Basis wird geschlossen Ryanair-Aus in Bremen - was Fluggäste wissen müssen

Der Billigflieger Ryanair schließt seine Basis in Bremen, zahlreiche Verbindungen fallen aus. Wir erklären, welche Rechte betroffene Passagiere haben und was sie jetzt tun können.
02.10.2018, 09:23
Lesedauer: 2 Min
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Ryanair-Aus in Bremen - was Fluggäste wissen müssen
Von Olga Gala

Ryanair zieht seine zwei Flugzeuge aus Bremen ab und schließt die Basis in der Hansestadt. Zahlreiche Flugverbindungen entfallen. Die verbleibenden Flüge sollen durch Maschinen aus dem Ausland durchgeführt werden. Welche Folgen hat das für Fluggäste der Billigairline? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Ab wann schließt die Bremer Basis?

Die Bremen-Basis von Ryanair schließt zum 5. November. Ab dem 28. Oktober gilt für den Bremer Airport der Winterflugplan. Dieser muss nun angepasst werden.

Welche Verbindungen sind betroffen?

Ryanair fliegt ab Bremen nicht mehr nach Fuerteventura und Eilat/Owda in Israel. In die Urlaubsorte Teneriffa und Mallorca werden nur noch einmal wöchentlich angeflogen. Zudem wird die Hälfte der Flüge nach Vilnius (Litauen) gestrichen. Die restlichen Verbindungen sollen bestehen bleiben.

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Wie geht es jetzt weiter?

Laut Ryanair wurden bereits alle betroffenen Passagiere per Mail oder SMS über die Flugannulierung informiert. Sie haben nun die Möglichkeit ihren Flug umbuchen zu lassen oder eine Kostenrückerstattung zu beantragen. Dies ist online möglich.

Welche Rechte habe ich als Passagier?

Die annullierten Flüge infolge der Schließung der Bremen-Basis von Ryanair seien grundsätzlich zu behandeln wie Flüge, die aus sonstigen Gründen abgesagt werden, sagt Nicole Mertgen, Referentin für Recht bei der Verbraucherzentrale Bremen. Die Fluggäste haben laut EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 Anspruch auf die Rückerstattung der Flugkosten oder eine Umbuchung, sowie gegebenenfalls eine Entschädigung. Wurden die Verbindungen mindestens zwei Wochen vor Abflug abgesagt, bestehe lediglich das Anrecht auf die Rückerstattung der Flugkosten. Letztere müsse innerhalb von sieben Tagen erfolgen.

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Was kann ich tun, wenn die Fluggesellschaft nicht reagiert?

Erfolgt von Ryanair nach Antrag keine Rückmeldung, sei es möglich, sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zu wenden. Diese setzt sich für eine außergerichtliche Streitbeilegung in dem jeweiligen Einzelfall ein. "In dem Moment, in dem man bei der Fluggsellschaft nicht weiterkommt, kann man sich dahin wenden", rät Mertgen. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahhren sollen dem Verbraucher in diesem Fall keine Kosten entstehen.

Wurde der Flug kurzfristig annulliert und die Fluggesellschaft reagiert nicht auf den Antrag des Passagiers, sei es möglich, eigenständig einen Flug neu zu buchen und sich das Geld anschließend wiederzuholen, erklärt Mertgen. Wichtig dabei ist: Die Umbuchung muss der Fluggesellschaft unverzüglich mitgeteilt werden und verhältnismäßig sein. Das bedeutet, ein Upgrade in die erste Klasse einer anderen Fluggesellschaft geht nicht. Daher sei es ratsam sich vorher beraten zu lassen. Eine Anlaufstelle kann die Verbraucherzentrale sein. Das sei wichtig, "um sich im Vorfeld abzusichern und rechtliche Möglichkeiten nicht zu verbauen", sagt Mertgen. Bei einer eigenständigen Umbuchung trägt der Passagier nämlich zunächst die Kosten. Zwar könne er diese von der Fluggesellschaft zurückfordern, im Zweifelsfall müsse das aber vor Gericht geklärt werde. Wie bei jedem anderen Zivilverfahren entstehe da ein Kostenrisiko, sagt Mertgen.

Was kann ich tun, wenn ich eine Pauschalreise gebucht habe?

Bei Pauschalreisen sei im Falle einer Flugannullierung der jeweilige Reiseveranstalter zuständig, sagt Mertgen. An diesen sollten sich die Verbraucher wenden.

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