100 Jahre Frauentag: Veranstalterinnen in der ganzen Stadt laden ein Rosa und Clara lassen grüßen

Blockdiek·Tenever·Vahr. Der Internationale Frauentag wird 100. Da reicht keine einzelne Feier: Am Dienstag, 8. März, frühstücken Bremerinnen gemeinsam, sie demonstrieren, bilden sich weiter und zeigen, was sie sich schon alles aufgebaut haben. Als Höhepunkt des Tages zeichnen sie die Bremer Frau des Jahres aus, dieses Jahr eine, die sich in der Frauenpolitik verdient gemacht hat.
07.03.2011, 05:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Katja Schirrow

Blockdiek·Tenever·Vahr. Der Internationale Frauentag wird 100. Da reicht keine einzelne Feier: Am Dienstag, 8. März, frühstücken Bremerinnen gemeinsam, sie demonstrieren, bilden sich weiter und zeigen, was sie sich schon alles aufgebaut haben. Als Höhepunkt des Tages zeichnen sie die Bremer Frau des Jahres aus, dieses Jahr eine, die sich in der Frauenpolitik verdient gemacht hat.

Das Mütterzentrum Blockdiek, Kölner Straße 2, und das Café Blocksberg, eine Einrichtung der Frauenbetriebe Quirl, laden Frauen aus dem Stadtteil für 9 Uhr zu einem internationalen Frühstücksbuffet ein. Jede Besucherin sollte eine Kleinigkeit beisteuern, ansonsten wird ein Kostenbeitrag von zwei Euro erhoben.

Das Mütterzentrum Osterholz-Tenever, das Arbeitslosenzentrum und die AG Frauen Tenever fahren von 11 bis 13 Uhr ein Frauenfrühstück im Café Gabriel im OTe-Zentrum, Otto-Brenner-Allee 44, auf. Auch hier sollte jede etwas Leckeres beisteuern. Jutta Flerlage von der "Frauengesundheit Tenever" moderiert die anschließende Diskussion "Welche Wünsche haben wir an die Politik?" Wie der Internationale Frauentag in Tenever in den vergangenen Jahren begangen worden ist, zeigen ein Film, eine Diashow und eine Ausstellung, die Gabi-Grete Kellerhof vom Arbeitslosenzentrum Tenever eröffnet.

Begrüßung am Flughafen

Teneveranerinnen in der Landestracht ihrer Herkunftsländer werden um 10 Uhr am Flughafen sein, um weibliche Reisende zu begrüßen, die gerade in Bremen gelandet sind. Der Chor "The Joy of The Lord" aus Ghana singt unter der Leitung von Pastor James Kwarteng. Ludmilla Belapolka, Anna Katarowitsch und der Knopfharmonikaspieler Rudolf Knippenberg zeigen, wie Frauen in Russland den Frauentag feiern - mit Tanz und Blumen. "Frauen aus Tenever machen sich auf den Weg" zur zentralen Feier im Rathaus - um 16.30 Uhr am Café Gabriely, Mütterzentrum Osterholz-Tenever, Neuwieder Straße 17. Die AG Frauen Tenever spendiert jeder Teilnehmerin eine Fahrkarte.

Einen Thementag "Frau und Beruf" veranstalten die Mütterzentren Vahr und Blockdiek von 9 bis 14 Uhr in der Kurt-Schumacher-Allee 65. Iris Krause von "job4u"informiert um 9 Uhr über Frauenberufe in der Metallwirtschaft, Industrie, Naturwissenschaft und Technik. Ab 11.30 Uhr können Frauen unter dem Motto "Ich weiß was ich kann, aber nicht, was ich werde" mittels einer Profilanalyse und eines Fragebogens herausfinden, welche Berufe etwas für sie wären.

Die Patienteninitiative "Ambulante Versorgungslücken" öffnet ihre Türen speziell für Frauen. Unter dem Motto "Frauen lebe(n), bewegen und alter(n) - anders?" können sich Besucherinnen in der Geschäftsstelle, Humboldtstraße 126, von 10 bis 15 Uhr über die Arbeit des Vereins, Unterstützungs- und Hilfemöglichkeiten, Lebensräume des höheren Lebensalters informieren. Um 10 Uhr eröffnet Elsbeth Rütten vom Vorstand die Ausstellung "In guter Nachbarschaft" von Heidi Saake und Gerlind Teege-Wendt aus der Alwinenstraße und informiert die Besucherinnen über Gesunderhaltung und selbstbestimmte Genesung. Um 11 Uhr spricht Roswitha Wahl, Deutsche Meisterin im Seniorensport, über ihre Arbeit im Sportverein 1860. Um 12 Uhr kommen Frauen dann "Gemeinsam in Bewegung". Die Waller Schauspielerin Christine Renken verknüpft auf einem Stadtteilspaziergang historische Orte mit Gesundheitsperspektiven. Das Ganze klingt mit einer Führung durch das "Haus im Viertel" beim Alten Fundamt aus. Christel Eidams und

Ursula Schnell beantworten Fragen über das Wohnen im Alter.

Im Overbeck-Museum, Alte Hafenstraße 30 in Vegesack, können Besucherinnen und Besucher von 11 bis 18 Uhr etwas über Frauen in der Kunst lernen. Studentinnen der Kunst- und Kulturvermittlung haben auf 100 Karten Informationen über Künstlerinnen aus Gegenwart und Vergangenheit zusammengestellt. "Wir wollen auf die jahrhundertelang vorherrschende Beiläufigkeit der Frauen in der Kunstgeschichte hinweisen", sagt die Studentin Carla Habel. Die Werke von Männern, wie in diesem Fall von Fritz Overbeck und Bernd Wurthmann, seien gut sichtbar im Museum präsentiert, ergänzt ihre Kommilitonin Lisa Altrogge. "Die Künstlerinnen auf unseren Karten muss man dagegen aufsuchen - die Augen offenhalten, die Karten zur Hand nehmen, sich leiten lassen von der eigenen Neugier." Alle Frauen zahlen am Frauentag nur zwei Euro Eintritt.

Frühstück in Trinitatisgemeinde

Zu einem Frauenfrühstück laden die Teilnehmerinnen des Deutschkurses der Trinitatisgemeinde für 10 Uhr in die Graubündener Straße 12/14 ein. In internationaler Runde wollen die Frauen neue Kontakte knüpfen und ihre Deutschkenntnisse verbessern. Für einen Unkostenbeitrag von drei Euro gibt es Essen aus Sri Lanka, Russland, der Türkei und Äthiopien. Anmeldung bei Anja Schiel unter 04298/465165.

Das Mädchenhaus in der Rembertistraße 32, seit 1992 freier Träger der Jugendhilfe Bremen, stellt bei einem "Tag der offenen Tür für Frauen" von 14.30 bis 17.30 Uhr die Arbeitsbereiche der Mädchenhilfe vor. Bei Kaffee und Kuchen gibt es Informationen über die Kriseneinrichtung als Inobhutnahme, über die Wohngruppe und die Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen.

Die Stadtfrauenkonferenz hat sich zum Jubiläum des Frauentages eine besondere Aktion einfallen lassen. Parallel zur Abschlusskundgebung der Weltfrauenkonferenz in Venezuela beginnt um 16 Uhr eine "Straßenaktion zum 100. Internationalen Frauentag" am Roland. Alle Frauen und Frauengruppen sind eingeladen, die Demo mitzugestalten. Unter dem Motto "Die Zeit ist reif: Frauen nehmen ihre Zukunft in die eigenen Hände! Raus zum 8. März!" wollen die Aktivistinnen darauf aufmerksam machen, unter welchen Bedingungen Frauen in Bremen leben und arbeiten, in Bezug auf Lohnunterschiede, häusliche Gewalt, unbezahlte Arbeit und Diskriminierung.

Im Rathaus stellen sich von 17 bis 21 Uhr rund 30 Frauenvereine vor. Der Bremer Frauenausschuss, die Gleichstellungsstelle und Belladonna als Kultur- und Bildungszentrum für Frauen laden Besucherinnen und Besucher dazu ein. Der Eintritt ist frei. Dagmar Stuckmann, Referentin für Frauenarbeit, hält den Vortrag "100 Jahre Internationaler Frauentag in Bremen". Gisela Hülsbergen, die Vorsitzende des Bremer Frauenausschusses, wird um 18 Uhr die Bremer Frau des Jahres ehren.

Auf dem Woltmershauser Marktplatz können Frauen zwischen 15 und 16 Uhr rote Kleidungsstücke aufhängen. Die Aktion des Kulturhauses Pusdorf, Woltmershauser Straße 44, steht im Zusammenhang mit der Ausstellung "ScharlachRot" von Dina Koper, die um 19 Uhr eröffnet wird. Der Hintergrund des Projektes: In der Nazizeit war es verboten, den Internationalen Frauentag zu feiern. Manche deutschen Frauen haben dieses Verbot umgangen, indem sie beispielsweise rote Wäschestücke "zum Lüften" aufhängten und damit auf die Forderungen der verbotenen Frauenbewegung hinwiesen. Das "Damen Duo", Pauline Bügeleisen (Mio Haman) und Rosina Wolkenbruch (Kimi Klemm), begleitet die Vernissage musikalisch mit Geige und Akkordeon. Mona Vojacek Koper liest aus den Tagebüchern Rosa Luxemburgs. Die Ausstellung "ScharlachRot" bleibt bis 12. April im Kulturhaus Pusdorf, zu sehen ist sie von Montag bis Freitag 11 bis 13 Uhr und am Montag und Donnerstag auch von 15 bis 17 Uhr.

"Gebt Raum den Frauen - 100 Jahre Internationaler Frauentag in Bremen" heißt eine Ausstellung von Belladonna, dem Frauenmuseum, der Landeszentrale für politische Bildung, des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Arbeitnehmerkammer, die an drei Orten in Bremen zu sehen ist. Am Frauentag wird um 17 Uhr in der Bürgerschaft die Ausstellung über die bremische Geschichte des Internationalen Frauentages eröffnet. Die Dokumentation bleibt bis zum 31. März im Haus der Bürgerschaft und kann montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Am Mittwoch, 9. März, wird die gleiche Ausstellung um 17 Uhr in der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, Knochenhauerstraße 20-25, eröffnet. Dort bleibt sie bis 20. Mai. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr. Ergänzt um zehn Frauenportraits wird die Ausstellung ab Mittwoch, 9. März, 18.30 Uhr auch bei Belladonna, Sonnenstraße 8, gezeigt. Die Besucherinnen

können sich mit Politikerinnen wie Clara Zetkin oder Elisabeth Selbert auseinandersetzen, mit heutigen Frauen wie Violeta Delgado aus Namibia und Ahmadi Khorasani aus dem Iran. Die emeritierte Professorin Ute Gerhard, die in der Bundesrepublik den ersten Lehrstuhl für Frauen- und Geschlechterforschung innehatte, spricht bei der Eröffnung, das Theater "Interaktiwo" erweckt drei der historischen Persönlichkeiten zum Leben, und das Mütterzentrum Tenever bereitet etwas zu essen zu. Auch bei Belladonna endet die Ausstellung am 20. Mai. Öffentlich zugänglich ist sie am Montag und Dienstag von 13 bis 16 Uhr und am Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 19 Uhr.

Weitere Termine in der Reihe "100 Jahre Internationaler Frauentag" in unserer nächsten Ausgabe. Näheres unter 3613133 in der Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, bei der Stadtfrauenkonferenz unter 3339515 und im Internet unter der Adresse www.frauen.bremen.de.

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