Kommentar über Retouren-Vernichtung

Retouren: Eine schnelle Lösung ist nötig

Retouren sollten nicht mehr vernichtet werden dürfen. Der nun beschlossene Entwurf lässt die wichtigen Fragen aber offen, findet Wirtschaftsredakteur Stefan Lakeband.
13.02.2020, 06:00
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Retouren: Eine schnelle Lösung ist nötig
Von Stefan Lakeband
Retouren: Eine schnelle Lösung ist nötig

Eine Mitarbeiterin eines Vermarkters sortiert die Retouren. Aber jährlich werden 20 Millionen der in Deutschland zurückgeschickten Artikel vernichtet.

CARMEN JASPERSEN/DPA

Das Ziel ist löblich, die Umsetzung noch mangelhaft: Auch wenn das Bundeskabinett nun einen Gesetzesentwurf beschlossen hat, um die unnötige Vernichtung von Retouren zu vermeiden – gut ist damit längst nicht alles. Bislang ist das Gesetz eine leere Hülle, die mit Leben gefüllt werden muss.

Für welche Produkte gilt die Regel? Um welche Onlinehändler geht es? Und wie soll kontrolliert werden? Diese Fragen sind auch nach dem Beschluss am Mittwoch offen – und werden dem Vernehmen nach wohl nicht mehr in dieser Legislaturperiode beantwortet. Dabei ist eine schnelle Lösung für das Problem nötig.

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Knapp vier Prozent aller zurückgeschickten Waren werden vernichtet. Das hört sich zunächst nach nicht so viel an, betrifft jährlich aber rund 20 Millionen Artikel in Deutschland. Das ist Irrsinn – vielleicht nicht ökonomisch, aber ökologisch – und muss gestoppt werden. Dazu gehört nicht nur, dass die passenden Verordnungen schnell geschaffen werden, sondern auch, dass das Gesetz keine Schlupflöcher lässt. Etwa indem Retouren ins Ausland umgeleitet werden, wo die Vernichtung weiterhin legal sein könnte.

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