Vorbereitungen für Ausstellung im Overbeck-Museum Retrospektive zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes

Vegesack. Es soll ihr Abschiedsgeschenk an Bremen-Nord werden: Die scheidende Geschäftsführerin des Overbeck-Museums, Friederike Daugelat, bereitet in diesen Wochen eine Ausstellung als Retrospektive zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes vor.
10.08.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Retrospektive zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes
Von Patricia Brandt

Vegesack. Es soll ihr Abschiedsgeschenk an Bremen-Nord werden: Die scheidende Geschäftsführerin des Overbeck-Museums, Friederike Daugelat, bereitet in diesen Wochen eine Ausstellung vor, die ähnlich der Sonderschau anlässlich des 100. Todestags Fritz Overbecks bundesweit Aufmerksamkeit erregen soll. Es handelt sich um eine Retrospektive zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes.

7500 Besucher hat die Fritz-Overbeck-Schau Daugelat zufolge im vergangenen Jahr in den Bremer Norden gelockt. Nochmal so viele soll die neue Präsentation im Mai über dessen Ehefrau bringen, die von 1869 bis 1937 lebte. 'Es lohnt sich, ihr Werk wahrzunehmen', sagt Daugelat. 'Sie war Fotografin, hatte einen besonderen Blickwinkel. Die Birken zum Beispiel malte sie oben abgeschnitten'.

Zurzeit schreibt die Kunsthistorikerin, die bekanntlich 2011 als Kulturreferentin nach Schleswig-Holstein wechselt, Texte für einen Ausstellungskatalog im Hatje Cantz Verlag. 'Es wird die erste große Publikation über Hermine Overbeck-Rohte sein', sagt Daugelat. Noch wichtiger: Sie erscheint im Buchhandel.

Wie viele Bilder die Landschaftsmalerin hinterlassen hat, weiß die Chefin des Alten Packhauses nicht: 'Wir zählen noch, aber wir werden unsere Räume füllen.' Beim Zählen hilft Overbecks Enkelin, Gertrud Overbeck. Die holt derzeit auch Bilder als Leihgaben für die Präsentation zurück, die verschenkt oder verkauft wurden. Die meisten stammen aus den Ehejahren. 'Hermine Overbeck-Rohte hat ihren Mann fast 30 Jahre überlebt, aber ihr eigentliches Werk endet mit seinem Tod', so Daugelat. Die Mutter zweier Kinder habe ihr Schaffen immer hinten angestellt. 'Ihre Kinder fanden nach ihrem Tod einen großen Stapel Bilder, die gar nicht bekannt waren.'

Aus Anlass der geplanten Präsentation stellt die Frau, die aus der Stiftung Overbeck das Overbeck-Museum gemacht hat, ein umfassendes Begleitprogramm zusammen. Vorträge über Künstlerpaare wie die Rilkes, über die Malweiber um 1900 und über das Sanatorium in Davos, in dem die lungenkranke Künstlerin auf einer für sie konstruierten Staffelei Berglandschaften malte, gehören dazu. Und Overbeck will einmal mehr mit dem Hotel Strandlust kooperieren: Die Köche dort wollen Gerichte aus einem handschriftlichen Kochbuch der Familie servieren, nebst Eintrittskarte. Des Weiteren organisiert Daugelat Ortsführungen. 'Eine Schauspielerin schlüpft in die Rolle der Hermine und führt Gäste zum Auetal, wo viele Bilder entstanden.' Dort soll es übrigens auch Malkurse geben.

Das Interesse an den Overbecks sei im 20. Museumsjahr enorm, berichtet Daugelat. Der Freundeskreis der Einrichtung sei auf mehr als 200 Mitglieder gewachsen, das Museum beschäftige über 50 Ehrenamtliche und die angebotenen Kunstreisen seien so begehrt, dass sie regelmäßig ausgebucht sind. In Kürze soll zudem ein Hörbuch über den Briefwechsel des Paares erscheinen. Dass sich das Augenmerk nun ganz auf Fritz Overbecks Frau richtet, habe nach der großen Sonderschau 2009 in der Luft gelegen: 'Jeder wollte wissen: Und was war eigentlich mit der Frau?'

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