meter großen Platten.

Kosten sollen im Rahmen bleiben

„Damit sind wir noch in der Kalkulation der von uns ausgeschriebenen Arbeiten. Allerdings hätten wir uns natürlich gewünscht, der Zustand des Rumpfes hätte sich als besser herausgestellt – auch, um Geld zu sparen“, so Claus Jäger, der Vorsitzende des Deutschen Schulschiff-Vereins. Noch könne man den Kostenrahmen der Schulschiff-Rettung halten.

Doch auch da kneift es noch. Bremens ehemaliger FDP-Wirtschaftssenator hat sich jedenfalls schon einmal darauf eingestellt, auf Veranstaltungen wie der Kür des Unternehmers des Jahres durch den Wirtschafts- und Strukturrat in Bremen-Nord am 11. November auch die Wirtschaft um weitere Spenden zu bitten.

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Durch den gemeinsamen Spendenaufruf von Schulschiff-Verein und WESER-KURIER sind laut Jäger inzwischen über 100.000 Euro für die Rettung des maritimen Denkmals zusammen gekommen: „Auf das Geld sind wir dringend angewiesen, und die Spendenaktion geht auch noch weiter.“

Am Dienstag gab es für ihn von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Bremerhavener Dock aus der Hand des Bremer Ortskurators Horst Helms einen 50.000-Euro-Scheck für das Schiff. Während Helms gemeinsam mit Landeskonservator Professor Georg Skalecki unter dem Schiff die schlanken Linien des legendären Schnellseglers bewunderte, stellte die Dockmannschaft rund herum schon die Gerüste auf. Heute sollen die Schweißarbeiten unter dem Schiff dort beginnen, wo innen der Betonballast das Ausbrechen eines Feuers verhindert.

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Zeitgleich zerlegen innen im Schiff Tischler, Elektriker und Heizungsbauer alle Kabinen und Innenausbauten auf Höhe der Wasserlinie – da, wo es auch innen beim Schweißen gefährlich heiß werden kann. Weil der Gürtel der Stahlplatten außen zwei bis zweieinhalb Meter hoch sein wird, ist innen entsprechend viel zu tun. Ingo Müller-Fellmett: „Bis zwanzig Zentimeter über und unter den Schweißnähten muss alles weg. Und selbst dann wird innen ein Feuerschutzmann mit CO2-Löscher und Wasserspritze aufpassen, dass sich nicht noch innen an der Außenhaut die brennbare Farbe entzündet.“

Aber auch bei diesem sensiblen Teil des Jobs hat Ingo Müller-Fellmett bei den Kollegen der BVT-Werft ein gutes Gefühl: „Die haben ja gerade die alte Alexander von Humboldt von Grund auf saniert. Auch ein altes, genietetes Segelschiff. Da musste man genauso aufpassen.“

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