Lustiges auf dem Kopf als Spaßfaktor

Rundgang über den Weihnachtsmarkt

Wer eine rot-weiße Mütze trägt, ist nicht gleich der Weihnachtsmann. Von den Möchtegern-Weihnachtsmännern allerdings waren am ersten Weihnachtsmarkt-Sonnabend, recht viele unterwegs – genauso wie Besucherinnen mit Heiligenschein.
30.11.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Rundgang über den Weihnachtsmarkt
Von Antje Stürmann
Rundgang über den Weihnachtsmarkt

Mit Heiligenschein: Susanne Vorwerk, Elke Hermeling, Gaby Brinkmann und Heidrun Meyer aus Cloppenburg.

Frank Thomas Koch

Achtung: Wer eine rot-weiße Mütze trägt, ist nicht gleich der Weihnachtsmann. Von den Möchtegern-Weihnachtsmännern allerdings waren gestern, am ersten und gut besuchten Weihnachtsmarkt-Sonnabend, recht viele unterwegs – genauso wie Besucherinnen mit Heiligenschein und Tannenbäumchen auf den Köpfen.

Wo kämen wir hin, wenn jeder, der eine rote Mütze mit weißem Bommel trägt, ein echter Weihnachtsmann wäre: Bremen wäre Hauptsitz der Weihnachtsmann & Co. KG, würde es in der Hansestadt derart vor Rauschebärten wimmeln.

Unbestritten aber sind die rot-weißen Accessoires auch in diesem Jahr die beliebtesten Kopfbedeckungen beim Bummel über den Bremer Weihnachtsmarkt – und sie treten bevorzugt im Rudel auf. Frauen hingegen bevorzugen die dezente Mini-Variante mit Haarklemme oder einem puscheligen Haarreif wahlweise mit Heiligenschein, Glitzer-Tannenbäumchen oder Elch-Geweih.

Weiße Zöpfe und Geweih

Julian Bendig, Sean Kerwin, Jakob Hentschel und Andrej Tezlaw aus Frankfurt klassisch mit Weihnachtsmützen.

Julian Bendig, Sean Kerwin, Jakob Hentschel und Andrej Tezlaw aus Frankfurt klassisch mit Weihnachtsmützen.

Foto: Frank Thomas Koch

Die Auswahl ist groß, bei fünf auszubildenden Fluglotsen fällt die Wahl trotzdem auf unspektakuläre Weihnachtsmützen mit langen Zipfeln, wie Julian Bendig sagt. „Wir hatten kalte Ohren“, versucht sein Kumpel Sean Kerwin eine halbwegs rationale Erklärung dafür zu finden, warum er gerade Geld für eine Weihnachtszipfelmütze ausgegeben hat. Doch Julian macht diesen Versuch schnell zunichte: „Wir wollten albern aussehen. Die anderen Mützen mit den geflochtenen weißen Zöpfen und dem Geweih waren uns zu klein“, sagt er. Jedes Jahr suchen die jungen Männer aus der Nähe von Frankfurt am Main ein Modell, „es läuft immer auf eine rote Zipfelmütze hinaus“, so Jakob Hentschel.

Eine „superjeile Zeit“ dürften gestern Monika, Doris, Angelika und Dagmar aus Rheine/Westfalen auf dem Bremer Weihnachtsmarkt verbracht haben. Mit Glühwein in der Hand und rot-grün karierten Hüten auf den Köpfen singen sie dem Fotografen ein Ständchen. „Die Brings“, sagt Monika, „unsere Lieblingsband, trägt auch dieses Karo.“ Ihre Hüte haben die Frauen schon auf „vielen Konzerten der Band getragen“, versichert Doris. „Jetzt wollen wir die Band in Bremen bekannt machen. Rot-grün passt doch zu Weihnachten“, findet sie. „Außerdem verlieren wir uns nicht so leicht“. Wie wahr: Rot-grünes Karo gab es gestern nur einmal in Bremen.

„Bling-Bling muss sein“, meinen dagegen vier Frauen mit Heiligenschein. Nein, ein echter ist’s nicht: aus Daunenfedern mit silbernen Fäden und blinkend. „Ein Spontankauf“, sagt Elke Hermeling aus Cloppenburg, die mit ihren Freundinnen an der Schlachte unterwegs ist. Kaum aus dem Zug gestiegen, fiel den Frauen der Kopfschmuck auf. Diesen Spaß haben sie sich gegönnt. Positiver Nebeneffekt: „Man wird ganz oft angesprochen, und die Kinder staunen. Wir haben eine Menge Spaß damit“, versichert Elke Hermeling.

Dagmar, Angelika, Monika und Doris aus Rheine in Westfalen hatten in Bremen eine „superjeile Zeit“.

Dagmar, Angelika, Monika und Doris aus Rheine in Westfalen hatten in Bremen eine „superjeile Zeit“.

Foto: Frank Thomas Koch

Mutiger ist nur Sonja Kruse – sie findet aus genau diesem Grund keine Mitstreiter. Die Hausfrau aus Bunde bei Leer trägt ein Elchgeweih mit goldenen Glöckchen daran. „Ich find’s witzig“, sagt sie, „die anderen Damen haben sich geniert.“ Vielleicht auch, weil sie mit der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven auf Tour sind. „Mich kennt ja hier keiner“, winkt Sonja Kruse ab. Doch sie versichert: „Ich benehme mich nicht daneben, ich will hier einfach eine schöne Zeit verbringen.“

„Aus der Not heraus“ packte sich Karin Renken aus Varel zwei knollennasige Weihnachtsmänner auf die Ohren. Dann das Geständnis: „Diese Ohrenschützer sind lustig und warm.“ Leider waren es nicht ihre eigenen: Eine Freundin hat sie für den Bummel über den Schlachtezauber ausgeliehen. „Diese Ohrenschützer habe ich vor vier Jahren in Glühweinstimmung auf dem Lamberti-Markt in Oldenburg gekauft“, berichtet die Besitzerin. Seitdem kommen die auffälligen Teile jedes Jahr zum Einsatz. Freunde mit kalten Ohren freut’s.

Liebe auf den ersten Blick

Dann treffen wir sie doch noch, die Weihnachtsmütze mit den weißen Zöpfen. Kerstin aus Ilsede trägt eine. Ihre Freundin Jana schmückt ein Haarreif mit zwei weißen Elchen auf wackelnden Springfedern. „Die mussten wir unbedingt haben“, schwärmt sie. Allerdings machte die Freundin aus Bayern bei der Anprobe strenge Auflagen: „Verspielt sollte der Kopfschmuck sein, aber nicht zu sehr“, wünschte sich Gitti. „Die Bayern sind da eigen“, raunt Jana unter dem scherzhaften Protest von Gitti. Petra, die zur Runde gehört, glaubt: „Wenn man so einen Schmuck trägt, wird man freundlicher bedient.“

Geradezu mustergültig abgestimmt ist die Deko von Lena Michaelis aus Varel und Freundinnen: Auf ihren Haarreifen mit grünen Federn sitzen Glitter-Tannen, in denen kleine Bäumchen baumeln. Lena trägt dazu passende Ohrringe und einen Anstecker. „Die Haarreifen haben wir am Kiosk beim Dom gekauft“, lautet ihr Tipp. Sandra Neugebauer fügt hinzu, „wir waren sofort verliebt“, und Meike Breer kann sich den Protest nicht verkneifen: „Ich bin genötigt worden.“

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+