Zum 100. Geburtstag des Internationalen Frauentages wird in der ganzen Stadt gefeiert / Bremerin des Jahres ausgezeichnet Rosa Luxemburg und Clara Zetkin lassen grüßen

Bremen. Der Internationale Frauentag wird 100. Da reicht keine einzelne Feier: Am Dienstag, 8. März, frühstücken Bremerinnen gemeinsam, sie demonstrieren, bilden sich weiter und zeigen, was sie sich schon alles aufgebaut haben. Als Höhepunkt des Tages zeichnen sie die Bremer Frau des Jahres aus, dieses Jahr eine, die sich in der Frauenpolitik verdient gemacht hat.
07.03.2011, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Katja Schirrow

Bremen. Der Internationale Frauentag wird 100. Da reicht keine einzelne Feier: Am Dienstag, 8. März, frühstücken Bremerinnen gemeinsam, sie demonstrieren, bilden sich weiter und zeigen, was sie sich schon alles aufgebaut haben. Als Höhepunkt des Tages zeichnen sie die Bremer Frau des Jahres aus, dieses Jahr eine, die sich in der Frauenpolitik verdient gemacht hat.

Teneveranerinnen in der Landestracht ihrer Herkunftsländer werden um 10 Uhr am Flughafen sein, um weibliche Reisende zu begrüßen, die gerade in Bremen gelandet sind. Der Chor "The Joy of The Lord" aus Ghana singt unter der Leitung von Pastor James Kwarteng. Ludmilla Belapolka, Anna Katarowitsch und der Knopfharmonikaspieler Rudolf Knippenberg zeigen, wie Frauen in Russland den Frauentag feiern - mit Tanz und Blumen.

Die Patienteninitiative "Ambulante Versorgungslücken" öffnet ihre Türen für Frauen. Unter dem Motto "Frauen lebe(n), bewegen und alter(n) - anders?" können sich Besucherinnen in der Geschäftsstelle, Humboldtstraße 126, von 10 bis 15 Uhr über die Arbeit des Vereins, Unterstützungs- und Hilfemöglichkeiten, Lebensräume des höheren Lebensalters informieren. Um 10 Uhr eröffnet Elsbeth Rütten vom Vorstand die Ausstellung "In guter Nachbarschaft" von Heidi Saake und Gerlind Teege-Wendt aus der Alwinenstraße und informiert über Gesunderhaltung und selbstbestimmte Genesung. Um 11 Uhr spricht Roswitha Wahl, Deutsche Meisterin im Seniorensport, über ihre Arbeit im Sportverein 1860. Um 12 Uhr kommen Frauen "Gemeinsam in Bewegung". Die Schauspielerin Christine Renken verknüpft auf einem Stadtteilspaziergang historische Orte mit Gesundheitsperspektiven. Das Ganze klingt mit einer Führung durch das "Haus im Viertel" beim Alten Fundamt aus.

Die Stadtfrauenkonferenz hat sich zum Jubiläum des Frauentages eine besondere Aktion einfallen lassen. Parallel zur Abschlusskundgebung der Weltfrauenkonferenz in Venezuela beginnt um 16 Uhr eine "Straßenaktion zum 100. Internationalen Frauentag" am Roland. Alle Frauen und Frauengruppen sind eingeladen, die Demo mitzugestalten. Unter dem Motto "Die Zeit ist reif: Frauen nehmen ihre Zukunft in die eigenen Hände! Raus zum 8. März!" wollen die Aktivistinnen darauf aufmerksam machen, unter welchen Bedingungen Frauen in Bremen leben und arbeiten.

30 Frauenvereine im Rathaus

Im Rathaus stellen sich von 17 bis 21 Uhr rund 30 Frauenvereine vor. Der Bremer Frauenausschuss, die Gleichstellungsstelle und Belladonna als Kultur- und Bildungszentrum für Frauen, Besucherinnen und Besucher laden dazu ein. Der Eintritt ist frei. Dagmar Stuckmann, Referentin für Frauenarbeit, hält den Vortrag "100 Jahre Internationaler Frauentag in Bremen". Gisela Hülsbergen, die Vorsitzende des Bremer Frauenausschusses, wird um 18 Uhr die Bremer Frau des Jahres ehren.

Auf dem Woltmershauser Marktplatz können Frauen zwischen 15 und 16 Uhr rote Kleidungsstücke aufhängen. Die Aktion des Kulturhauses Pusdorf, Woltmershauser Straße 44, steht im Zusammenhang mit der Ausstellung "ScharlachRot" von Dina Koper, die um 19 Uhr eröffnet wird. Der Hintergrund des Projektes: In der Nazizeit war es verboten, den Internationalen Frauentag zu feiern. Manche deutschen Frauen haben dieses Verbot umgangen, indem sie beispielsweise rote Wäschestücke "zum Lüften" aufhängten und damit auf die Forderungen der verbotenen Frauenbewegung hinwiesen. Diese Form des Widerstandes ist zentrales Thema in Dina Kopers Bildern. Sie hat rote Wäsche in Woltmershausen gesammelt und in Öl gemalt. Es werden nicht nur die Bilder gezeigt, sondern auch die roten Kleidungsstücke. Das "Damen Duo", Pauline Bügeleisen (Mio Haman) und Rosina Wolkenbruch (Kimi Klemm), begleitet die Vernissage musikalisch mit Geige und Akkordeon. Mona Vojacek Koper liest aus den Tagebüchern Rosa Luxemburgs. Die

Ausstellung "ScharlachRot" bleibt bis 12. April im Kulturhaus Pusdorf, zu sehen ist sie von Montag bis Freitag 11 bis 13 Uhr und am Montag und Donnerstag auch von 15 bis 17 Uhr.

"Gebt Raum den Frauen - 100 Jahre Internationaler Frauentag in Bremen" heißt eine Ausstellung von Belladonna, dem Frauenmuseum, der Landeszentrale für politische Bildung, des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Arbeitnehmerkammer, die an drei Orten in Bremen zu sehen ist. Am Frauentag wird um 17 Uhr in der Bürgerschaft die Ausstellung über die bremische Geschichte des Internationalen Frauentages eröffnet. Die Dokumentation bleibt bis zum 31. März im Haus der Bürgerschaft.

Am Mittwoch, 9. März, wird die gleiche Ausstellung um 17 Uhr in der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, Knochenhauerstraße 20-25, eröffnet. Dort bleibt sie bis 20. Mai. Ergänzt um zehn Frauenporträts wird die Ausstellung ab Mittwoch, 9. März, 18.30 Uhr auch bei Belladonna, Sonnenstraße 8, gezeigt. Die Besucherinnen können sich mit Politikerinnen wie Clara Zetkin oder Elisabeth Selbert auseinandersetzen, mit heutigen Frauen wie Violeta Delgado aus Namibia und Ahmadi Khorasani aus dem Iran. Die emeritierte Professorin Ute Gerhard, die in der Bundesrepublik den ersten Lehrstuhl für Frauen- und Geschlechterforschung innehatte, spricht bei der Eröffnung, das Theater "interaktiwo" erweckt drei der historischen Persönlichkeiten zum Leben. Auch bei Belladonna endet die Ausstellung am 20. Mai. Infos im Internet auf der Website www. belladonna-bremen.de.

Ebenfalls am Mittwoch, 9. März, veranstaltet das Mütterzentrum Huchting, Ammersfoorter Straße 8, um 18 Uhr die Lesung "Heldinnen. Rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz". Die Lehrerin Ursula Pickener, die Journalistin Martina Burandt und die beiden Schülerinnen Franca Burandt und Elli Frey stellen eigene Texte vor, in denen sie sich mit Fragenbeschäftigen wie: Was macht eine Heldin aus, und was ist der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Heldenfiguren? Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.mueze-huchting.de.

In der Jugendbildungsstätte LidiceHaus, Weg zum Krähenberg 33a auf dem Stadtwerder, läuft am Donnerstag, 10. März, von 10 bis 16 Uhr die Fachtagung "Miteinander und voneinander lernen in der Mädchenarbeit - junge und alte Feministinnen im Dialog". Linda Kagerbauer vertritt die jüngere Generation, Claudia Wallner die älteren Feministinnen. Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Mädchen,- Jugend- und Bildungsarbeit tätig sind, können sich noch bis zum 9. März anmelden unter 6927214. Die Teilnahme kostet 30 Euro.

Näheres unter 3613133 in der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, bei der Stadtfrauenkonferenz unter 3339515 und im Internet unter der Adresse www.frauen.bremen.de.

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