Kunstprojekt irritiert Passanten Roter Po auf Kleiner Weser

Was zurzeit in der Kleinen Weser schwimmt, hat schon zu Anrufen bei der Polizei geführt. Es sind Werke der kanadischen Künstlerin Michele Di Menna, die sie „Blushing Butts“ („errötende Hintern“) nennt.
25.03.2016, 18:15
Lesedauer: 1 Min
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Von Elke Hoesmann Alexandra Knief

Was zurzeit in der Kleinen Weser schwimmt, macht viele Passanten neugierig: Es sind Werke der kanadischen Künstlerin Michele Di Menna, die sie „Blushing Butts“ („errötende Hintern“) nennt.

Am vergangenen Sonntag waren vier Abgüsse von Teilen des Körpers der Künstlerin in einer Performance zu Wasser gelassen worden, erklärte Fanny Gonella vom Künstlerhaus Bremen, Am Deich 69.

Die Kunstwerke aus Acrystal wurden in der Kleinen Weser verankert und sollen dort bis zum 17. April treiben. Dann endet im Künstlerhaus die Ausstellung „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“. Das Po-Projekt von Di Menna ist Teil der Präsentation.

Bei der Polizei gingen unterdessen bereits Anrufe von besorgten Bremerinnen und Bremern ein. „Da treibt ein Kind im Fluss“, hieß es dann am Telefon, oder „Da liegt eine Schaufensterpuppe im Wasser“. Auf Facebook gab die Polizei schließlich bekannt, dass da keineswegs Körperteile in der Kleinen Weser treiben, sondern dass es sich um Kunstwerke handele. Fanny Gonella, die künstlerische Leiterin der Aktion, freut sich, dass die Bremer auf die „Butts“ im Wasser reagieren. Von Gleichgültigkeit oder gar Abgestumpftheit könne keine Rede sein. „Das finde ich gut.“

Die Künstlerin Michele Di Menna greife in ihrer Arbeit ein Ritual aus der Hexenverfolgung auf und überblende es mit heutigen Vorstellungen von Hexen, so Gonella. Einst seien vorwiegend Frauen in den Fluss geworfen worden, um auf diese Weise ihre angeblich übernatürlichen Kräfte zu testen.

Zwar reduzierten die „Blushing Butts“ der Kanadierin Weiblichkeit auf den bloßen Hintern. Vor dem historischen Hintergrund jedoch erzeugten die Werke „ein Wechselspiel von Tragik und Komik“, heißt es in einer Mitteilung des Künstlerhauses Bremen. Es führe dann zu einem zwiespältigen Lachen. „Humor wird als Handlungsstrategie verwendet, um Klischees über Frauenrollen auf den Kopf zu stellen.“

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