Nur Krankenfahrten im Taxi teurer Rollstuhlzuschläge unzulässig

In Bremen und umzu sind für private Taxifahrten von Rollstuhlfahrern Zuschläge erhoben worden. Dabei ist das nicht zulässig.
09.12.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Rollstuhlzuschläge unzulässig
Von Jan-Felix Jasch

In Bremen und umzu sind für private Taxifahrten von Rollstuhlfahrern Zuschläge erhoben worden. Dabei ist das nicht zulässig.

In Bremen und umzu sind für private Taxifahrten von Rollstuhlfahrern Zuschläge erhoben worden. Dabei ist das nicht zulässig. Nur bei Krankenfahrten dürfen Taxifahrer einen Zuschlag von 13,50 Euro für Menschen in Rollstühlen erheben. Dieser wird dann auch von den Krankenkassen der Rollstuhlfahrer bezahlt.

Taxi-Ruf Bremen vermittelt 29 Großraumtaxen, die auch über eine Rollstuhlrampe verfügen. Diese ist notwendig, um Menschen in ihrem Rollstuhl sitzend zu befördern. Zumindest, wenn sie diesen nicht verlassen können und sitzend transportiert werden müssen. Nun wurde bekannt, dass einige Taxifahrer auch bei privaten Fahrten von Rollstuhlfahrern den Zuschlag erhoben haben. Ein Rollstuhlfahrer und Mitglied im Forum barrierefreies Bremen hatte auf den Missstand hingewiesen und so maßgeblich zur Lösung des Problems beigetragen.

Die in Bremen gültige Taxentarifverordnung sieht einen Zuschlag für Fahrten von Rollstuhlfahrern nicht vor, er darf also nicht erhoben werden, stellte Fred Buchholz, Vorstandsvorsitzender von Taxi-Ruf Bremen, klar. Rollstuhlfahrer ärgerten sich nicht nur über die entstandenen Mehrkosten, sondern fühlten sich außerdem diskriminiert, wie das Forum barrierefreies Bremen mitteilte. Denn nicht behinderte Fahrgäste hätten bei Fahrten mit einem Großraumtaxi schließlich auch keinen Zuschlag zu bezahlen.

Fred Buchholz hat nach Bekanntwerden der Vorfälle alle Unternehmen, die Rollstuhltaxen einsetzen, informiert. Er schloss jedoch gleichzeitig nicht aus, dass es auch in Zukunft vereinzelt vorkommen könnte, dass Taxifahrer diesen Zuschlag weiterhin verlangen. Buchholz empfiehlt betroffenen Rollstuhlfahrern, die Rechnung zu bezahlen, um einen Konflikt zu vermeiden. Man solle sich jedoch unbedingt eine Quittung geben lassen. Aus dieser muss der Zuschlag, die Taxinummer sowie Datum und Uhrzeit der Fahrt hervorgehen. Diese können Betroffene dann per Post an Fred Buchholz unter dieser Adresse schicken: Taxi-Ruf Bremen, Jakobi-Straße 20, 28195 Bremen. Taxi-Ruf Bremen wird dann den Zuschlag erstatten und sich mit dem Fahrer in Verbindung setzen, um ihn auf seinen Fehler hinzuweisen. Geplant ist, dass Buchholz und das Forum barrierefreies Bremen in sechs Monaten überprüfen, ob sich das verabredete Vorgehen bewährt hat.

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