Neubauentwurf für Sparkassengelände

Rüffel für Landeskonservator wegen Kritik an Libeskind-Plänen in Bremen

Der Chef der Landesdenkmalpflege, Georg Skalecki, soll sich mit öffentlicher Kritik am Neubauentwurf für das Sparkassengelände am Brill zurückhalten. Dazu hat ihn Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz aufgefordert.
23.05.2019, 06:28
Lesedauer: 1 Min
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Rüffel für Landeskonservator wegen Kritik an Libeskind-Plänen in Bremen
Von Jürgen Theiner
Rüffel für Landeskonservator wegen Kritik an Libeskind-Plänen in Bremen

Vorgesehen sind vier Türme mit einer Höhe zwischen 60 und 98 Metern.

Frank Thomas Koch

Landeskonservator Georg Skalecki wird in nächster Zeit wahrscheinlich nicht mehr mit plakativen Äußerungen zur geplanten Bebauung des Sparkassengeländes am Brill hervortreten. Seine jüngste Kritik an den Entwürfen des amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind hat ihm nämlich einen Rüffel seiner Behördenspitze eingetragen.

Wie berichtet, wollen die israelischen Investoren, die das Areal von der Sparkasse gekauft haben, dort einen spektakulären baulichen Entwurf realisieren, den sie bei Libeskind in Auftrag gegeben hatten. Vorgesehen sind vier Türme mit einer Höhe zwischen 60 und 98 Metern. An diesem Entwurf reibt sich der Landeskonservator, der für die Belange der bremischen Denkmalpflege zuständig ist. Im Gespräch mit dem WESER-KURIER bezeichnete Skalecki Libeskinds Pläne als „Horizontverschmutzung“. Man könne an dieser Stelle der Innenstadt – unweit von Dom, Marktplatz und Rathaus – nicht in solchen Dimensionen bauen. Libeskinds architektonische Vorstellungen erinnerten ihn an eine geschlossene Festung.

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Skaleckis pointierte, öffentliche Kritik hat offenbar das Missfallen der Kulturbehörde erregt, zu der die Denkmalpflege gehört. Staatsrätin Carmen Emigholz sagte dem WESER-KURIER, sie habe Skalecki, dessen Arbeit sie grundsätzlich sehr schätze, gebeten, „sich in diesem konkreten Sachverhalt zu mäßigen“. Die Kulturbehörde wisse Libeskinds Entwurf sehr wohl zu würdigen. Skaleckis Äußerungen seien auch deshalb überzogen, „weil noch gar keine detaillierten Planungsunterlagen des Büros Libeskind vorliegen“, so Emigholz.

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