Thema in Sitzung des Horn-Leher Beirates Rhododendron-Park braucht Geld

Die sommerliche Dürre hat dem Rhododendron-Park schwer zugesetzt. Wenigstens vorübergehend braucht die Parkanlage eine Finanzspritze, um in gewohnter Form erhalten zu bleiben.
23.02.2019, 05:41
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Maren Brandstätter

Der vergangene Sommer hat dem Rhododendron-Park ziemlich zugesetzt. Während für gewöhnlich rund 8000 Kubikmeter Grundwasser ausreichen, um alle Pflanzen zu bewässern, lag der Verbrauch 2018 bei 31.000 Kubikmetern, wie Vorstandsmitglied Michael Werbeck jetzt im Horn-Leher Beirat berichtete.

Für diese Größenordnung habe das Grundwasser allerdings nicht ausgereicht, also habe man auch auf Trinkwasser zurückgreifen müssen. Die Wasserkosten seien aber nur einer von vielen Faktoren, die dem Rhododendron-Park derzeit finanziell zu schaffen machten. Da seien zum Beispiel die Beete, deren Erdreich nach und nach ausgetauscht und mit Drainage ausgestattet werden müsse, da es für Rhododendren und Azaleen nicht durchlässig genug sei. 55.000 Euro habe diese Maßnahme im vergangenen Jahr gekostet, 37.500 Euro davon seien durch private Spenden zusammen gekommen. „Auf solche Hilfen sind wir zurzeit angewiesen“, betonte er.

Lange Liste nötiger Maßnahmen

Denn seine Liste weiterer notwendiger Maßnahmen im Park war lang. So müsse beispielsweise ein neuer Brunnen für rund 60.000 Euro gebaut und der Uferbereich der Gewässer für etwa 25.000 Euro saniert werden. Die Erträge aus den 30 Millionen Euro Stiftungskapital des Parks reichen laut Werbeck auf Grund der Niedrigzinspolitik zurzeit nicht mehr aus, um allen Verpflichtungen nachzukommen. Er hoffe daher vorübergehend auf finanzielle Unterstützung, um den Park in seiner jetzigen Form erhalten zu können. Der Beirat unterstützte Werbeck in seinem Ansinnen. Der Rhododendron-Park sei von herausragender Bedeutung für Bremen, hieß es unisono aus den Fraktionen. In einem einstimmig verabschiedeten Haushaltsantrag forderte er daher die Bürgerschaft und zuständigen Ressorts auf, gemeinsam mit Vertretern der Stiftung entsprechende Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Mehr Personal für die Ortsämter

Nicht nur die Stiftung Rhododendron-Park, auch das Ortsamt Horn-Lehe braucht aus Sicht des Beirats Unterstützung. Bei einer Gegenstimme aus der CDU-Fraktion forderte er mehrheitlich, im Doppelhaushalt 2020/21 Mittel für eine Personalaufstockung bei den stadtbremischen Ortsämtern zu veranschlagen. Der Berufsalltag in den Ortsämtern habe sich in den vergangenen Jahren enorm verändert, hieß es in der Antragsbegründung der SPD-Fraktion.

Lesen Sie auch

Es werde mobiler und flexibler gearbeitet, immer mehr Informationen müssten immer schneller verarbeitet werden. Zu einem Mehr an Arbeit führten unter anderem verstärkte Aktivitäten in Sozialen Medien und eine stärkere Bürgerbeteiligung. Um die Arbeits­fähigkeit der Ortsämter insbesondere vor dem Hintergrund der sich stetig verändernden Rahmenbedingungen auch weiterhin zu gewährleisten, sei eine Personalaufstockung zwingend erforderlich. Birte Eckardt (CDU) erklärte ihre Gegenstimme mit unzureichenden Informationen zum konkreten Stundenbedarf im Horn-Leher Ortsamt.

Der Zustand der Berckstraße wird vom Beirat seit Jahren kritisiert – bislang ohne Erfolg. Auf Antrag der CDU-Fraktion forderte er nun erneut, Mittel für die Sanierung im Haushalt 2020/21 einzustellen. Die Berckstraße sei eine wichtige Zuwegung für die Horner Sportvereine und werde zudem verstärkt von Schülern und Radfahrern genutzt, hieß es zur Begründung. Auf Grund der massiven Schäden sei eine gefahrlose Benutzung derzeit allerdings nicht mehr zu gewährleisten.

Straßensozialarbeit am Limit

Auch für die Straßensozialarbeit in Horn-Lehe sollte nach Meinung des Beirats künftig mehr Geld ausgegeben werden. Auf Antrag der SPD forderten die Stadtteilpolitiker eine Regelfinanzierung für Straßensozialarbeit insbesondere im Kopernikusquartier. Mit Hilfe der Streetworker von Vaja – dem Verein für Akzeptierende Jugendarbeit – seien in der Vergangenheit diverse Konflikte entschärft, Cliquen aufgelöst und meist auch alternative Angebote der Freizeitgestaltung aufgezeigt worden, begründete Barnabás Adam den Antrag.

Für die Schulen im Stadtteil muss nach Ansicht des Beirats ebenfalls dringend Geld in die Hand genommen werden. Unter anderem forderte er, Mittel für die Fertigstellung des Schulhofes sowie des Parkplatzes der Wilhelm-Focke-Oberschule in den Haushalt 2020/21 einzustellen. Nachdem die energetische und brandschutztechnische Sanierung der Fach- und Verwaltungsräume im Haupt­gebäude jüngst abgeschlossen worden sei, müssten nun dringend die bereits 2015 zugesagten Arbeiten auf dem vorderen Teil des Schulhofes, im Eingangsbereich und auf dem Parkplatz in Angriff genommen werden.

Geld für Modulbau an Oberschule Ronzelenstraße

Auch für einen Modulbau an der Oberschule Ronzelenstraße soll im kommenden Haushalt Geld eingeplant werden, hieß es in einem weiteren SPD-Antrag, der einstimmig beschlossen wurde. Dort bestehe Bedarf an mindestens einer Regelklasse, die sich aktuell aus Platzgründen nicht realisieren lasse. Des Weiteren muss das Gymnasium Horn als neuer Inklusionsstandort nach Ansicht des Beirats unbedingt zwei zusätzliche Klassenräume bekommen. Zu diesem Zweck seien außerdem weitere Mittel für zwei Differenzierungsräume sowie Pflegebäder auf zwei Etagen des Schulgebäudes zu veranschlagen.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+